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Reclaim Power Tour – Stand und Übersicht für Mitmachmöglichkeiten

Die Fahrradtour „Reclaim Power 2013 – Energiekämpfe in Bewegung“ soll diesen Sommer frischen Schwung in die Energiekämpfe bringen. Und Schwung kommt jetzt in die Planung dieser Tour: Die meisten Streckenabschnitte sind klar, viele lokale Energiekämpfe beteiligen sich und organisieren Tourstopps, die Mobilisierung läuft schon auf Hochtour und die inhaltliche Debatte rund um eine ökologische, soziale und selbstbestimmte Energieversorgung von unten nimmt langsam Fahrt auf.
Jetzt geht es um den Feinschliff der Tour, eine angemessene Mobilisierung und Verbreitung der Inhalte.

Was der Energiekämpfetour und ihren Themen zu Gute kommt, ist, dass sowohl der Energiemarkt als auch die Gesetzgebung dazu gerade umstrittene Felder sind. Während die Kapitalinteressen und die Politik von oben abenteuerlichste Manöver fahren um die Energieversorgung als ein Terrain der Milliardengewinne für wenige Großkonzerne beizubehalten, geraten immer mehr Menschen an verschiedenen Orten in Konflikt mit der Art und Weise wie Energie produziert wird, wie auch damit, wie die Energieversorgung organisiert ist. Diese vielfältigen Spannungsfelder sorgen dafür, dass die Energieversorgung aktuell ein heiß diskutiertes Thema ist. Genau der richtige Zeitpunkt für uns, um mit unserer Tour ganz andere Visionen einer Energieversorgung für die Menschen in die Fläche zu tragen und zu erleben, wie das aussehen kann..

Dieser Text soll vor allem dazu dienen interessierten und motivierten Menschen, die bisher noch nicht stark an der Planung beteiligt sind, zu vermitteln, was gerade der Stand der Planungen ist, wo sich eingebracht werden kann/soll, und wie es jetzt noch möglich ist, die eigenen Energiekämpfe mit der Tour zu verbinden.

Was schon alles steht

  • Sowohl für die Nord- als auch für die Südtour steht der genaue Streckenverlauf, und für fast alle Stationen gibt es lokale Gruppen die einen Tourstopp mit jeweiligen Aktivitäten organisieren. Über die Tour verteilt sind so die verschiedenen Kämpfe gegen verschiedene Energieträger eingebunden: gegen Braunkohle in der Lausitz, im Rheinland und gegen  Atomkraft im Wendland, CCS in der Altmark, Fracking und Bioenergie im Süden Niedersachsens und im Norden NRWs. Zudem werden wir uns beispielsweise im Ökodorf Sieben Linden und im Lebensgarten Steyerberg genauer anschauen, wie eine gelebte ökologisch, soziale und selbstbestimmte Energieversorgung in der Praxis aussehen kann.
  • Plakate, Flyer und Aufkleber sind gedruckt und können hier bestellt: kom-ag[ät.]reclaimpowertour.org um von euch verteilt, bzw. plakatiert/geklebt zu werden.

Was gerade im Prozess ist

  • Mitte Juni starten wir eine groß angelegte Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform „startnext“ mit dem Ziel über Kleinspender_innen 4.000 EUR (und gern noch mehr) für die Tour zu sammeln und viele Menschen zu erreichen, die erst dadurch auf die Tour aufmerksam werden und mitradeln wollen – Mobilisierung und Finanzierung in Einem! Link
  • Mit den Lokalgruppen und den Kämpfen vor Ort werden die Tourstopps und die lokalen Aktivitäten geplant. Von den Menschen vor Ort werden Unterkunft, Verpflegung, kreative Aktionen und spannende inhaltliche Veranstaltungen organisiert.
  • Mobilisierung läuft auf allen Ebenen: Plakatieren, Flyer verteilen, Mund zu Mund Propaganda, Artikel schreiben…

Wo noch dringend Hilfe gebraucht wird

Damit die Energiekämpfe-Tour groß und vielfältig und wirkmächtig wird, ist es notwendig, dass viele Menschen und Gruppen, sich von dem Ort aus, an dem sie in Konflikt mit der herrschenden Energieversorgung sind, überlegen, wie sie sich am besten in die Tour einbringen und diese stärken können. Es ist noch nicht zu spät sich mit den eigenen lokalen Kämpfen mit der Tour zu verlinken! Meldet euch dafür bei: radel-ag@reclaimpowertour.org

Aber auch bei der Planung der „Gesamttour“ wird noch viel Unterstützung gebraucht:

  • Finanz-AG: „Die Tour wird so geplant, dass so wenig finanzielle Mittel wie möglich gebraucht werden und dennoch: Ganz ohne Geld funktioniert es noch nicht. Aus diesem Grund gibt es die Finanz AG, die sich darum kümmert, dass Anträge und Anfragen an potentielle Unterstützer_innen geschrieben werden. Personell braucht die Finanz-AG dringend Verstärkung – so richtig gut ist es aber auch – solltet ihr wenig Lust auf Buchhaltung und Antragsschreiben haben -, wenn ihr bei Fahrradläden oder Bioläden vor Ort nach finanzieller (oder auch materieller) Unterstützung für die Tour fragt, eine Soliparty oder einen Kuchenstand in der Uni macht – bei Fragen oder Interesse schreibt gern an finanz-ag ät reclaimpowertour.org.
  • Auch die Kommunikations-AG würde sich sehr über Unterstützung freuen: Für eine Mobilisierung gibt es stets tausende Möglichkeiten. Wir können zurzeit längst nicht alle Ideen umsetzen weil wir zu wenige Menschen in dieser AG sind. Auch für die Pressearbeit vor, während und nach der Tour brauchen wir noch Verstärkung! Wenn ihr Lust habt eure Ideen einzubringen, wendet euch an: kom-ag@reclaimpowertour.org

Struktur der Planung

Die Fahrradkarawane ist entstanden aus dem Bündnis „Energiekämpfe in Bewegung“ (EKiB), das, wie die Tour, zum Ziel hat Energiekämpfe zu vernetzen. Für die Energiekämpfe-Tour gibt es etwa alle 6 Wochen ein Planungstreffen. Das nächste wird am 14. + 15. Juni in Freiburg stattfinden. Aktive, die Lust haben die Tour mit zu organisieren sind herzlich eingeladen zu diesem Treffen zu kommen.

Für die Organisation der Tour haben sich folgende Arbeitsgruppen gebildet:

Besonders Hilfe benötigen noch die AGs Finanzen und Kommunikation.

Mitradeln

Da wir hoffen, dass die Reclaim Power Touren groß und schlagkräftig werden, freuen wir uns auch darüber, wenn du einfach nur mitradeln willst. Für unsere Planung der Unterkunft und der Verpflegungsmengen an den einzelnen Stationen wäre es super, wenn ihr euch mit einem Namen für die Strecke, die ihr Lust habt mitzuradeln unverbindlich anmeldet, indem ihr uns eine Mail an Radel-ag ät reclaimpowertour.org schreibt. Keine Angst: Wir wollen gar nicht viel von euch wissen, nur einen groben Überblick gewinnen, wann wie viele Menschen vorhaben an der Tour teilzunehmen. Eine Packliste, um eine grobe Vorstellung zu bekommen, was ihr dabei haben solltet, gibt es auf der Seite der Tour.

Hambacher Forst wiederbesetzt gegen Braunkohleabbau

Wir erinnern uns: Von April bis in den November letzten Jahres war der Hambacher Forst besetzt, um seine Rodung zu verhindern. Die Räumung im November war dann die letzte Räumung einer Waldbesetzung, die es im deutschsprachigen Raum je gegeben hatte. Das lag daran, dass sich ein Aktivist unter der Erde in einem Tunnel verschanzt hatte. Er selbst nannte das „angewandten Klimaschutz von unten“.  Nach der Räumung wurde der Streifen des Hambacher Forstes, auf dem die Besetzung stattfand gerodet. Denn der Braunkohletagebau Hambach schreitet jedes Jahr ein Stück weiter in den Wald hinein, sodass jedes Jahr ein Streifen gerodet werden muss. Nach der Räumung der letztjährigen Waldbesetzung wurde ein Stück Wiese am Waldrand besetzt, auf der den Winter über ausgeharrt wurde.

Nun wurden wieder Bäume im Wald besetzt, es werden Plattformen und Hütten gebaut. Auf der neuen Waldbesetzung soll fortgeführt werden was letztes Jahr begonnen wurde. Einen gemeinsamen Widerstand von Aktivist_innen und Anwohner_innen aufzubauen, der den Braunkohletagebau stoppen kann. Es ist hier offensichtlich dass der Braunkohletagebau nur gestützt von massiven Herrschaftsverhältnissen voranschreiten kann. Zum Beispiel wären die Zwangsumsiedlungen der Dörfer ohne Herrschaft nicht durchsetzbar. Unterstützt die Waldbesetzung!

„Reclaim Power Tour 2013“ – energiekämpfe in Bewegung

Hier der Aufruf von EKIB! (Energiekämpfe in Bewegung) für Energiekämpfe-Karawanen im Sommer die im Rheinischen Braunkohlerevier enden werden:

Aktions-Fahrradkarawane von Ost- nach Westdeutschland im Juli und August 2013 und Trampkarawane vom Südwesten ins Rheinland im August suchen Mitstreiter_innen – Denn unsere Energiewende sieht anders aus!

Neue Initiativen gegen Fracking oder CCS, Waldbesetzungen und Kohlezugblockaden im Rheinischen Braunkohlerevier, Proteste gegen Kohleimporte beim Hamburger Hafengeburtstag: Es ist ganz schön Fahrt in die Klimabewegung gekommen! Wir werden aber noch einen Gang zu legen: Mit einer großen Fahrradkarawane und einer Trampkarawane wollen wir Stationen aktueller Energiekämpfe verbinden. Losgeradelt wird nach bisherigem Stand Mitte Juli auf dem Klimacamp im Braunkohlerevier in der Lausitz. Per Anhalter sind wir Ende August ab Freiburg unterwegs. Ziel beider Karawanen sollen das Klimacamp im Rheinland (23.08.-01.09), das daran anschließende ‚Reclaim the Fields’ Camp(28.08-05.09) und die viertägigen Aktionstage während der Überschneidung beider Camps sein. Spannend soll die Tour aber auch durch die Stationen und Thematiken werden, die zwischen Start und Ziel liegen. ‚„Reclaim Power Tour 2013“ – energiekämpfe in Bewegung‘ weiterlesen

Hambach-Kohle-Bahn gleich zweimal stillgelegt.

Diese Woche, während des Klimacamps im Rheinland wurde die Hambach-Kohle-Bahn gleich zweimal stillgelegt. Am Dienstag morgen wurde der Werkschutz von RWE und die Popelzei von knapp 100 Klimaaktivist_innen überrascht, die plötzlich auf den Schienen saßen und keine Anstalten machten diese zu verlassen. Stattdessen wurden sie mit am Abend von einer Hundertschaft geräumt. ‚Hambach-Kohle-Bahn gleich zweimal stillgelegt.‘ weiterlesen

RWE und die „Rechte Dritter“

Gestern erkletterten Aktivist_innen das Vordach der Kundeninformationszentrale von RWE beim Kohlekraftwerk Niederaußem (Karriereziel: Größtes Braunkohlekraftwerk der Welt) um ein Transparent zu hissen für den Ausstieg aus Kohle und Atom und um auf die bevorstehenden Klimacamps aufmerksam zu machen. Eine nette, kleine Aktion, wenn auch nicht das spannendste was mensch sich vorstellen kann. Spannend allerdings ist die Reaktion von RWE darauf: Ihren Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gegen die 4 Aktivist_innen auf dem Dach begründeten sie laut Kölner Stadtanzeiger damit, dass sie zwar „für freie Meinungsäußerung“ seien, aber wer „protestiere“ müsse „die Eigentumsverhältnisse akzeptieren und die Rechte Dritter wahren“. Nach einer Runde Mitleid für RWE, wird mensch sich vielleicht fragen, wie RWE es denn selber hält mit der Wahrung von „Rechten Dritter“ und den Eigentumsverhältnissen (insofern mensch es sich nicht so einfach machen will und einfach mit Proudhon sagt „Eigentum ist Diebstahl“, was zwar generell zutrifft und im Falle RWEs besonders, was aber schon mal im Einzelnen betrachtet werden sollte).

Fangen wir also an mit den Eigentumsverhältnissen: Wie hoffentlich bekannt ist, baggert RWE Kohle ab, in Gebieten wo dummerweise Dörfer drüber sind. Dörfer mit Häusern die dummerweise Menschen gehören (und was eigentlich wichtiger ist: Dass sogar Menschen darin wohnen, und von dem Land das abgebaggert wird leben, dort soziale Verbindungen haben und Erinnerungen, sodass die Selbstmordraten in Dörfern die umgesiedelt werden drastisch ansteigen). Da RWE aber besonders viel von Eigentum hält, wenn es um das eigene Eigentum geht, setzt sich RWE als Braunkohlelobby besonders dafür ein, dass die Gesetzgebung aus der Nazizeit über das Bergrecht, nicht geändert wird. Das Bergrecht gibt Konzernen wie RWE nämlich die Möglichkeit, aus dem Eigentum anderer Menschen einfach eigenes Eigentum zu machen, ohne dass Menschen sich dagegen rechtlich wehren könnten. Da wären wir dann auch schon bei den Rechten Dritter, die RWE ebenso dann besonders gut findet wenn es sich um die eigenen Rechte handelt, die nämlich darin bestehen die Rechte anderer Dritter zu übergehen.

Wenn diese anderen Dritten – aller rechtlichen Möglichkeiten beraubt – dann direkten Widerstand oder Protest ausüben, erinnert sich RWE wieder an die Rechte Dritter, weil es dann an die eigenen privilegierten Rechte geht.

Etwas abstrakter, global gesehen aber eigentlich noch relevanter, zerstört RWE massiv Eigentum über den Klimawandel. Und zwar ist RWE nicht ein Produzent des Klimawandels unter vielen anderen, sondern DER größte in Europa und einer der größten in der Welt. In vielen Teilen der Welt, besonders im globalen Süden, hat der Klimawandel schon heute so massive Auswirkungen, dass die Lebensressourcen von zig-Millionen Menschen zerstört werden, die daraufhin ihr „Eigentum“ aufgeben müssen und sich auf die Flucht begeben müssen. Davon will RWE natürlich nichts wissen, weshalb sie in ihrem Umweltmanagment einen der profiliertesten Klimawandel-Leugner aus Deutschland haben: Prof. Vahrenholt.

Die Eisbären deren Höhlen und Lebensräume ihnen gerade wörtlich unterm Arsch wegschmelzen (dieses Jahr ist das erste Jahr überhaupt in dem das gesamte Eis in Grönland angeschmolzen wird, wie es gerade durch die Medien geht) kennen das Konstrukt „Eigentum“ nicht. Deswegen zählen deren Lebensgrundlagen (genauso wie die von Menschen die aufgrund subsistenter Lebensweise ebenfalls keine Konstrukte wie Eigentum brauchen) nichts. Das alles zeigt schon dass das Rechtskonstrukt „Eigentum“ nicht dazu da ist, die Lebensgrundlagen der Menschen, deren Häuser, oder Hütten, oder gar die Höhlen der Eisbären zu schützen, sondern stets eine rechtliche Durchsetzung der Zerstörung oder der Aneignung Ressourcen anderer ist. Wie bei den Häusern unter denen RWE weiter Kohle abbaggern will. Am Ende hat also Proudhon doch recht: Eigentum ist und bleibt Diebstahl!

Wenn nun also Prozesse anstehen gegen die Aktivist_innen wegen Hausfriedensbruch, könnte das für sie eine gute Möglichkeit sein, vor Gericht einmal darüber zu sprechen wie RWE es selber mit dem Eigentum „Dritter“ hält und eine Öffentlichkeit darüber – und darüber was von Eigentum an sich zu halten ist – zu erzeugen.

Erneut Tagebau-Blockade in Schottland

Nachdem vergangenen Samstag der Tagebau Mainshill im schottischen Kohlegebiet South Lanarkshire durch eine Massenblockade, für einen gesamten Tag stillgelegt wurde, traf es am Montag morgen mit dem Broken Cross Tagebau einen weiteren in der Region. Für ein einhalb Stunden wurde die Zufahrt blockiert durch Aktivist_innen, die sich in Beton-Lock-ons festgekettet hatten. Erst nachdem diese aufgebrochen wurden konnte die Zufahrt wieder freigegeben werden und der Tagebaubetrieb wieder aufgenommen werden. Die Polizei handelte bei der Räumung wie die private Security des Tagebaubetreibers „Scottish Coal“. Der Polizeichef wies Arbeiter_innen der Miene an, die festgeketteten Aktivist_innen von der Straße zu ziehen, obwohl ihre Arme in schweren Betonröhren steckten, die je 50 kg wogen. Ein Aktivist wurde bei diesem Vorfall verletzt.
Die Aktivist_innen führten diese Aktion durch um Widerstand sichtbar zu machen gegen die Pläne von „Scottish Coal“ diese Mine zu erweitern im Kontext ihrer sogenannten „Nachhaltigkeitsstrategie“ (“forward strategy”) und um den Trasport der Kohle durch die Orte Douglas und Glespin zu stoppen, die schwer beeinträchtigt werden durch die massenhaften schweren Kohletrasporte.

Schottland: Kohletagebau einen Tag lang blockiert

Gestern besetzten 50 Aktivist_innen den Kohle-Tagebau Mainshill, und stoppten damit die Arbeit dort für einen ganzen Tag. Diese Aktion fand während der Aktionswoche take back the land statt. Schwere Kohlebagger wurden besetzt. Das war die erste Aktion des Aktionscamps, das noch bis zum 18. Juli läuft.

 

Das Aktionscamp findet auf einer besetzten Fläche statt, auf der ein weiterer Kohletagebau entstehen soll: Glentaggart East
Der geplante Tagebau Glentaggart East befindet sich, wie der Tagebau Mainshill, der gestern blockiert wurde in South Lanarkshire, ein Gebiet in dem „scotish coal“ massiv Kohle abbaut, und wo es in den vergangenen Jahren viele Auseinandersetzungen gegen Kohleabbau gab. Bereits bevor der Tagebau „Mainshill“ erschlossen wurde, gab es eine einjährige Waldbesetzung und viele direkte Aktionen. Die Räumung dauerte 5 Tage lang.  Mehr Informationen über die Tagebaubesetzung gestren gibt es hier.

Auch in den USA ist ein Aktionstag gegen Kohleabbau (Mountaintop Removal) für den 25. Juli ausgerufen.

In Deutschland gibt es gerade ebenfalls viele Aktivitäten gegen Kohleabbau und -Verstromung, einer der entscheidensten Faktoren des Klimawandels. So ist seit nun 3 Monaten der Hambacher Forst besetzt, der für den Braunkohletagebau Hambach weichen soll. Und im August finden zwei Klimacamps gegen Braunkohleabbau statt, in deren Umfeldern auch Aktionen stattfinden sollen. Eines im rheinischen Braunkohlerevier und eines in der Lausitz.

Für eine weltweite Bewegung gegen Kohleabbau und für Postfossilismus!

USA: Aufruf Kohlemine mit einer direkten Aktion dicht zu machen – 25. Juli

Das rheinische Braunkohlerevier ist zwar das größte Kohlerevier Europas, weltweit gibt es aber leider viele – im Ausmaß der Zerstörung – vergleichbare Projekte. Das Gute aber ist, dass an vielen Orten der Widerstand wächst und eine Post-fossile Zukunft proklamiert wird. So zum Beispiel in den Appalachen, USA, wo RAMPS (Radical Action for Mountain People’s Survival) am 25. Juli  mit einer dirkten Aktion und einer großen Mobilisierung – an der sich auch Occupy-Gruppen beteiligen – eine Mine  dichtmachen will. Ganze Berge werden in den Appallachen in die Luft gesprengt um an dünne Streifen Kohle zu gelangen, die darunter liegen. Zerstörte Mondlandschaften, auf denen niemensch leben kann bleiben zurück, was bedeutet, dass Menschen massiv aus der Region vertrieben werden. RAMPS ist eine Gruppe, deren Ziel es ist mit dirrekten Aktionen, die von der lokalen Bevölkerung unterstützt werden, Mountain Top Remouval komplett zu stoppen.  Ende Mai blockierten RAMPS Aktivist_innen 9 Kohle-Trucks und eine Kohle-Fähre. Die Aktivist_innen sind sich einig, dass der Widerstand weiter wachsen muss und diese Aktionen der Anfang einer großen Kampagne sein sollen.

Auch in Schottland gibt es neues vom Anti-Kohle Widerstand. Gerade beginnen die Aktionstage: „take back the land“. Am 14 Juli ist ein Massenaktionstag geplant.

In Deutschland ist weiterhin der Hambacher Forst besetzt, der den größten Braunkohletagebau Europas, den Hambacher Tagebau stoppen soll, und zwei Klimacamps gegen Braunkohle stehen vor der Tür: Eines im Rehinland, direkt neben der Waldbesetzung und eines in der Lausitz.

Für eine weltweite Offensive gegen Kohle!

Skill-Sharing-Camp auf Waldbesetzung im Hambacher Forst

Nach fast 3 Monaten Waldbesetzung im Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen, gegen Europas größten Klimaverschmutzer, das rheinische Braunkohlerevier findet dort nun ein Skill-Sharing-Camp statt. 10 Tage lang sollen Fähigkeiten rund um Aktionsmethoden, aber auch alles andere ausgetauscht werden.
Das Camp findet vom 29.Juni bis zum 08.Juli statt und wird komplett selbstorganisiert stattfinden, was heißt, dass keine Vollverpflegung zu erwarten ist, sondern es nur das gibt, worum sich Menschen selber kümmern.
Ein vorläufiges Programm gibt es auf der Seite: http://hambacherforst.blogsport.de/2012/06/13/vorlaeugiges-programm-fuer-skill-sharing-camp/

Veranstaltungstour: The true Cost of Coal und Braunkohle Widerstand in Deutschland

Besuch des Beehive Collectives aus den USA und befreundete Aktivist_innen der Kampagne ausgeCO2hlt, der WAA und der Waldbesetzung des Hambacher Forstes veranstalten die Infotour: „The true Cost of Coal“ in Deutschland

The true Cost of Coal
In den Appalachen, einem Gebirge im Osten der USA, werden ganze Berge gesprengt, um Kohle abzubauen. Dieses „Mountaintop Removal“ hat verheerende Auswirkungen auf lokale Gemeinden, das Ökosystem und zerstört durch die Kohleverbrennung das Weltklima. Dies alles sind die Kosten für eine vermeintlich billige Energieversorgung im fossilen Kapitalismus. Das Beehive Collective, ein Graswurzelnetzwerk aus Maine, zeigt anhand eines großen Mosaikposters auf eindrückliche Art und Weise den Kohleabbau und den Widerstand dagegen. Seit über 10 Jahren machen sie Touren durch die ganze Welt und schaffen es mit ihrer „story-based education strategy“ komplexe Zusammenhänge graphisch zu dekonstruieren und verständlich zu machen.

Seit Mitte April ist der Hambacher Forst besetzt. Er liegt zwischen Düren und Köln und soll für den Braunkohleabbau vollständig abgeholzt werden. Mit Baumhäusern und direkten Aktionen soll die Ausweitung des Tagebaus Hambach gestoppt werden, um Widerstand gegen den atomar-fossilen Energieriesen RWE zu leisten. Die Waldbesetzer_innen erzählen über den Wald, die Besetzung und ihre Pläne.

Vom 3.-12. August wird es wieder ein Klimacamp in Manheim unweit der Waldbesetzung geben. Das Camp ist ein Ort für Vernetzung, Workshops, Aktionen und ein gutes Leben. Das Klimacamp richtet sich gegen das rheinische Braunkohlerevier, Europas größte CO2 Quelle, um mit einer selbstverwalteten Energieversorgung in eine kohle-und atomfreie Zukunft voran zu schreiten.
ausgeCO2ht berichtet von den Energiekämpfen im rheinischen Braunkohlerevier
und den Klimacamps. In der Lausitz wird es dieses Jahr vom 11.-19.August wieder ein Klimacamp geben. (http://www.lausitzcamp.info/) Ebenfalls stellt das Hausprojekt: die Werkstatt für Aktionen und Alternativen sich vor und Berichtet vom Leben im Rheinischen Braunkohlerevier sowie den Aktionen ausgehend vom Haus.

Die Vorträge werden teilweise in deutsch und in englisch sein.
http://www.beehivecollective.org

Die vorläufigen Tourdaten:

04.06. Klimacamp in der Schweiz
05.06. Freiburg
06.06. Mönchengladbach
07.06. Köln
08.06. Buir
09.06. Wald Besetzung /WAA
10.06. Cottbus
11.06. Leibzig
12.06. Berlin
13.06.Hamburg

 


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Klima-Einheitsbrei

Klimaneutral, oder zumindest klimafreundlich ist heute eigentlich alles: Die Flugreise, der Sprit, die Bundeskanzlerin, die Kohlekraftwerke und die Bildzeitung. Für Klimaschutz zu sein ist also ungefähr so aussagekräftig, wie für Freiheit zu sein. Das ist auch jede. Menschen wachrütteln zu wollen, um ihnen klarzumachen wie schlimm der Klimawandel ist, wie es die meisten Umweltschützer machen ist also sinnlos. Vielmehr müssen die herrschenden Diskurse über den Klimawandel analysiert und angegriffen werden, nach denen der Neukauf eines Autos zum Beispiel ein klimaschonender Akt ist. Und es müssen Utopien einer wirklich klimafreundlichen emanzipatorischen Alternative aufgezeigt werden und einem herrschaftsförmigem Öko-Kapitalismus entgegengestellt werden. Dadurch wird auch klar, dass der K. nicht taugt für Klimaschutz. Denn im K. Muss immer soviel wie möglich produziert werden, und so billig wie möglich, sonst frisst einen die Konkurenz, die eben auf Umweltstandarts scheißt. Und Öko-Sparten wird es immer nur für die Reichen geben, die das Geld haben um sich ihr Gewissen frei zu kaufen. Umwelt- und Klimazerstörung ist immer ein Akt von Herrschaft: Herrschaft über die Natur, Herrschaft über die betroffenen Menschen, Herrschaft über Nicht-menschliche Tiere. Wenn die Betroffenen eines Flughafens- oder Autobahnneubaus selber entscheiden könnten, würde es diese meist nicht geben. Würden die Stimmen derjenigen miteinbezogen, die als erste unter dem Klimawandel leiden werden, wären schon längst effektive Maßnahmen dagegen unternommen worden. Würden Menschen ihre Herrschaft über Nicht-menschliche Tiere beenden, und somit auch die Tierhaltung, würde der größte Emmissionssektor wegfallen und gleichzeitig würden massenhaft Flächen frei, für Aufforstungen, welche der Atmosphäre wiederrum CO2 entziehen würden. Gegen Klimawandel zu kämpfen heißt also immer auch gegen Herrschaftsverhältnisse zu kämpfen.Klima-Einheitsbrei