Seit dem 1. März wird für den Flughafen Braunschweig offiziell -vorläufig- nicht mehr gefällt. Zuletzt, am 25.2. rückte erneut ein Harvester an, um eine Waldfläche ausserhalb des Zauns für ein Regenrückhaltebecken zu fällen. Das Waldstück wurde von ca. 40 Leuten besetzt und die Arbeiten unterbrochen. Der Harvester wurde auf das Flughafengelände gefahren. Leider reichten die Kräfte der Waggumer nicht aus, um die Aktion am nächsten Morgen zu wiederholen.
Gegenwärtig laufen Vermessungs- und in Kürze erste Wurzelrodungsarbeiten. Im Herbst soll in einem zweiten Bauabschnitt der angrenzende Wald “höhenbegrenzt” werden. Dort stehen alte, 25-30 Meter hohe Bäume. Auch soll die Grasseler Strasse, die Verbindung nach Braunschweig, gesperrt und der Durchgangsverkehr durch die Ortslagen umgeleitet werden. Es wird sicher zivilen Ungehorsam gegen die Strassenschliessung geben. Das wäre doch was- schon mal für den Erhalt einer Strasse gekämpft ?
Bis auf weiteres finden die täglichen Waldspaziergänge um 15 Uhr ab Sportheim Waggum -inzwischen 60mal- statt, solange ausreichende Beteiligung vorliegt. Sie sind die beste Gelegenheit für Auswärtige, sich ein Bild von der Lage zu machen und um sich bei den AnwohnerInnen zu informieren. Das Biwak-Zelt ist mutwillig zerstört worden und wir haben es abgebaut, eine Übernachtungsmöglichkeit im Wald steht somit leider nicht mehr zur Verfügung.
Ein Artikel in englisch aus Griechenland gefunden auf de.indymedia über “grüne Entwicklung”. Diese wird auch in der deutschen Linken kaum kritisch betrachtet. Welche ökologischen Negativauswirkungen sie haben kann, gerade dann wenn sie innerhalb herrschaftsförmiger und kapitalistischer Logiken eingesetzt wird, wird wenig diskutiert. In diesem Artikel geht es um griechische Inseln, die zwar nicht verkauft werden sollen (im Zuge der griechischen Pleite) sondern im Rahmen grüner Entwicklung zerstört werden sollen, auch für den Profit deutscher Firmen. Eine Art grünem Neokolonialismus also. Zeigen tut das, dass auch die noch so tollste Technologie zerstörerisch ist, innerhalb zerstörerischen Strukturen.
During the press conference of Papandreou and Merkel, a question to both of them was stated by journalists about the issue of selling the islands of Greece, for the debt reduction. Merkel did not answer, but Gerogey said: “… it is not a solution to sell our islands. WE LOVE THEM and in some years even with the help of Germany may become ideal examples of green development …” (!!!)
‘Auch grüne Technologie kann zerstören’ weiterlesen
AktivistInnen der Gruppe “Transition Heathrow” haben eine ehemalige Gärtnerei besetzt und die Brachflächen in einen öffentlichen Gemeinschaftsgarten verwandelt. Die Fläche ist bedroht vom Bau der 3. Startbahn des Londoner Flughafens Heathrow.
Gegen Mittag besetzten etwa 20 AktivistInnen die Fläche bei Sipson, eines der Dörfer die beim Bau der 3. Startbahn komplett zerstört würden. Nach der Besetzung wurden die neuen Nachbarn und der lokale Widerstand sofort über die Widereröffnung der Gärtnerei als Gemeinschaftsgarten zum Nutzen aller informiert.
Das “Grow Heathrow Projekt” hat zum Ziel den lokalen Nahrungsmittelanbau zu unterstützen in einer Region die ehemals mit die fruchtbarsten Böden Großbrittaniens hatte. “Transition Heathrow” hat dieses Projekt gestartet um zu verdeutlichen, dass ein lokal kontrollierter Nahrungsmittelanbau entscheidend ist um fosile Energien zu überwinden und das Klimachaos zu verhindern.
Die alte Gärtnerei soll aber auch für andere Aktivitäten genutzt werden: Eine Fahrradwerkstatt soll entstehen, eine Kleiderproduktion, Solidaritätsunterstützung für lokale ArbeiterInnen und direct Action Workshops für AnwohnerInnen die die 3. Startbahn verhindern wollen.
Als erstes musste die Gärtnerei aufgeräumt werden, da sich in der Zeit des Leerstandes viel Müll angesammelt hatte.
Amy Summer, eine AktivistIn gegen die 3. Startbahn sagt: ” Wir bekämpfen die 3. Strtbahn seit Jahren, das hat die Gemeinde geprägt. Diese Art von Aktion hift nicht nur die Startbahn zu bekämpfen, sondern auch die Gegend zu regenerieren, lokale Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen und biologischen Anbau zu unterstützen”
Das sympatische an vielen direkten Umweltaktionen in Großbritannien ist, das sie radikal sind von Inhalt und Aktionsform – die Fläche beispielsweiße ist nun besetzt – dass sie es aber auch schaffen den lokalen “bürgerlicheren” Widerstand einzubinden durch nette Ideen, wie besispielsweiße der Gemeinschaftsgarten.
Gestern morgen räumte die belgische Polizei die Waldbesetzung im Lappersfort Forest. AktivistInnen ketteten sich an Bäumen fest, in Baumhäusern und verschanzten sich in unterirdischen Blockadetunneln. Alle wurden von Spezialkräften der Polizei geräumt. 25 AktivistInnen wurden so in Gewahrsam genommen. Einige wollten ihre Personalien nicht angeben, so dass die “Imigrationskontrolle” eingeschaltet wurde. Ein Aktivist wurde in ein Gefängnis gebracht, wegen Immigration. Die AktivistInnen die ihre Personalien angaben wurden nach 12 Stunden freigelassen.
Der Lapperfort Forest war ein Wald der “illegal” auf einer als “Industriefläche” ausgewießenen Brachfläche wuchs. “Gehören” tut die Fläche Suez/Fabricom. Fabriken, Büros und Parkplätze sollen dort entstehen. Und das obwohl 30% der Industriellen Fläche in Brügge leersteht und 65 Industriegebäude nicht benutzt werden.
Eine große Anzahl an Bäumen wurde direkt gefällt innerhalb kürzester Zeit. Die Baumhäuser wurden auch zerstört. Nach Angaben der Polizei wurden 80% der 3,2 Hektar Fläche bereits gerodet.
“Fabricon versucht das Projekt als “sozial wichtig” darzustellen, und sich selber ein grünes Image zu geben” sagt der Aktivist Robin ” In Wirklichkeit stellen sie Profite über die Natur und die Bevölkerung. Egal ob im Amazonas, in Indien oder in Belgien. Dieses Verhalten ist verstärkt zu beobachten bei Multinationalen Konzernen. Sie behaupten grün zu sein, aber wo wir einen Wald sehen, sehen sie eine Spekulationsfläche”

lappersfort.freehostia.
Nach sehr vertrauenswürdigen Quellen soll der Lappersfort Forest in Belgien bei Brügge noch diese Woche gerodet werden. Die Besetzung also auch geräumt werden. Der genaue Termin ist nicht bekannt. Kommt jetzt vorbei und unterstützt die Besetzung, oder macht Solidaritätsaktionen!
Der Lapperfort Forest ist ein Wald der “illegal” auf einer als “Industriefläche” ausgewießenen Brachfläche wächst. “Gehören” tut er Suez/Fabricom. Fabriken, Büros und Parkülätze sollen entstehen. Und das obwohl 30% der Industriellen Fläche in Brügge leersteht und 65 Industriegebäude nicht benutzt werden.
Währenddessen wird der Wald von AktivistInnen besetzt, die die Bäume erhalten wollen und den Park zum selbstbestimmten Zusammenleben nutzen wollen.

In den frühen Morgenstunden des Dienstages, 23. Februar, griffen Anarchistinnen die Royal Bank of Scotland (RBS) an ihrem Hauptquartier in Bristol an. Hintergrund ist die Investition in Tar Sands Projekte von RBS.
Tar Sands ist die dreckigste Form der Ölgewinnung und hat eine unglaubliche Naturzerstörung zur Folge. So werden Urwaldgebiete der Größe von England und Wales zusammen dafür zerstört werden. Wenn mensch bedenkt, dass die Verbrennung von fossilen Rohstoffen und die Rodung von Wäldern, insbesondere von Urwäldern, die beiden größten Verursacher des Klimawandels sind, ist dieses Unternehmen eine Art Dolchstoß für den Planeten. Zudem werden Indigene von ihrem Zuhause vertrieben.
Trotz Straßenverkehr und der Überwachung in der Gegend, schaffte es die Gruppe Fenster einzuschlagen, Farbbomben auf höhere Stockwerke zu werfen, und ein Feuer aus Reifen mitten auf der Straße zu errichten.
“Es könnte eine lange Liste angefertigt werden mit den Vergehen der RBS genauso wie von jeder anderen Bank, aber es reicht festzustellen, dass jede Bank Teil des finanziellen Gefängnisses ist, dass uns alle einkerkert und verarmt. Diese Aktionen werden eskalieren und sich multiplizieren” Heißt es in einer englischen Veröffentlichung.
“Wir widmen diese Aktion allen indigenen AktivistInnen und allen UnterstützerInnen die in Kanada gegen die Tar Sands Projekte kämpfen, in die die RBS investiert, genauso wie allen die gegen die Olympischen Winterspiele kämpfen” heißt es weiter, und: “Diese Aktion findet weiterhin in Solidarität statt mit Alfredo M. Bonanno, Christos Stratigopoulos, Polykarpos Georgiades, Vaggelis Chrisohoides, Giannis Dimitrakis, Gabriel Pombo da Silva (anarchistische Gefangene in Griechenland, und allen Gefangenen/Widerständlern gegen den G20 in London sowie allen anderen Gefangenen aus (?politischen?) Kämpfen”. (Offen bleibt dabei wieso AnarchistInnen hier nicht einfach Freiheit für alle fordern.)
Abschließen tut die Veröffentlichung mit “For international struggle against capitalism and the state”
Die Fällarbeiten an der Moorburgstrasse müssen vorerst unterbrochen werden, was auch heißt dass die Baumbesetzung von Robin Wood, und AnwohnerInnen vorerst nicht geräumt werden wird. Denn das OVG (Oberverwaltungsgericht) hat die Aufschiebende Wirkung der Klage des BUNDs wieder hergestellt. Nun darf also bis zum Hauptsacheverfahren nicht gerodet werden. Vor Ort wird geschätzt, dass dieses Urteil auch dem Druck von unten, also der Baumbesetzung und anderen Protestaktionen der AnwohnerInnen und UmweltaktivistInnen zu verdanken ist.
Hintergründe über das Kohlekraftwerk in Moorburg, für das die Moorburgtrasse gebaut werden soll, gibt es hier bei Robin Wood.
Und übrigens: Dass sich Fußballfans mal für etwas einsetzten was über den Tellerrand der eigenen Mannschaft hinausgeht ist selten. Umso erfreulicher, dass St. Pauli-Fans sich hier auch für den Stopp der Moorburgtrasse einsetzten:

Nach der Ernüchterung vom COP-15 in Kopenhagen, reflektiert die radikale Klimabewegung über sich selbst. Ohne die Klimaproblematik isoliert von anderen Herrschaftsverhältnissen zu betrachten, werde ich diese bewegungspolitischen Fragen angehen und eine mögliche Lösungsperspektive formulieren. Sie entstand aus einer Kombination von ökologisch-emanzipatorischen und entwicklungskritischen (Stichwort: „Entwicklung als Herrschaft“) Ansätzen.
‘Radikale Klimabewegung – Where next?’ weiterlesen
Die für Donnerstag den 25.02.2010 angesetzte Verhandlung gegen zwei AusbaugegnerInnen am Amtsgericht Rüsselsheim wird NICHT stattfinden.
Wie heute morgen bekannt wurde, hat der zuständige Richter Wenner die Verhandlung auf unbestimmte Zeit verschoben, da er keine Zeit für sowas habe.
UnterstützerInnen der Angeklagten vermuten, dass dies auch mit dem kraftvollen Protest bei der Gerichtsverhandlung am vergangenen Mittwoch zusammenhängt.
Das geplante Vorbereitungstreffen am kommenden Mittwoch wird dementsprechend NICHT stattfinden!!!
Sobald ein weiterer Verhandlungstermin bekannt ist, wird er hier veröffentlicht.
Das nächste Gerichtsverfahren gegen eine Ausbaugegnerin findet am 17.03. und 31.03.2010 vor dem Amtsgericht Frankfurt statt. Hierbei wird es unter anderem um eine Baumbesetzung auf dem Rodungsgelände und die Besetzung einer Rodungsmaschine gehen. Eine gesonderte Einladung zur Vorbereitung dieses Prozesses wird in Kürze folgen.
Mitglieder der Umweltorganisation ROBIN WOOD haben heute vor der australischen Botschaft in Berlin dagegen protestiert, dass die letzten Urwälder Tasmaniens abgeholzt und zu Holzhackschnitzeln für die Energie- und Papierwirtschaft verarbeitet werden. Kostümiert als Bäume und Kängurus platzierten die UmweltschützerInnen ein Transparent mit der Aufschrift „Protect Tasmania’s unique forests“ („Schützt die einzigartigen Wälder Tasmaniens“) vor dem Botschaftsgebäude. Außerdem übergaben sie einen Protestbrief an den australischen Premierminister Kevin Rudd, den rund sechseinhalb Tausend BürgerInnen im Rahmen einer ROBIN WOOD-Aktion in den letzten beiden Monaten unterschrieben hatten. Auch neun weitere deutsche Umwelt- und Naturschutzorganisationen unterstützen die ROBIN WOOD-Initiative und fordern einen umfassenden Schutz für die Urwälder Tasmaniens.

