Nach dem Artikel „Greenpeace klettert für die Nation“ gab es hier sehr viele Kommentare vie: „Wer wenn nicht die Menschen sind denn bitte schön der Staat“ oder: „Antideutsche Kleingesiter wie du gehen mir auf den Sack“
Darum hier nochmal etwas zu diesem Thema:
Der Staat ist mehr als nur „die Menschen“. DAs wird schon klar bei der Überlegung welche Menschen gemeint sind: Alle, oder jene die die gleiche Hautfarbe haben, die gleiche Sprache sprechen, oder auf einem bestimmtem Gebiet leben? Wie wird dieses Gebiet bestimmt. Warum bilde ich eine Nation mit Menschen die 1000 Km entfernt leben aber nicht mit den Menschen die 30 km entfernt leben, also fast meine Nachbarn sind? Suche ich mir meine Nation aus, oder werde ich ihr passiv zugeordnet? Bei diesen Fragen wird schnell klar: Die Nation ist mehr als die Summe einiger Menschen. Sie ist eine Kollektiv-Identität, die von oben definiert wird und so lange den Menschen eingeredet wird, bis sie selber sich einer Nation zudefinieren. Mit welchem Zweck? Als Grundlage für einen Staat, der nicht als feindliche Herrschaft gesehen werden will, sondern als „Selbstverwaltung einer Nation“, dieser Staat ist da um das Privateigentum zu schützen und Regeln und Gesetze aufzustellen, und sie mit Repressionsorganen durchzuführen. Also den Menschen die Selbstorganisationsfähigkeit und -möglichkeit zu nehmen.
Was hat das aber nun mit Klimaschutz zu tun?
Umwelt- und Klimazerstörung sind Herrschaftsverhältnisse. Zum einen ein Mensch – Natur – Herrschaftsverhältniss, zum anderen basieren sie aber auch fast immer, auf Herrschaftsverhältnissen unter den Menschen. Bei lokalen Zusammenhängen die selbstbestimmt organisiert sind, gäbe es sehr viel weniger Anreize die Umwelt, oder das Klima zu zerstören. Auch weil die Auswirkungen die Menschen lokal ja selber betreffen würde.
In Kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen macht es beispielsweise Sinn: Zerstörerische Projekte durchzuziehen, um Arbeit zu schaffen und die Konjunktur anzukurbeln. Die jeweils entstandenen Produkte müssen dann oft zusätzlich aufwendig beworben werden um eine Nachfrage zu schaffen.
In einer Herrschaftsfreien Welt würde das so alles keinen Sinn machen, da weder Arbeit als sich etwas positives ist noch eine Produktivität seiner selbst willens.
Wer Klima und Umwelt retten will sollte also immer auch Herrschaftsverhältnisse thematisieren, da diese meist die Grundlage für die Zerstörung sind.
Wer diese Positionen hier als Antideutsch beschimpft, beweist nur sich nie mit der Rolle von Nationen und Staaten bei der Umweltzertörung auseinander gesetzt zu haben. Wahrscheinlich herrscht dort immernoch das Bild des guten Staates, der sich gegenüber der bösen Wirtschaft durchsetzten muss.
Bleibt nur die Frage: Warum sind es Staaten und ihre Repressionsorgane die weltweit Umwelt- und TierrechtsaktivistInnen einknasten?
Übrigens : Nicht alle Menschen die Staaten doof finden, sind antideutsch.