Archive for August, 2009

Der Kelsterbacher Wald ist wieder besetzt

Sonntag, August 30th, 2009

Gestern Abend gegen 19.00 Uhr musste der Fraport-Sicherheitsdienst feststellen, dass zwei Bäume im Kelsterbacher Wald auf der Rodungsfläche für die Landebahn Nordwest besetzt sind. Drei Robin Wood Aktivist_innen haben die Bäume mit zwei Plattformen besetzt und entrollten zwei Transparente mit der Aufschrift „Ausbau stoppen!“ sowie „Amnestie statt Fraport-Justiz“. Sie wollen damit ein Zeichen setzen gegen die anstehende weitere Rodung, die ab 01. September erwartet wird. Den Aktivist_innen geht es gut, sie sind darauf eingerichtet dort längere Zeit auszuhalten. Die Lage ist derzeit entspannt, Verpflegung wird durchgelassen. Die Besetzung ist vom Zaun an der Mainschneise (zweigt von der Okrifteler Straße ab) aus besonders gut sichtbar. Die Aktivist_innen freuen sich über Besuch – also kommt vorbei!

Die Robin Wood Pressemitteilung:

+ + + ROBIN WOOD-Pressemitteilung + + +

Frankfurt, den 29.8.09

* Erneute Baumbesetzung im Kelsterbacher Wald
* Protest gegen Ausbau des Frankfurter Flughafens geht weiter

Drei ROBIN WOOD-KletteraktivistInnen halten seit heute erneut Bäume im
Kelsterbacher Wald besetzt. Sie
protestieren damit gegen die in Kürze wieder beginnenden Rodungsarbeiten
und den Bau der Landebahn Nord-West am Frankfurter Flughafen.

Die AktivistInnen, zwei Männer und eine Frau, erklommen zwei Kiefern auf
dem Rodungsgelände und befestigten dort in etwa 15
Meter Höhe zwei hölzerne Plattformen. Diese sollen es ihnen ermöglichen,
sich dort für längere Zeit aufzuhalten. Zwischen den Bäumen spannten sie
eine Seilbrücke und ein neun Quadratmeter großes Transparent mit der
Aufschrift „Ausbau stoppen!“. Ein kleineres Transparent gegen die
juristische Verfolgung von AusbaugegnerInnen, das die AktivistInnen
ebenfalls in den Baumwipfeln befestigt haben, trägt die Aufschrift
„Amnestie statt Fraport-Justiz“.

Die Aktion richtet sich gegen die – möglicherweise bereits in der
kommenden Woche beginnende – Abholzung des noch verbliebenen
Kelsterbacher Waldes für den Bau einer neuen Landebahn am Frankfurter
Flughafen und die damit verbundenen Klimaschäden. Nach dem Ausbau, den
Fraport bereits 2011 abgeschlossen haben will, soll die Zahl der
jährlichen Flugbewegungen drastisch steigen – von derzeit 500.000 auf
mindestens 750.000; technisch möglich wäre sogar eine Million. Dabei ist
Fliegen die klimaschädlichste Reiseart überhaupt. Wie keine andere
Fortbewegungsmethode treibt sie den globalen Klimawandel voran, unter
dessen Folgen besonders die Menschen im globalen Süden zu leiden haben.
Lokal gesehen bedeutet jede zusätzliche Flugbewegung eine höhere – und aus
Sicht von ROBIN WOOD unzumutbare – Belastung der AnwohnerInnen durch Lärm
und Abgase.

Die AktivistInnen wollen außerdem die Privatisierung von öffentlichem
Raum thematisieren. Noch vor einem Jahr war der Kelsterbacher Wald ein
öffentliches Naherholungsgebiet. Heute werde mit Bauzäunen, NATO-Draht,
Wachdienst und Polizeistreifen verhindert, dass die Menschen ihren Wald
nutzen. Das zeige einmal mehr, wie egal Fraport die Bedürfnisse der
AnwohnerInnen seien.

Die AktivistInnen wollen die Besetzung solange wie möglich
aufrechterhalten und freuen sich über Unterstützung. „Als Anfang dieses
Jahres die Rodungsarbeiten
liefen, kam es immer wieder zu Protestaktionen, die diese zeitweilig
blockierten. Auch nach der Räumung des Widerstandsdorfes und nach dem
Urteil des Kasseler Verwaltungsgerichtshofs, das den Ausbau durchwinkt,
werden die Proteste weiter gehen“, so die BaumbesetzerInnnen. „Wir
werden uns weiterhin gemeinsam mit
AnwohnerInnen und vielen anderen gegen die geplante Landebahn, für eine
Wiederaufforstung der gerodeten Waldflächen und für ein lebenswertes
Rhein-Main-Gebiet einsetzen. Die Landebahn ist noch lange nicht gebaut.“

Das erste Widerstandsdorf im Kelsterbacher Wald war im Mai 2008
aufgebaut und im Februar 2009 mit dem Beginn großflächiger
Rodungsarbeiten gewaltsam geräumt worden. Bis Ende Februar 2009 wurde
die Rodung von rund 145 Hektar Wald abgeschlossen. Vom 1. September
2009 an, wenn die Brut- und Aufzuchtperiode beendet ist, sollen die
restlichen 72 Hektar gefällt werden.

Presse-Kontakt:
Alexander Gerschner, ROBIN WOOD, Tel. 0171 / 835 95 15

* * *
Hinweis für die Berichterstattung vor Ort:
Es ist eventuell nicht möglich, direkt bis zu den besetzten Bäumen zu
gelangen. Von einer Position an der Okriftler Straße, zwischen A3 und
Rüsselsheimer Straße, ist die Besetzung jedoch einsehbar.
Der beste Punkt für Fotos befindet sich an der Mainschneise, wo sie auf die Rodungsfläche trifft.
Dort findet auch der heutige Kuchenstand der BIs statt.

Offensive gegen Massentierhaltung

Dienstag, August 18th, 2009

Aus den Aktivitäten gegen die geplante, größte Ferkelaufzuchtsanlage Europas in Alt Tellin, ging die Idee hervor eine bundesweit (oder gerne auch über Staatsgrenzen hinausgehende) vernetzte Offensive gegen Massentierhaltungsanlagen aufzubauen, da an vielen Orten gerade Massentierhaltungsanlagen geplant sind. Zwar ist Tierhaltung im generellen zu kritisieren, auch ohne Massen (Artgerecht ist nur die Freiheit), dennoch sind die Qualen und die Lebensumstände der Tiere in Massentierhaltungsanlagen verschärft. Außerdem kann thematisiert werden, dass die absurd hohe Nachfrage nach Leichenteilen und Drüsensekreten nicht ohne Massentierhaltung zu stillen wäre, also zumindest eine starke Reduktion dessen Konsums nötig wäre um Massentierhaltung zu überwinden.
Weiter kann thematisiert werden, dass Massentierhaltung nur eine logische Konsequenz der Verknüpfung von Speziesismus und Kapitalismus ist. Durch den Speziesismus wird den Tieren jeder Wert abgesprochen, bevor sie im Kapitalismus dann entgültig zur Ware werden, welche es möglichst gewinnbringend einzusetzen gilt.
Auch der Zusammenhang zu anderen Themenfelder wie zum Beispiel dem Klimawandel soll hergestellt werden. So ist die Tierhaltung zum Beispiel zu größeren Teilen am antropogenem Klimawandel verantwortlich als der globale Verkehr.
Auf dem Tierbefreiungskongress in (27.-30. August auf der Burg Lohra antispekongress) soll das erste Vernetzungstreffen stattfinden um von dort dann Planungstreffen zu organisieren. Die Kampange ist offen für neue Ideen, bring dich ein!
http://antiindustriefarm.blogsport.de/

Gerichtsverfahren gegen Waldbesetzer

Sonntag, August 16th, 2009

Das erste Gerichtsverfahren gegen einen Waldbesetzer findet noch diesen Monat statt. Dieses Jahr fand eine Demonstration zu den Rodungsflächen statt. Dabei drückten 2 Polizeibeamte einen Menschen 10 Minuten lang schmerzhaft gegen einen Holztisch. Vor Gericht stehen aber nicht die Polizeibeamten, sondern der Ausbaugegner: Er soll die Beamten verbal beleidigt haben.

Der Prozeß findet am Mittwoch 26. August um 11 Uhr im Amtsgericht Rüsselsheim (Johann-Sebastian-Bach-Straße 45) statt. Wir rufen dazu auf, den Prozeß kritisch zu begleiten.

Die Gerichtsverfahren gegen AusbaugegnerInnen sind kein Zufall. Sie sollen legitimen und notwendigen Protest verhindern. Diese Strategie des Staates wird nicht aufgehen, wenn wir uns den Repressionsversuch geminsam und solidarisch stellen.

Artikel in der FR
Spendenaufruf für Gerichtskosten

Solidarität mit allen angeklagten AusbaugegnerInnen!

Boehringer Besetzung geräumt

Donnerstag, August 13th, 2009

Der in Hannover seit 6 Wochen besetzte Bauplatz eines Versuchslabors von Boehringer wurde Mittwoch morgens geräumt. Nach neusten Infos waren über 1000 Bullen im Einsatz um 33 AktivistInnen von dem Gelände zu holen. Die Räumung dauerte über 5 Stunden da sich AktivistInnen in Beton Lock-ons festgekettet hatten, von einem Baum und von Häuserdächern geräumt werden mussten. Wieder einmal wurde mit Staatsgewalt das Interesse von tierausbeutenden Konzernen gegen denWillen der Anwohner und die Argumente der BesetzterInnen durchgesetzt. Das empörende ist aber nicht, dass die Polizei in diesem Fall so handelte, sondern der kapitalistische Normalbetrieb, in dem der bürgerliche Staat mit seinen Repressionsorganen dazu da ist das Privateigentum, also die Interessen der Kapitalisten gegenüber anderen zu schützen. In einem solchen System ist es nicht möglich über Argumente oder Protest tierausbeuterische und klimazerstörende Projekte zu verhindern. Deshalb ist massiver Widerstand nötig.

Heute gab es dann eine Spontandemo in Hannover an der über 200 Menschen teilnahmen. 20 Minuten nach der Auflösung der Demo trafen sich 40 Menschen an einer anderen Stelle um eine Straßenparty zu feiern und den Verkehr zu blockieren. Nachdem die Polizei eintraf löste sich schnell wieder alles auf und eine halbe Stunde später ging es wieder an einer anderen Kreuzung weiter. So wiederholte sich das einige Male bis jetzt.

Das Klimacamp 2009 Rhein-Main findet nicht statt

Dienstag, August 4th, 2009

Von waldbesetzung.blogsport.de:

Als Alternative werden wir ein Wirkungsvolles, von Dynamik und Interessanten Inhalten geprägtes Wochenende im Kelsterbacher Wald (an der Wahnwache) durchführen. Die Wahnsinns Tage.
Nach einer längeren Diskussion in der Orgagruppe, unter Abwägung der politischen Ziele und des finanziellen/organisatorischen Aufwandes sind wir zu dem Schluss gekommen, dass für die Erreichung unserer Ziele diese Alternative die bessere ist.
Ein weiterer Grund sind die anhaltenden Repressionen gegen die AktivistInnen. Hierbei geht es um die Strafverfolgung gegen eine große Zahl von Menschen die sich in den Protesten engagiert haben. Dabei nutzte die Polizei jede Möglichkeit aus die ProtestlerInnen mit Ermittlungen zu überziehen. Begleitend dazuein Aufgebot von mehren tausend PolizistInnen und mehreren hundert privaten Securitys. Mit überzogenen Strafbefehlen und konstruierten Tatvorwürfen versuchen die staatlichen Repressionsorgane den Widerstand einzuschüchtern. Über Auflagen und einem zugesprochenen Ort für das Klimacamp versuchte die Polizeiführung mit Hilfe der lokalen Politik aus Mörfelden und Kelsterbach uns zu kontrollieren, einen neuen Plan zu entwickeln um Widerstand erneut zu Unterdrücken.
Dieser Plan wird aber nicht aufgehen.
Der Zeitpunkt für eine solche Veranstaltung ist im Hinblick auf die sich zuspitzenden sozialen und ökologischen Konflikte in der Region mit globalen Auswirkungen auf die Menschheit notwendig.
Einzelpersonen und Kleingruppen, die sich auf das Klimacamp vorbereitet haben können sich auch weiterhin uneingeschränkt an diesem Wochenende einbringen. Es soll ein Ort für Netzwerke des uerdenkens und Querhandelns sein. Es soll Raum geben für vielfältige Aktionen, für sinnlich erfahrbaren Protest und Widerstand.
Kulturelles, Vorträge und Workshops werden an der Wahnwache in Kelsterbach stattfinden. Alles andere ist von der Spontanität und der Selbstorganisation der Teilnehmer abhängig.

Also kommt zu den Wahnsinns Tagen vom 21. -23 August.
Für Vorbereitungen könnt ihr gerne früher nach Kelsterbach kommen, gute Laune und Schlafplätze sind sicher !

Ergänzung: Einige AktivistInnen rufen dazu auf, sich bereits ab dem 15. August in der Mahnwache zu treffen. Von dort ausgehend soll es dann selbstorganisierte Weiterbildung, Diskussionen und Aktionen zu den Themen Flughafenausbau, emanzipatorische Ökologie und Repression gegen ökologische und soziale Bewegungen geben.
Platz für Zelte und eine Küche sind vorhanden.