Tadzio Müller sitzt in Kopenhagen in Gewahrsam, weil ihm Vorgeworfen wird an der Planung der heutigen Aktion beteiligt zu sein. Freiheit für ihn, genauso wie für alle anderen Gefangenen!
Für die Presse genauso wie für die linke Szene ist er aber nicht nur ein Gefangener, wie jeder andere auch. Denn er ist der „Sprecher des Climat Justice Action Netzwerkes“, in einer Pressemitteilung von alxis Passandakis ist Tadzio „einer der führenden Köpfe der sozialen Bewegung“ und die taz übernimmt diese Formulierung. Diese Reproduktion von StellvertreterInnenpolitik auch in der Szene ist ekelhaft.
Alexis Passandakis ruft dazu auf Solidemonstrationen gegen die Verhaftung von Tadzio Müller zu organisieren, und behauptet es hätte solche auch schon gegeben. Wohlgemerkt nicht für die Freilassung aller Gefangenen, sondern für die von Tadzio Müller.
Nur weil Tadzio Müller es bestens versteht die Proteste zu vereinnahmen und zur eigenen Profilierung zu nutzen, ist seine Ingewahrsamnahme nicht schlimmer als die von anderen.

Tadzio Müller ist geübt darin Proteste zu vereinnhamen. So bildete er auf dem Klimacamp 08 in Hamburg zusammen mit Alexis Passadakis und Ines Koburger das Presseteam, welches die gesamten Proteste vereinnahmte und Menschen die die Pressearbeit aus kritischer Sicht unterstützen wollten, aus dem Pressezelt prügelte.
Die taz nannte ihn den Importeur des Klimacamps, und dort erzählte er auch breit, wie er das Klimacamp nach Deutschland holte, obwohl es eine ganz andere Gruppe war, die die Idee dazu hatte, die Vorarbeit leistete und dann unter anderem durch Tadzio Müller und Alexis Passandakis vereinnahmt wurde.

Wer Tadzio Müller aus den tausenden Verhafteten hervorhebt folgt der gleichen Logik, nachder Tote irgendwo auf der Welt erst nennenswert werden, wenn es irgendwelche Stars oder deutsche sind, die ums Leben kommen.