Das ist das offizielle Ergebnis der medial aufgeputschten und mit tausenden Bullen und neuen Präventivgesetzen gesicherten Klimakonferenz Kopenhagen. Dieses Ergebnis verdient Applaus. Ist es doch eigentlich die Selbstaufgabe ihrerselbst. Für jene die sich lieber im Fernsehsessel zurücklehnen und andere die Probleme dieser Welt lösen lassen, mag dieses Ergebniss sicher enttäuschend sein. Heißt es doch dass „die da oben“ nicht bereit sind (oder nicht gut genug organisiert) so zu tun, als ob sie das Problem Klimawandel wirklich lösen wollten.
Und genau das ist der größte Erfolg der Konferenz: Niemand braucht sich mehr Illusionen hinzugeben.

Denn, sich darauf zu einigen den Klimawandel auf 2°C begrenzen zu wollen, ohne konkrete Schritte einzuleiten ist absurd. Sind 2° Erwärmung doch genau das was aufgrund des derzeitigen Treibhausgaßausstoßes unumgänglich ist. Der Klimawandel tritt nämlich nicht direkt auf, sondern mit etwa 30 Jahren Verspätung. Das bedeutet dass die Erderwärmung, die wir heute haben, im Vergleich zum vorindustriellen System (0,7 – 0,8 Grad) das Ergebnis ist der Emmissionen von 1970 – 80. Die Emmissionen von heute werden vorraussichtlich zu etwa 2°C Erwärmung führen. Genau diese 2°C Erwärmung sind der Knackpunkt, an dem sich der Klimawandel vermutlich verselbstständigen wird. Dies passiert durch positive Rückkopplungseffekte. Solche sind zum Beispiel die sibirischen Permafrostböden, die tauen, und dadurch Methan freisetzen, wodurch der Klimawandel weiter vorangetrieben wird. Ab einem gewissen Punkt liegt es also nicht mehr in der Möglichkeit von Menschen den Klimawandel zu begrenzen.

Dieser Punkt liegt also etwa bei jenen 2°C die sowieso unumgängig sind, und die nun von der Klimakonferenz als die vereinbahrte Höchstgrenze vereinbahrt wurde. Alles andere wäre ja auch ein Zugeständniss an den Klimakollaps. Diese 2°C allerdings wirklich einzuhalten, würde heißen alle Emmissionen sofort zu stoppen, also jede Verbrennung von fossilen Energien zu beenden. Selbst dann wäre es unsicher ob positive Rückkopplungseffekte verhindert werden könnten. Dafür müssten Wideraufforstungen vorangetrieben werden und weiteres um der Atmosphäre wieder CO2 zu entziehen.

Es wurde vereinbahrt, den Klimawandel auf 2°C zu begrenzen, und trotzdem laufen die Kohlekraftwerke und die Autoproduktion noch. Die Fleischproduktion wurde noch nicht gestoppt und der Flugverkehr noch nicht eingestellt.
Gewissermaßen ist diese Vereinbahrung also der Aufruf dazu den Kapitalismus zu überwinden, und sich selber in emanzipatorischen nach-fossilen Gesellschaften zu organisieren. Denn, dass in einer marktförmig organisierten, auf Konkurenz zwischen Konzernen und zwischen Nationalökonomien basierten Wirtschaftsweiße, und eine auf Fremdbestimmung und Repression basierten Politik, nötige Maßnahmen um den Klimawandel unter 2°C zu begrenzen nicht denkbar ist, ist zwar eigentlich logisch, die Klimakonferenz ist aber die beste Bestätigung dafür.

Die Konferenz ist ein Aufruf, die Dinge selber in die Hand zu nehmen, aus den Fernsehsesseln aufzustehen und der herrschenden Realität solange Steine in den Weg zu legen bis nichts mehr läuft, und dann eine selbstorganisierte, emanzipatorische Gesellschaft aufzubauen, in der die einzelnen Menschen im Mittelpunkt eines jeden Handelns stehen, also auch deren Bedürfnisse, die eigenen Lebensgrundlagen nicht zu zerstören, und nicht die systemimmanente Wachstumslogik des Kapitalismus.

In den bürgerlichen Medien, wird der Gipfel als gescheitert dargestellt. Wie schon gesagt, gescheitert ist er in dem Sinne, dass das Vertrauen in die bestehende Herrschaftssysteme, das Problem zu lösen in Gefahr ist zu schwinden. Die Schuld des Scheiterns wird sich nun gegenseitig in die Schuhe geschoben, und dabei versucht die eigene Nation als die eigentlichen Klimaschützer zu inszenieren. Besonders schön macht das zum Beispiel Deutschland. Also eines jener Länder, die den größten pro Kopf Ausstoß haben, sich aber als die Vorantreiber des Klimaschutzes inszenieren. Schuld an dem Scheitern sind dabei dann immer die Chinesen.