Archive for Januar, 2010

Mainshill Solidarity Camp geräumt

Sonntag, Januar 31st, 2010

Frei übersetzt von: earthfirst.org.uk

Am 5. Tag der Räumung wurde das besetzte Camp nun fertig geräumt. Die beiden letzten BesetzerInnen wurden aus dem schnell schrumpfenden Wald gezerrt und  in Gewahrsam genommen. Insgesamt wurden 45 Festnahmen über die Zeit der Besetzung gemacht und 70 Menschen ließen sich räumen, oder unterstützen die geräumten von außen. Während allen 5 Tagen konnte mensch sehen, wie der Staat Gewalt ausübt, gegen jene die positive Veränderungen bewirken wollen, und wie der Filz zwischen RichterInnen, Bullen und Konzernen funktioniert. Die letzten 5 Tage sahen aber auch mutigen Widerstand und AktivistInnen die sich solange dem Räumungsteam widersetzten bis sie an Händen und Füßen mit Kabelbindern gefesselt abtransportiert wurden und UnterstützerInnen, die 24 Stunden am Tag der Kälte ausharrten und auch Nachtwachen abhielten.

Die Räumung ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer lokalen Widerstandsbewegung und radikaler direkten Aktionen in der Region (wo viele andere Braunkohletagebauten entstehen sollen). Aus Aktionen wie dem Lahmlegen des zentralen Verladebahnhofs für Braunkohle (was am Mittwoch bereits zum 3. Mal passierte) und lokalem Engagement und Solidarität woraus die 7 monatige Besetzung resultierte lässt sich eine positive Veränderung in Richtung radikalem Umweltschutz in Schottland ableiten.

Aber wohin als nächstes gehen? Wir haben diese gierigen Kapitalisten dort getroffen, wo es ihnen am meisten Weh tut – an ihrem Geldbeutel – und wir freuen uns darauf zu hören wieviel es ihnen insgesamt gekostet hat. Über 30 direkte Aktionen fanden in den letzten 12 Monaten statt, und zwar ohne der Räumung. Maschinen wurden zerstört, Gesundheitsstudien veröffentlicht und Bündnisse geschmiedet mit denen die von Schwerindustrie und dem Klimawandel geschädigt werden.  Wir haben Tunnel gegraben, Bäume verteidigt und haben Bagger blockiert.

Das Solidaritätscamp wurde nun geräumt – Der Widerstand geht weiter.

„Grüner Kapitalismus“ zerstört selbstorganisierte Gemeinschaften

Samstag, Januar 30th, 2010

In Chiapas, dem südlichsten Budesstaat Mexicos, halten die Zapatistas viele Dörfer und Landstriche besetzt, und leben in Autonomie, unabhängig von jeder Regierung. Denen sind die Zapatistas deßhalb natürlich schon länger ein Dorn im Auge. Denn wo Menschen selbstorganisiert leben und wirtschaften, dort lässt sich aus einer ganzen Region nichts verwertbares rausholen. Und nun wurde erkannt, dass sich mit „grünem Tourismus“ Kohle machen lässt. Da stören selbstverwaltete Dörfer natürlich. Regenwälder werden gefällt, für Hotels u.s.w. Aber diese werden dann „Alternativ“ und „Grün“ hergerichtet,  so dass das niemandem mehr auffällt. Drum werden diese selbstverwalteten Gemeinden dann mit bruteler Polizeigewalt geräumt. Das absurdeste: Oft geht der Staat gegen die Zapatistas vor, durch die Umweltbehörde, weil die Zapatistas, anscheinend Umweltstandarts nicht einhalten würden.

Gefunden auf Indymedia

Am 29. Januar 2010 meldete die Junta der Guten Regierung von La Garrucha, dass am 22. Januar eine Militäroperation mit vier Helikoptern in der Gemeinde Laguna San Pedro im autonomen Landkreis Ricardo Flores Magón durchgeführt worden sei. An dem Angriff nahmen laut Angaben der Zapatistas Polizeieinheiten, die mexikanische Bundesarmee sowie Funktionäre der föderalen Umweltbehörde Profepa teil. Begleitet wurden sie von Journalisten und Kamerateams. Der zapatistische Rat beschuldigt die staatlichen Sicherheitskräfte folgender Delikte: Abbrennen der Häuser, Zerstörung von Obstbäumen, Plünderung des Kooperativenladens sowie Diebstahl von Werkzeugen und Grundnahrungsmitteln wie Bohnen und Mais. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind später offenbar unter Zwang per Hubschrauber in eine Notunterkunft nach Palenque geflogen worden. Verantwortlich gemacht wird die Bezirksregierung, die Regierung des Bundesstaates Chiapas von Juan Sabines und die föderale Regierung unter Felipe Calderón. Die Zapatistas prangern an, dass die Regierung einerseits von Dialog und friedlicher Umsiedlung spricht und gleichzeitig gewaltsam gegen Dörfer ihrer Organisation vorgeht. Die Angehörigen des Rates von La Garrucha beziffern den Schaden auf 585.155 mexikanische Pesos (über 32.000 Euro). Als Hintergrund der Räumung vermuten die Zapatistas den Ausbau des so genannten „Öko-Tourismus“ in der Region.

Mainshill: Räumung Tag 4

Freitag, Januar 29th, 2010


Der Räumung ging gestern am vierten Tag weiter mit der Räumung der Kletter-AktivistInnen aus den Berg-Ahörnen, wo es am Tag zuvor, zu den extrem gefährlichen Einsetzen des Räumungsteams kam. Dort wurden 5 Menschen geräumt. Das versteckte Baumkronen-Camp, bekannt als ‘Ewok Village’ wurde ebenfalls geräumt durch hart anpackende Kletterer. Insgesamt wurden 9 AktivistInnen festgenommen.

Eine rießige Anzahl schweres Gerät wurde inzwischen für die Räumung aufgefahren, Möglichkeiten die Arbeiten vor Ort zu stoppen gibt es also eigentlich überall. Anscheinend ist es möglich noch auf die Fläche zu gelangen.

Update: Räumung in Mainshill

Donnerstag, Januar 28th, 2010

Am Mittwoch, dem dritten Tag der Räumung wurden weitere 7 weitere BesetzerInnen geräumt und in Gewahrsam genommen.

Während die Taktiken des National Eviction Team (NET) zunehmend brutaler und aggressiver werden, bleibt die Stimmung unter den BesetzerInnen stark. Es konnte bisher erst ein Kletterer geräumt werden. Es wurden aber Baumhäuser mit Bulldozern zerstört,  und die Kletter-AktivistInnen wurden über Nacht ohne Schlafmöglichkeit und ohne Netz gelassen. Bäume wurden in 50 Meter abstand zu besetzten Bäumen gefällt, was Lebensgefährlich ist. So hat der 3. Räumungstag zweifel an der Kompetenz der NET gestreut. Während der Bulldozer auf das Bumhaus zufuhr, um es zu zerstören wurde die NET von BeobachterInnen gewarnt, dass dieses Vorgehen lebensgefährlich ist, das interessierte aber niemanden.

Ein Baumhaus, ein Netz und ein Skyraft wurden von BesetzerInnen befreit. Das Tunnel-Räumungs-Team arbeitete die ganze Nacht um die unterirdischen Verteidigungsvorrichtungen zu entfernen.

Die 26 AktivistInnen, welche in den letzten beiden Tagen festgenommen wurden, wurden alle auf Kaution freigelassen. Vorgeworfen wird ihnen Hausfriedensbruch (?  „breach of peace“) oder „section 68(1) of the Criminal Justice and Public Order Act 1994“

Verladebahnhof bei Mainshill blockiert

Donnerstag, Januar 28th, 2010

Während die besetzte Fläche gegen den Braunkohleabbau in Mainshill gerade geräumt wird, hat ein Aktivist einen Kohle-Verlade-Güter-Bahnhof, den Ravenstruther coal rail terminal, für 5 Stunden komplett lahmgelegt, indem er sich an einen mit einem Lock-on festkettete. Er kletterte am Donnerstag morgen um 9:00Uhr auf einen Bagger und kettete sich fest.
15 Laster voll mit Kohle konnten so die Verladestation nicht erreichen und mussten so ihre Ladung wegwerfen, und der Kohlezug, welcher gerade beladen wurde, wurde ebenfalls gestoppt.

Die Aktion fand statt in Solidarität mit der Besetzung gegen den neuen Braunkohletagebau in Mainshill, welche gerade geräumt wird.
Der Verlade-Güter-Bahnhof Ravenstruther coal rail terminal, ist der wo auch die Braunkohle welche in Mainshill abgebaut wird verladen werden soll, um dann nach Süden gefahren zu werden um in Kohlekraftwerken wie DRAX verbrannt werden. DRAX ist das Kohlekraftwerk, welches am meisten CO2 in ganz Großbritannien in die Luft bläst und wo das erste Camp of Climate Action stattfand.

Die Regierung plant 33 neue Braunkohletagebaue in Großbrittanien. Braunkohle ist die dreckigste Form der Energiegewinnung. Auch in Deutschland wird Braunkohle abgebaut.

Ein Aktivist in Mainshill sagt: „Während das Klimachaos exponentiell wächst, wird es immer wichtiger Widerstand zu leisten gegen die weiter wachsenden Industrien der fossilen Energien, und sie zu blockieren. Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, um den Abbau, den Transport und die Verbrennung fossiler Energien, so unprofitabel wie möglich zu machen, und jeden Schritt von der Mine bis zum Kraftwerk bekämpfen.“


Jetzt: Räumung des Solidaritäts-camps in Mainshill

Dienstag, Januar 26th, 2010

Gerade wird das Mainshill Solidarity Camp in Schottland geräumt.
7 Monate lang war die Fläche besetzt gegen den geplanten Braunkohleabbau und in Solidarität mit den anliegenden Gemeinden die sich seit Jahren gegen diesen und andere Braunkohleabbaugebiete wehren. Und gestern früh begann nun die Räumung. Sie wird allerdings einige Tage dauern, da es AktivistInnen gibt, die sich in Blockade-Tunneln verschanzt haben. Diese Technik ist in Großbrittanien weit verbreitet, und Räumungen dauern so schonmal mehrere Wochen.

Eine britische Besonderheit ist auch, dass nicht die Bullerei die Räumung durchführt, sondern eine Firma, mit dem Namen UK Evict. Sie wird lediglich durch 10 Bullen unterstützt.

Updates der Räumung:


  • 18Uhr (Ortszeit), Dienstag der 26.01:

    An diesem Morgen beseitigte das Tunnel-Team erfolgreich den sich ausbreitenden Schaum, der die erste Türe blockierte. Sie steckten eine Kamera in den Tunnel, und brachten eine Person
    raus. Ein Demonstrant wurde wegen Verstoß gegen einen Platzverweis (brach of peace) in Haft genommen. Für die vielschichtige Verteidigungsbastion, bekannt als brauchte es den ganzen Tag zum räumen. Kletterer brachten die letzten zwei Besetzer mit Einbruch der Abenddämmerung herunter.
    Drei weitere Protestierende hielten den ganzen Tag über eine Kiefern-Plantage besetzt, bevor sie geräumt wurden, jedoch besetzt einer auch weiterhin einen Baum, da das Kletterteam für die Nacht über ging.
    Wenngleich mensch die genaue Anzahl nicht weiß, sind immer noch viele Protestierende dort oben angekettet.
    Das Tunnel-Team wird auch die Nacht durch wieder am Werke sein, aber es gibt viele Wege in die „Zone“ für die, welche sich der Räumung von innen heraus wiedersetzen wollen, und andere Rollen, dür jeden der von auserhalb Unterstützung leisten will.
  • 9Uhr (Ortszeit) Dienstag, der 26.01:
    Der Räumdienst (Bailiffs) & die Polizei arbeiten die ganze Nacht hindurch, mit nur 2h Pause
    -Komm hier hoch, wenn du kannst!
  • (mehr …)

Landwirtschaft und Klimawandel

Montag, Januar 25th, 2010

Die globale Landwirtschaft ist zu sehr hohen Teilen mitverantwortlich am Klimawandel. Wieviel genau, darüber wird gestritten. 18% hieß es bisher. Einer neuen Studie zufolge ist aber allein die Tierhaltung (mit allen dazugehörigen Sektoren) für 50% des Klimawandels verantwortlich. Jedenfalls sind die emmissionen der Landwirtschaft extrem hoch. Woran liegt das?

  • Wie schon erwähnt ist die Tierhaltung der größte Faktor. Dieser unterteilt sich wieder in zwei weitere:
    1. Die Landnutzungsänderungen, sprich das Roden, oder abfackeln von (Regen-)wäldern, für den Futtermittelanbau, oder die Viehhaltung. In Wäldern, insbesondere in Regenwäldern ist extrem viel CO2 als Kohlenstoff gespeichert, im Holz und in dn Böden. Bei der Rodung oder verbrennung werden diese frei. Da durch die Tierhaltung nur jede 7. pflanzliche Kalorie beim Menschen ankommen, sind weitaus mehr Anbauflächen nötig, als es bei einer rein pflanzlichen Ernährung wäre.
    2. Der Methanausstoß von Rindern ist tatsächlich ein relevanter Faktor.
  • Beim massiven Stickstoffdüngereinsatz in der industrialisierten Landwirtschaft wird das Lachgaß genannte Treibhausgaß Distickstoffmonoxid frei. Eine weitere Folge des Stickstoffdüngereinsatzes ist deren sickern ins Grundwasser sowie in Flüsse und Seen, wo sie für tote Zonen sorgen in denen kein Leben mehr möglich ist.
  • Die Verbrennung von Biomasse: Geerntete Felder werden abgebrannt oder ähnliches
  • Beim Reisanbau entsteht ebenfalls Methan
  • Weitere Ursachen könnt ihr in der Grafik sehen
  • Die industrielle Verarbeitung sowie der Transport von Lebensmitteln sind hier noch nicht eingerechnet

Was tun?

  • Tierhaltung nicht unterstützen sondern bekämpfen! Nicht nur dass diese endloses Leid erzeugt, sowie eine systematische Ausbeutung von Lebewesen darstellt. Sie trägt auch zu einem extrem großen Anteil zum Klimawandel teil. Zum einen bedeutet das, keine tierischen Produkte zu konsumieren (insofern sie nicht aus den nicht mehr verwertbaren Überresten der Konsumgesellschaft stammen) Zum anderen heißt das die Tierhaltung anzugreifen, in den Diskursen und in der Praxis. Zur Zeit werden zum Beispiel massenhaft neue Tierfabriken in Deutschland gebaut.
  • Die industrielle Landwirtschaft nicht unterstützen! Das heißt entweder Alternativen dazu aufzubauen oder zu unterstützen, oder nur von den nicht mehr verwertbaren Überresten der Konsumgesellschaft zu leben.

Wideraufforstung im Querumer Forst

Sonntag, Januar 24th, 2010

Bisherige Artikel zu dem Thema: 1, 2, 3, 4, 5, 6

Am heutigen Sonntag, wurde der zuvor für den Flughafenausbau des Braunschweiger Flughafens gerodete Querumer Forst von engagierten FlughafengegnerInnen wider aufgeforstet.

Anwesend waren auch Robin-Wood-KlettererInnen die ein Transparent aufhängten mit der Aufschrift: Gesucht: Umweltzerstörer mit 2 Buchstaben!

Die Popelzei ist nicht gerade mit einem Großaufgebot anwesend, und hat die Situation auch nicht wirklich unter Kontrolle.

Al Gore – Eine bequeme Unwahrheit!

Sonntag, Januar 24th, 2010

Nachdem Al Gore bereits mit seinem Buch „eine unbequeme Wahrheit“ bewies wie verquer mensch das Thema Klimawandel betrachten kann, bringt er nun ein neues Buch auf den Markt: „Wir haben die Wahl – ein Plan zur Lösung der Klimakrise“. So großspurig wie dieser Title ist auch das Format: Quadratisches Großformat, und 416 Seiten. Diese bestehen allerdings eigentlich nur aus Bildern. Mensch kann sich das etwa so vorstellen, wie einen Stern: drei Seiten Großbilder, und auf der vierten ist dann eine kleine Spalte am Rand mit Text.

Da ich mich aufopfern werde dieses Buch zu lesen, wird es hier ab jetzt des öfteren Beiträge über dieses Buch geben.

Gleich zu beginn erstaunt Al Gore durch unerwartet radikale Ausbrüche:

„Tatsächlich stellt die Klimakrise eine in der Geschichte einmalige Gelegenheit dar, endlich entschlossen gegen die vielen, lange vernachlässigten Ursachen von Leid und Elend vorzugehen, künftigeren Generationen ein gesünderes und reicheres Leben zu bieten und bessere Vorraussetzungen für ihr Streben nach Glück zu schaffen.

(mehr …)

Klimaskeptiker wieder auf dem Vormarsch?

Samstag, Januar 23rd, 2010

Seit die Gefahr des Klimawandels bekannt ist, oder zumindest seit über diese öffentlich debattiert wird, gibt es auch die Klimaskeptiker. Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, auch gegenüber der offiziellen Wissenschaft kritisch zu sein, da auch diese in den Interessen der Herrschenden forscht. Doch bei den KlimaskeptikerInnen geht es nicht um kritisches Denken, sondern in fast allen Fällen, stehen dahinter mächtige Lobbygruppen, die versuchen Zweifel zu streuen. Alleine dadurch, dass es WissenschaftlerInnen gibt, die behaupten es gäbe keinen Klimawandel, oder dieser sein nicht menschengemacht, bleibt der Klimawandel im öffentlichen Diskurs etwas umstrittenes und unklares.

Eine dieser Kampangen ist beispielsweiße, die Global Climat Coalition: 1989 gegründet von der PR-Agentur Burson Marsteller (die für jeden Scheiß in der Welt die PR-Arbeit macht, sei es für Gentechnik, Atomkraft, Kriegsgerät, oder was auch immer) im Auftrag von Öl- und Kohlekonzernen sowie Autoherstellern, mit dem Ziel Klimaschutzprogramme zu verhindern. Es wurde versucht den Klimawandel zu diskreditieren, Wissenschaftler wurden bezahlt dafür dass sie einen menschengemachten Klimawandel versuchten zu widerlegen. Gleichzeitig wurde Angst gemacht vor wirtschaftlichen Folgen der Klimaschutzprogramme, und es wurde gefordert erst dann Klimaschutz zu betreiben wenn die Entwicklungsländer dies auch tun. Mit dieser Kampange wurde der Klimadiskurs zumindest in Amerika bis heute stark geprägt.
(mehr …)