Gerade wird das Mainshill Solidarity Camp in Schottland geräumt.
7 Monate lang war die Fläche besetzt gegen den geplanten Braunkohleabbau und in Solidarität mit den anliegenden Gemeinden die sich seit Jahren gegen diesen und andere Braunkohleabbaugebiete wehren. Und gestern früh begann nun die Räumung. Sie wird allerdings einige Tage dauern, da es AktivistInnen gibt, die sich in Blockade-Tunneln verschanzt haben. Diese Technik ist in Großbrittanien weit verbreitet, und Räumungen dauern so schonmal mehrere Wochen.

Eine britische Besonderheit ist auch, dass nicht die Bullerei die Räumung durchführt, sondern eine Firma, mit dem Namen UK Evict. Sie wird lediglich durch 10 Bullen unterstützt.

Updates der Räumung:


  • 18Uhr (Ortszeit), Dienstag der 26.01:

    An diesem Morgen beseitigte das Tunnel-Team erfolgreich den sich ausbreitenden Schaum, der die erste Türe blockierte. Sie steckten eine Kamera in den Tunnel, und brachten eine Person
    raus. Ein Demonstrant wurde wegen Verstoß gegen einen Platzverweis (brach of peace) in Haft genommen. Für die vielschichtige Verteidigungsbastion, bekannt als brauchte es den ganzen Tag zum räumen. Kletterer brachten die letzten zwei Besetzer mit Einbruch der Abenddämmerung herunter.
    Drei weitere Protestierende hielten den ganzen Tag über eine Kiefern-Plantage besetzt, bevor sie geräumt wurden, jedoch besetzt einer auch weiterhin einen Baum, da das Kletterteam für die Nacht über ging.
    Wenngleich mensch die genaue Anzahl nicht weiß, sind immer noch viele Protestierende dort oben angekettet.
    Das Tunnel-Team wird auch die Nacht durch wieder am Werke sein, aber es gibt viele Wege in die „Zone“ für die, welche sich der Räumung von innen heraus wiedersetzen wollen, und andere Rollen, dür jeden der von auserhalb Unterstützung leisten will.
  • 9Uhr (Ortszeit) Dienstag, der 26.01:
    Der Räumdienst (Bailiffs) & die Polizei arbeiten die ganze Nacht hindurch, mit nur 2h Pause
    -Komm hier hoch, wenn du kannst!
  • 16Uhr (Ortszeit), Montag der 25.01:
    19 Verhaftungen soweit, von 60 Leuten, die über das Wochenende geblieben waren. Flutlichter rundherum, daher ist das Camp nicht mehr sicher. Die Zwei Hauptbarrickaden, der Bunker und die Buckfast-Gemeinde (buckfast-communal) wurden geräumt (JBC-ed), wobei die eingelassenen Lock-ons im Bunker eine echte Herausforderung für den Räumdienst darstellten.
    Bei drei Baumhäusern in „Buckfast“ musst das Kletterteam hart für sein Geld arbeiten, da die Portestierenden Laufwege besetzten sowie in die Höchsten Wipfel der Bäume kletterten.
    Hinter einer der Barrikaden, kostete ein zweilagiger Tripod von dessen Spitze eine prismaförmige „Wolkenpritsche“ (Skyraft) hing, der NET weitere 3 Stunden.
    Mit der Zeit musste mensch sich doch geschlagen geben, da die NET ihren eigenen Weg bis überhalb der Pritsche baute, eigene Seile um diese herumzog, die andren Seile kappte, und die Pritsch zu Boden senkte.
    In einem spektakulären Anfall risikoreichem Benehmens, brachte die NET nun die zweilagige Tripod Konstruktion zu Fall, indem sie es kickte.
    Ein Baumhaus über dem Bunker, der Bunker selbst (welcher über dem Tunnel ist) blieben drei weitere Sunden standfest. Das Tunnel-Team arbeitete die ganze Nacht, doch schaffte lediglich
    den Eingang des Tunnels zu entblösen.
  • 25.01.2010:
    Diesen Morgen um 8.30 kamen circa 25 Angestellte einer privaten Räumungsfrima unterstützt von 10 Polizisten und begannen ihren frühmorgendlichen Überfall auf das Mainshill Solidarity
    Camo in Süd Lanarkshire zwecks Räumung.
    Der Räumdienst handelt im Auftrag des Landbesitzers Lord Home, der durch die Erlaubniss für den Abbau von 1.7 Millionen Tonnen Kohle durch Scottish Coal in Mainshill Wood nähe dem Ort Douglas, Profit macht. Trotz des rießigen Polizei & Räumdiensteinsatzes, bleiben die AktivistInnen, in ihren Tunneln, hinter ihren Barrikaden, ihren befestigeten Türmen und Baumhäusern. Eine ungeheure Menge kam am Wochenende aus allen Teilen des Landes.
    Die Räumung wird Wochen dauern, und den Landbesitzer Millionen Kosten. Durch die Verspätung der Mine und die Kosten der Räumung, werden andere abgeschreckt, die weiteren Kohlebau „entwickeln“ möchten, erhofft mensch sich.
  • Hintergründe über die Besetzung

    Das Camp wurde vor 7 Monaten besetzt, aus Solidarität mit Gemmeinschaften im Douglas Valley, die schon seit 10 Jahren gegen diese Pläne kämpfen. Daher wurde es wohlwollend aufgenommen, viel Proviant & anderes wurde von den Nachbarn gespendet u.a. ein vollständiges Weihnachtsmahl.
    Die Einrichtung des Camps hat eine Reihe von Direkten Aktionen gegen Bergbau in Mainshill hervorgerufen, ein notwendiger Schritt, da 650 Briefe mit Bedenken gegen die Mine vom Süd Lanarkshire Landratsamt, welches die Erlaubniss für den Abbau erteilte, nicht beachtet wurden.
    Die anliegenden Gemeinden sind bereits gesundheitschädlichen Einlüssen der 4 Tagebau-Minen in direkte Umgebung ausgesetzt. Harry Thompson, ehemaliger Vorsitzender des Gemeinderates von
    Douglas sagte, „Trotz der massiven Oppostion der Bevölkerung gegen die Mine in Mainshill, haben Scottish Coal und Süd-Lanarkshire Council, weiterhin die Intressen derer, welcher in
    unmittelbarer Nähe der Minen leben, ignoriert. Speziel durch die Dinge, welche durch Tageabau in dieser Gegend freigesetzt werden, haben ungewöhnlich hohe Krebs- und
    Atemwegserkrankungsraten zur Folge. Eine neue Mine 1000m vom örtlichen Krankenhaus entfernt zu erlauben ist das Letzte.“
    Bergbau im Douglas Valley soll für die zunehmende Abhängkeit Großbritanniens von Kohle als Energieressource Sorge tragen. Kohle aus der vorgeschlagenen Mine in Mainshill wird die
    Freisetzung von 3.4 Millonen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre zur Folge haben, wenn sie verbrannt wird. Wenn diese und andere 18 geplante Minen in Schottland weitergehen, wird dies einen
    massiven Beitrag zum Klimawechsel und das Scheitern Schottlands Klima-Vorgaben sein.
    Eine AktivistInnen, Anna Key, stellte ihre Motivationen zu handeln so dar: „Ich kann nichts direkt dagegen tun, dass der Ozean immer saurer wir oder die Eisberge schmelzen, aber diese Dinge werden nur dann weitergehen, wenn wir weiterhin Fossile Brennstoffe verschwenden und eine Kultur akzeptieren, die auf die
    Möglichkeit des Profits durch Ausbeutung von Mensch und Umwelt besteht. Indem wir solidarisch zu gemeinschaftlichen Kämpfen agieren, können wir das stoppen – es muss nichts anderes getan werden, als Straßen aufgraben und Barrikaden bauen.
    Die, welche die Fläche besetzt halten, haben geschworen, dass sie so lange als möglich bleiben werden und jedem Veruch des Entfernens wiederstehen.
    Doug Well, welcher einer Räumung sich im Tunnel wiedersetzt, meinte:
    „Wir sind schon so lange hier, und wir wollen echt nicht gehen. Ich werde alles tun was in meiner Macht steht um es ihnen so schwer wie möglich zu machen, mich zu räumen.“
    Die Räumung wird noch einige Tage dauern, und es gibt noch viel zu tun. Das Camp braucht weiterhin Hilfe, so versuch’s und geh nach Mainshill, wenn möglich.
    Kontaktphon Camp: (UK) 07806926040
    Für Interviews, auch Menschen in den Bastionen, (UK) 07500163480
    Website: http://www.mainshill.noflag.net

    UK Evict

    Diese Firma führte in den letzten 10 Jahren folgende Räumungen durch:

    • Bryn -Henllys Farm on behalf of Celtic Energy
    • Sella open-cast mine on behalf of Celtic Energy
    • Honerton Bypass (Fairmile and Trollheim)
    • Manchester Airport second runway phase I
    • Birmingham Northern Relief Road
    • Manchester Airport Phase II
    • A130 Essex
    • Countrywide Properties Essex
    • London Waste Incinerator Site
    • Sheffield Incinerator Site
    • Sherwood Rise Development Site, Nottingham on behalf of Bellway Homes
    • Aylesbury Bypass
      • Weitere Informationen wird es in Kürze auf dieser Seite geben, oder auf Englisch hier