Dass der Klimawandel verursacht wird durch die Verbrennung fossiler Energien, und das so schnell wie möglich gestoppt werden muss dürfte inzwischen kein Geheimniss mehr sein. Weit weniger bekannt ist aber, dass die Haltung von Tieren, zum Verzehr deren toter Körper oder ihrer Milch oder Eier einen ähnlich hohen Anteil am Ausstoß von klimarelevanten Gaßen verursacht.

Hauptsächlich sind Landnutzungsänderungen schuld an der schlechten Klimabilanz von Tierprodukten. So wird die Rodung und Brandrodung von Regenwäldern und anderen Wäldern, oder das Trockenlegen von Mooren genannt. Größtenteils passiert das, weil Flächen für den Futtermittelanbau oder für Viehweiden benötigt werden. Da Wälder und vor allem auch Hochmoore extrem viel CO2, als Kohlenstoff in der Vegetation und in de Böden gespeichert haben, Sojaplantagn und Kuhweiden hingegen weit weniger, wird bei der Landnutzungsänderung viel CO2 freigesetzt.

Da der weltweite Fleischkonsum weiterhin ansteigt – von 1970 auf 2005 hatte er sich verdoppelt auf 267 Millionen Tonnen pro Jahr – fressen sich die dafür benötigten Flächen immer weiter in die Regenwälder. In den letzen 40 Jahren wurden 40% der glbalen Regenwaldfläche hauptsächlich dafür zerstört (70% des abgeholzten Amazonaswaldes werden für Viehweiden verwendet und der Futtermittelanbau belegt einen Grossteil der restlichen 30%).

Konkret sieht das meist so aus, dass kleinbäuerliche Gemeinschaften von den Flächen auf denen sie leben vertrieben werden für monokulturelle Landwirtschaft, sich dann neue Flächen in den Regenwald brandroden, von denen sie dann erneut vertrieben werden. Fälschlicherweiße werden deßhalb oft diese klienbäuerlichen Gemeinschaften verantwortlich gemacht für die Brandrodungen.

Der Konsum tierischer Produkte ist deshalb in weit höherem Maße verantwortlich für die Landnutzungsänderungen, weil für die gleiche Anzahl pflanzlicher Kalorien viel weniger Fläche benötigt wird, als für tierische Kalorien. So können auf der gleichen Fläche entweder 6000 kg Karotten angebaut werden, oder 50 kg Fleisch produziert. Denn ein Tier welches gefüttert wird mit pflanzlicher Nahrung verbrennt ein Großteil dieser pflanzlichen Kalorien und setzt nur ein Bruchteil um in Fleisch, Milch oder Ei.

Der weltweite Verbrauch von tierischen Produkten darf also auf keinen Fall weiter ansteigen, um nicht noch mehr Wälder oder Moore in landwirtschaftlichen Nutzfläche zu verwandeln. Andersherum könnte die Verringerung des Konsums tierischer Produkte – im Idealfall eine konsequent vegane Ernährung – eine großflächige Wideraufforstung ermöglichen, wodurch der Atmosphäre langfristig wieder CO2 entzogen werden könnte.

Bei einer heutigen Fläche von 5 Milliarden Hecktar landwirtschaftlich genutzter Fläche würden etwa 2,5 Milliarden freiwerden, wenn sich alle Menschen nur noch rein pflanzlich ernähren würden.

Nehmen wir an, dass von den 2.5 Milliarden Hektar sich 1,5 Milliarden in Regionen befinden, in denen Wald wachsen würde, und gehen wir davon aus dass durchschnittlich 2  Tonnen Kohlenstoff pro Hektar neu wachsender Wald und Jahr gebunden werden können (verschiedene Wälder können verschieden viel Kohlenstoff binden). Dann würden bei Wideraufforstungen jährlich 3 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in den nächsten 100 Jahren gebunden werden können. Weitere 1.6 Milliarden Tonnen würden weniger freigesetzt, durch den Stopp von Rodungen. Insgesamt würden 4.6 Milliarden Tonnen pro Jahr im Vergleich zu heute eingespart. Durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen werden jährlich 5.5 Milliarden Tonnen freigesetzt. Würden diese gestoppt, wäre es so sogar möglich den Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre innerhalb der nächsten Jahrzehnte wieder zu senken.