Robin Wood AktivistInnen erkletterten am 3. Juni einen Baukran auf der gerodeten Baufläche im Kelsterbacher Wald, auf der gerade die Landebahn Nord-West des Frankfurter Flughafens gebaut wird. Dort wo nun eine Wüste ist war vor 2 Jahren die Besetzung gegen die Landebahn.
Die AktivistInnen hängten ein ein rund 130 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift: „Save the Climate – Stop Airport Expansion“. Die Aktion fand in Bezug auf die Klimakonferenz in Bonn statt. Im Vergleich zu anderen NGOs agierte Robin Wood hier aber nicht appelierend (an die Regierungen) sondern setzt auf Widerstand von unten: „Die AktivistInnen nehmen auf diese Weise öffentlich Stellung zu den UN-Klimaverhandlungen, die zurzeit in Bonn laufen. Ihre Botschaft: Wartet nicht darauf, dass die Regierungen das Klima retten. Werdet selbst aktiv, baut Druck von unten auf und wehrt euch gemeinsam gegen extrem klimaschädliche Bauvorhaben wie den Ausbau von Flughäfen.“ heißt es in einer Pressemitteilung von Robin Wood.
Weitergehend könnte mensch nun fragen: Was heißt Druck aufbauen? Heißt das nicht im Endeffekt dass am Ende doch die PolitikerInnen von oben entscheiden sollen, und lediglich mit Druck von unten das Ganze beeinflusst werden soll, anstatt dass die Entscheidungsfindungen selber auf die unterste Stufe gehoben werden.

Hier die vollständige PM von RoWo:

„Save the Climate – Stop Airport Expansion“ (Rettet das Klima – Stopp Flughafenausbau) – ein rund 130 Quadratmeter großes Transparent mit dieser Forderung haben vier ROBIN WOOD-AktivistInnen heute früh gegen sieben Uhr auf dem Ausleger eines Baukrans an der Baustelle zur Autobahnüberführung (Rollbrücke West) am Frankfurter Flughafen platziert. Die Baustelle ist Teil der Flughafenerweiterung. Die AktivistInnen nehmen auf diese Weise öffentlich Stellung zu den UN-Klimaverhandlungen, die zurzeit in Bonn laufen. Ihre Botschaft: Wartet nicht darauf, dass die Regierungen das Klima retten. Werdet selbst aktiv, baut Druck von unten auf und wehrt euch gemeinsam gegen extrem klimaschädliche Bauvorhaben wie den Ausbau von Flughäfen.

„In Bonn wird über die Eindämmung des Klimawandels gesprochen, und hier vor Ort wird weiter an der Klimakatastrophe gearbeitet“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Daniel Häfner. „Wir fordern, den Ausbau von Flughäfen zu stoppen.“

Seit den Klimaverhandlungen von Kyoto sind die Treibhausgas-Emissionen der internationalen Luftfahrt um fünfzig Prozent gestiegen. Mehr als drei Millionen Flugzeuge jährlich brettern durch den deutschen Luftraum. Allein die bereits weitgehend genehmigten oder schon begonnenen Ausbauten der drei größten deutschen Flughäfen Frankfurt, München und Berlin würden die hiesigen Flughafenkapazitäten verdoppeln und nationale Klimaschutzziele zunichte machen.

„Politiker in Bund und Ländern reden vom Klimaschutz und tun mit Macht das Gegenteil“, sagt Häfner. „Wir haben diese Scheinheiligkeit satt. Statt schöner Worte zum Klimaschutz wollen wir Taten. Für den Flugverkehr heißt das: Abgaben auf das Flugbenzin, um damit Klimaschutzprojekte im globalen Süden zu finanzieren und Verzicht auf den Ausbau von Flughäfen.

ROBIN WOOD sieht nach dem Scheitern des Gipfels einmal mehr seine Aufgabe darin, für einen „Klimaschutz von unten“ zu mobilisieren. Dieser beginnt beim eigenen Lebens- und Konsumstil und bedeutet darüber hinaus, sich gemeinsam mit lokalen Initiativen in politische Konflikte im eigenen Umfeld einzumischen und für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit zu streiten.

Für eine einzelne Person gibt es keine andere legale Möglichkeit, dem Klima so schnell, so intensiv und so billig zu schaden wie durch eine Flugreise. Es ist daher ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, nicht oder zumindest seltener zu fliegen.

Allein am Rhein-Main-Airport starten und landen derzeit eine halbe Million Flugzeuge pro Jahr. Durch den Bau der neuen Landbahn, die Ende 2011 in Betrieb gehen soll, ist eine Steigerung auf bis zu eine Million Maschinen möglich. Um Platz für die neue Piste zu schaffen, ließ Fraport im vergangenen Jahr rund 250 Hektar Mischwald roden – gegen erbitterten Widerstand von örtlichen Bürgerinitiativen und ROBIN WOOD-AktivistInnen.

ROBIN WOOD beteiligt sich auch an Veranstaltungen zur UN-Klima-Zwischenkonferenz in Bonn und ruft mit zur Demonstration für Klimagerechtigkeit am Samstag, den 5. Juni auf. Start ist am Kaiserplatz in Bonn um 13:00 Uhr. Mehr Infos unter: www.klimawelle.de

Kontakt:

Daniel Häfner, ROBIN WOOD-Aktivist, 0179 / 67 190 16
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de