Ist es eine Ironie des Schicksals, oder ein Wink mit dem Zaunpfahl dazu, was von Greenwashing Projekten à la BP zu halten ist?

Gerade jener Ölkonzern der sich umbenannte in Beyond Petroleum und sich so als zukunftsgewanntes,  grünes Unternehmen präsentieren wollte, ist nun an einer unglaublichen Ölverseuchung im Golf von Mexico, schuld. Ob das so gemeint war mit „das Öl hinter sich lassen“?
Nun ist es weniger spannend diesen einen Ölkonzern als Buhmann, herauszustellen – ist es doch klar, dass dieÖlverseuchung der Meere immanent in dieser Technik der Hochseeölförderung liegt (selbst wenn dieser Unfall eventuell hätte vermieden werden können). Viel spannender ist es sich anzuschauen, wie damit umgangangen wird, um systemimmanente Funktionsweißen des Kapitalismus zu beleuchten.

Die Ölkatastrophe wird verheerende Auswirkungen haben auf ein gesamtes Ökosystem einer gesamten Küstenregion. Erste Bilder von Ölverschmierten Vogelleichen sind erst der Anfang. Zudem sind auch zahlreiche Arten die in der Tiefsee unterwegs sind, wie Waale und Haie, und Tiere, welche die Böden der Tiefsee bevölkern betroffen, und teilweise ganze Populationen (zum Beispiel von Waalen gefährdet). Über Jahrzenhte wird das Öl das Leben in diesem Meer beeinträchtigen. Welche weitreichenden ökologischen Folgen das Absterben diesen gesamten Ökosystems Meer nach sich zieht, z.B. auch auf die Fähigkeit CO2 zu binden, was Meere normalerweiße tun, ist nicht absehbar.

Währenddessen wird in der bürgerlichen Presse hauptsächlich über die Aktienkurse von BP spekuliert. Und BP ist sehr besorgt. Nämlich in das „Vertrauen in Tiefseebohrungen“. „Ein Ausbau der Offshore-Produktion sollte erst wieder verfolgt werden“ wenn dieses wieder hergestellt ist. Das muss mensch sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da passiert eine Umweltkatastrophe unglaublichen Ausmaßes, und das Problem wird darin gesehen, dass nun das Vertrauen (anscheinend unrechtmäßig) zerstört ist. Nun ist das ja nicht das erste Ölunglück, so dass mensch sagen könnte: „das passiert alle tausend Jahre und wird nun nicht mehr vorkommen“. Im Gegenteil, egal ob Öltanker versinken, oder Lecks bei Tiefseebohrungen vorhanden sind, oder eben ein GAU dieses Ausmaßes passiert. Der großflächige Austritt von Öl in die Meere gehört zum Alltag der Ölbohrung, genauso wie die Umweltzerstörung zum Kapitalismus.
Eine Diskussion darüber, ob diese Technologie (Tiefseebohrungen) weiterhin tragbar ist, oder ob darauf verzichtet werden sollte, gerade auch angesichts dessen, dass es notwendig ist generell von fossilen Energien wegzukommen, um einen, sich verselbstständigenden Klimawandel zu verhindern, findet nicht statt.

Nun wird schon vielerorts zum Boykott von BP aufgerufen, und wer das machen will, soll es tun. Denn unterstützenswert ist dieser Konzern nun wahrlich nicht. Die Frage die dabei aber bleibt wäre, ob denn die anderen Ölkonzerne unterstützenswerter sind. Bleibt bei einem Wechsel von BP zu Shell nicht genau dieselbe Logik verhanden nur dass das Logo ausgetauscht wird? Und ist es nicht diese systemimmanente Logik welche angeprangert werden sollte?
Ist es nicht die dem Kapitalismus innewohnende Logik, welche unfähig ist, zu reagieren auf die Zeichen der Zeit. Die Unfähig ist zu erkennen, dass es gestern nötig gewesen wäre die fossilen Brennstoffe hinter sich zu lassen – und zwar nicht im Meer, sondern unter der Erde? Wäre es da nicht sinnvoller einen generellen Boykott fossiler Energien anzustreben, oder eine generelle Nicht-Unterstützung einer kapitalistischen Wirtschaftsweiße?

Denn, es ist zwar richtig dass eine kapitalistische Logik auch funktionieren könnte mit Solar- und Windenergie, und dass es nicht unmöglich ist innerhalb einer kapitalistischen Wirtschaftsweiße fossile Energien hinter sich zu lassen. Aber: Es sind niemals rationelle Gründe aus denen heraus solche entwicklungen heraus passieren/passieren würden. Es ist niemals das Ergebniss von den Aushandlungen zwischen den Bedürfnissen von Menschen.
Im Gegenteil ist es das Zusammenspiel von Profitmaximierungsstrategien von Konzernen und Lobbys mit den Standortpolitiken von, um ihre Nationalökonomien umsorgten Nationalstaaten, welche in Konkurenz zu anderen Nationalökonomien stehen.
Aus dieser systemimmanenten Logik heraus, passiert es, dass das längst Übernötige einfach nicht stattfindet. Nicht weil es irgendeinen rationalen Grund gebe, weiterhin auf die Verbrennung fossiler Energien zu setzten, geschieht dies, sondern einfach, weil die Erdöllobby durch eine längere Tradition, mächtiger ist, als jene von beispielsweiße erneuerbaren Energien.

Mein Plädoyer wäre daher für das Ende der Verbrennung fossiler Energie allgemein zu kämpfen, und damit einhergehend gegen eine kapitalistische Wirtschaftsweiße und eine Politik von oben.