Archive for Juli, 2010

Angriff auf Verwaltungsgebäude in Russland und weitere Aktivitäten gegen anstehende Waldrodung

Samstag, Juli 31st, 2010

Dass in Russland politische Aktivitäten und auch radikale Umweltschutzaktionen, durch die massive Repression kaum möglich, naja zu mindest kaum verhanden wäre, diese Meinung ist weit verbreitet, umso erfreulicher zu sehen, dass das nicht immer stimmt, auch wenn die im Text erwähnte Nazigleichsetzung auf einem Transparent sicher sehr kritisch zu betrachten ist:
Ein Artikel von de.indymedia.org:

Nach Aussagen von Anwohnern hat gegen 20 Uhr eine Gruppe Jugendlicher, etwa 400 bis 500 Menschen, die Stadtverwaltung der nahe Moskau gelegenen Stadt Chimki angegriffen. Sie riefen Sprechchöre wie „Verteidigt den russischen Wald!“, „Strelchenko, Hände weg vom Wald!“ (Bürgermeister Strelchenko hatte eine Erlaubnis zum Bau einer Holztransportstrecke gegeben) usw. In einem Protestzug zog die Gruppe vom örtlichen Bahnhof Richtung Stadtverwaltung und trug dabei ein Transparent mit der Aufschrift „Schützt unsere Wälder vor den Nazi-Besatzern!“ vor sich her. Augenzeugen zufolge warfen die jungen Menschen Steine und Rauchbomben auf das Verwaltungsgebäude.
Daraufhin wurde der größte Teil des Gebäudes entglast, Verletzungen gab es nicht. Der Angriff („feast kamnemetaniya“) dauerte wenige Minuten und kurz darauf war es der Gruppe möglich sich zu zerstreuen. Die Polizei konnte niemanden festnehmen. Die Bewohner des Ortes hatten kaum Interesse, der Polizei zu helfen, vielmehr drückten sie ihre Unterstützung aus für die radikale Art, die Wälder von Chimki zu schützen. Das ist nicht überraschend, da die Entscheidung zur Abholzung (sowie auch der Bürgermeister) extrem unbeliebt unter den BürgerInnen ist.
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Aktionswoche gegen Megaschlachthof in Wietze

Donnerstag, Juli 29th, 2010

Von antiindustryfarm.blogsport.de
Achtung, aufgepasst! Vom 30.7 bis zum 8.8 findet eine Aktionswoche zum

geplanten Bau der Megaschlachtfabrik statt.

Dabei soll die geplante Schlachtfabrik in Wietze im Mittelpunkt der
Aktionen stehen, weitere angrenzende Gebiete sollen allerdings auch
behandelt werden. So erwarten euch neben Vorträgen, Workshops,
Diskussionen und Aktionen zu Antispe und Wietze-Besetzung auch allerlei
Input zu ?Rechter Ökologie?, Gentechnik und Aktionsformen.
Ziel der Woche soll der gebündelte Widerstand gegen den Bau der
Schlachtfabrik, ihre sozialen und ökoligischen Folgen und gegen
Tierausbeutung generell sein.
Gemeinsam wollen wir vielfältige und kreative Aktionen durchführen,
Widerstand leben und erleben und Rothkötter ein für alle mein zeigen,
dass er sich vom Acker machen soll.

Nebenbei soll die Aktionswoche auch zur Vernetzung verschiedener
Aktivist_innen dienen, die gemeinsam Aktionen planen, vegan kochen oder
einfach den Camp-Alltag organisieren können.
Auch eine Vernetzung mit Bürgerinitiativen die im Zusammenhang mit
Mastanlagen und Schlachthöfen existieren, ist für das Wochenende vom 7.8
zum 8.8. geplant.

Bitte bringt nach Möglichkeit Besteck,Geschirr und Zelt/e selbst mit.

Wichtig: Die Aktionswoche wird auch im Falle einer Räumung des Geländes
auf einer Ersatzfläche in Wietze stattfinden!

Europäische Emissionshandelsbörse gehackt

Samstag, Juli 24th, 2010
Die Website des European Climate Exchange (ECX), einer der größten Handelsplätze für CO2-Zertikfikate, wurde am 23. Juli von AktivistInnen gekapert und mit kritischen Informationen zu Emissionshandel und CDM-Projekten versehen.

Zu der in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli stattgefundenen Aktion bekannte sich ein autonomes Tech-Kollektiv namens decocidio – die jetzt beim European Climate exchange ( http://www.ecx.eu) verlinkte Wikipediaseite zu diesem Begriff existiert allerdings nicht. Mit einem „öffentlichen Akt digitaler direkter Aktion“ habe die Gruppe habe die Gruppe dazu beitragen wollen, das Bewusstsein über Emissionshandel als gefährliche falsche Lösung für die Probleme des Klimawandels zu schärfen. Die Aktion solle BasisaktivistInnen unterstützen, die gegen die Machtstrukturen und die Energiekonzerne kämpfen, die vom Emissionshandel profitieren.

Am Mittag des 24. Juli war die Emissionshandelskritik noch unter der Adresse der CO2-Handelsbörse zu erreichen.

Emissionshandel und die verbundenen Mechanismen wie der Clean Development Mechanism oder REDD standen in den letzten Jahren im Zentrum der Kritik linker Bewegungen an der herrschenden Klimapolitik. Sie seien symptomatisch dafür, wie der Kapitalismus die Klimakrise nicht lösen, sondern höchsten profitabel machen könne. Durch den Emissionshandel könnten etwa Monokulturplantagen attraktiv werden, die großen ökologischen Schaden anrichten und oft eine Vetrtreibung der lokalen Bevölkerung bedeuten und nicht einmal dauerhaft zur Reduktion der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre beitragen- aber CO2-Guthaben einbringen können.

Protestaktion auch von „Rettet den Regenwald“ gegen den Bau des Megaschlachthofes in Wietze

Samstag, Juli 24th, 2010

Schön ist es dass nun auch „Rettet den Regenwald“ eine Protestaktion startet um den Bau Europas größtens Geflügelschlachthof zu verhindern, da durch die für den Schlachthof entstehenden 420 Großmastanlagen sher viel Regenwald für die Futtermittelerzeugung gerodet werden müsste. Eher langweilig ist es, dass Rettet den Regenwald e.V. das nur in Form von Protestmails an die Verantwortlichen machen will, und ganz schön peinlich ist es, dass sie in keinem Wort, des durchaus langen Schreibens, erwähnen dass der Bauplatz ebenjenes Schlachthofs seit einigen Monaten besetzt ist, und dass dort durchaus Unterstützung und somit realer Widerstand möglich ist. Dass die Besetzung es unter anderem ist, die Verhindert dass gebaut wird, wird ebenfalls verschwiegen und behauptet „Noch kann der Bau der größten Geflügelgroßschlachterei Europas verhindert werden. Denn einige Entscheidungen bis zum ersten Spatenstich für die Anlage stehen noch aus.“ Dieses Vorgehen ist durchaus in der Tradition deutscher Umweltorganisationen, welche allgemein nur ungern Aktivitäten, die nicht für den eigenen Verband Werbung machen veröffentlichen und zweitens radikalen Widerstand meist komplett leugnen, oder sich distanzieren, wie der BUND das regelmäßig bei Genfeldbesetzungen oder -Befreiungen tat.

Greenwashingveranstaltung von Vattenfall wird blockiert

Samstag, Juli 24th, 2010

„Am 15. 8. findet in Hamburg mit den Vattenfall- Cyclassics eine PR-
Aktion des dreckigen Energiekonzerns Vattenfall statt. Gegenstrom
kündigt an das Profirennen direkt zu stören um auf die ökologisch und
sozial zerstörerische Konzernpolitik hinzuweisen. Mit PR- Aktionen wie z.B. den „Vattenfall- Lesetagen“ und der
Propagandashow „Klimaakademie“ versucht der Konzern von der Kritik an
seiner desaströsen Umweltbilanz abzulenken. Innerhalb dieser PR-
Strategie kommt den Cyclassics eine Schlüsselstellung zu: Besonders der
sympathieträchtige, ökologisch tadellose Radsport ist für Vattenfall ein
wichtiges Fleigenblatt, um die zerstörerische CO2- Bilanz zu
verschleiern und seinem riskanten Geschäft mit der Kernenergie
abzulenken. Das renommierte Radrennen wird deshalb von uns
Klimaaktivisten als prominentester und zugleich angreifbarster Teil der
„greenwashing“- Kampagne Vattenfalls gesehen.“ So heißt es in der Ankündigung von Gegenstrom. Gegenstrom ist eine Klima-Aktions-Kampange, welche sich in Hinsicht auf die Moorburg-Blockade beim Klimacamp in Hamburg gründete, und neben dieser Aktion leider auch durch undurchsichtige Strukturen, Vereinnahmungen und elitärer Pressearbeit auffiel. Anscheinend können/dürfen die AktivistInnen dieses Bündnisses immer noch nicht für sich selber sprechen sondern benötigen einen Sprecher. Jens Fischer, als solcher sagt zu der anstehenden Blockade: „Wenn Vattenfall mit dem Sponsoring der Cyclassics versucht, sich zur
Imagepflege ein grünes Mäntelchen zu verpassen ist unser Protest nicht
weit: Wir nutzen die hergestellte Öffentlichkeit dazu, auf die miese
Konzernpolitik Vattenfalls hinzuweisen. (mehr …)

Neues vom Flughafenausbau Braunschweig

Mittwoch, Juli 21st, 2010

Am Sonntag, den 25.7. lädt die Bürgerinitiative Waggum zum 200. Waldspaziergang gegen den Ausbau des Braunschweiger Flughafens ein. Der Treffpunkt ist am Sportplatz. Von dort geht es zum Zaun an der Grasseler Strasse, wo ab 16.30 ein Jubiläumsfest stattfinden wird.
Jeden Tag sind weiterhin durchschnittlich 20 Leute unterwegs.Manchmal gelingt es, die Bauarbeiten und den massiven LKW-Verkehr kurzzeitig zum Stocken zu bringen. Unter 12 Demonstranten ist die Beteiligung nie gefallen. Gegenwärtig wird massiv gebaut. Der Flughafen ist für drei Wochen stillgelegt, um ein erstes Stück der Startbahnerweiterung innerhalb des alten Zauns durchzuziehen. Dies unter Zeitdruck denn VW ,der Hauptnutzer des Flughafens,will wieder fliegen: „VW holt China etwas dichter heran“ titelte die Financial Times Deutschland am 14.7. “ Weil die Startbahn zu kurz ist, kann der Firmenjet die Top-Manager nicht nonstop nach Peking bringen und muss zum Tanken zwischenlanden- ein Unding“ -heisst es weiter in dem Artikel.
Nach dem Fund zweier Larven des hochgeschützten Eremitenkäfers kam der Ausbau im Mai kurz ins Stocken. Der Bau eines Tunnels unter der Startbahn ist inzwischen abgelehnt. Die Bürgerinitiative bereitet sich auf neue Aktionen gegen die Strassensperrung und die zweite Phase der Waldrodung vor. Ein Teilerfolg ist die offenkundige Ablehnung von Subventionen durch die EU wegen fehlendem öffentlichem Interesse am Ausbau. Dabei ging es um ca. 10 Millionen Euro. Das Geld soll jetzt über eine landesnahe Bank aufgenommen werden.
Als Hauptverantwortliche für den Ausbau gelten die Flughafengesellschaft und die Stadt Braunschweig bei den Demonstranten schon lange nicht mehr. Die sind nur Erfüllungsgehilfen von VW. So schreibt die Financial Times weiter zu den Expansionsplänen des Autokonzerns, der China gerne als „zweiten Heimatmarkt“ bezeichnet: „VW hat angekündigt, das Investitionsprogramm um 1,6 Mrd.auf 6 Mrd. Euro aufzustocken. Dagegen sind 4,5 Millionen für den Ausbau der Start- und Landebahn ein Klacks“

Robin Wood Floßtour zum Thema „Klimaschutz selber machen“

Dienstag, Juli 20th, 2010

Jeden Sommer veranstaltet die Umweltschutz- organisation Robin Wood eine Floßtour. Etwa einen Monat wird über Flüsse gefloßt, zu jeweils verschiedenen Themen. Unterwegs werden dann Aktionen durchgeführt, oder Diskussionsveranstaltungen. Das diesjährige Thema ist „Klimaschutz selber machen“. „Sie werden damit rund vier Wochen lang auf Neckar, Rhein und Main unterwegs sein, um Menschen für den „Klimaschutz von unten” zu gewinnen“, heißt es bei Robin Wood. Die Floßtour ist offen gestaltet, und alle interessierten AktivistInnen eingeladen sie mitzugestalten.

Kritisch zu hinterfragen, bleibt aber, was eine Organisation wie Robin Wood unter „Klimaschutz von unten“ versteht / verstehen kann, sind sie doch durch ihre Struktur angewiesen auf eine Steigerung von Spendengelder. Und somit auf das Wohlgesinntsein einer linksliberalen bürgerlichen Mittelschicht.
Ist in der Einleitung noch davon die Rede den Klimaschtz nicht mehr den verstaubten PoltikerInnen zu überlassen und dass es mehr braucht als Energiesparlampen, wird schon beim ersten Punkt, was Klimaschutz von unten sein soll, klar dass Robin Wood es sich nicht erlauben kann/will, die logische Konsequenz daraus zu ziehen, und radikale soziale Veränderungen zu propagieren, sondern im Gegenteil: „Schreibt Briefe und Petitonen an Politiker_innen“ heißt es dort alles ernstes, den eigenen Widerspruch wohl nicht bemerkend. Ok, Kohlekraftwerke in der eigenen Umgebung (warum denn nur dort, haben sie woanders weniger Auswirkungen aufs Klima?) verhindern solle mensch auch.
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Transnational, DIY, Sonnenenergie – Workshop

Dienstag, Juli 20th, 2010

Du lebst oder arbeitest in einem Projekt, das Sonnenwärme mit D.I.Y.Technik nutzen will? Du bist aktiv gegen Umweltzerstörung, Klimawandel und überhaupt Kapitalismus und möchtest Dich über praktische Alternativen von unten austauschen? Alltagsalternativen aufbauen und Angriffspunkte der großen Energiekonzerne suchen?

Bei unserem transnationalen Solarbauworkshop Anfang August 2010 kannst Du lernen, wie Sonnenwärme mit einfachen und möglichst recycelten Materialien genutzt werden kann. In einem D.I.Y.-Landprojekt bei Berlin werden wir gemeinsam diskutieren, planen und bauen und viel lernen. Der praktische Teil besteht in dem gemeinsamen Bau einer Solardusche und eines Solarkochers mit Begleitung von erfahrenen Menschen. Die Vermittlung und Durchführung soll so stattfinden, dass zu Hause gleich weitergebaut und -gelernt werden kann. Ungleichheiten, z.B. zwischen männlich oder weiblich sozialisierten Menschen im Bereich handwerklicher Arbeit , sollen thematisiert und bearbeitet werden.
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Die UNO ist sehr besorgt

Donnerstag, Juli 15th, 2010

um die Artenvielfalt, das Klima, und überhaupt. Obwohl einer Studie der Unep, dem Umweltprogramm der UNO zurfolge, die Menschen weltweit ebenfalls sehr besorgt seien, und sogar beim konsumieren auf ethische Aspekte achten, wird die Umwelt weiter zerstört. Wie kann das denn passieren? Schuld? Die Unternehmen. Denn nur 20 Prozent der Firmenchefs in Nordamerika und Europa sorgen sich um den Rückgang natürlicher Ressourcen. Besser ist das in Lateinamerika und Afrika. 50 bzw. 45 Prozent der Firmenchefs sind dort besorgt.
Die Unep kommt zu dem Ergebniss, „dass jene Firmenchefs, die es nicht schaffen, ein nachhaltiges Management der Biodervisität zu einem Teil ihrer Geschäftspolitik zu machen, zunehmend zu Außenseitern werden könnten“. Hm. Die Frage welche mir da nur aufkommt ist: Wenn die KonsumentInnen also nun so besorgt sind, warum ist genau das nicht schon passiert? Sondern genau das Gegenteil, dass jene Konzerne am besten auf dem Markt bestehen, die ihre Geschäftsinteressen nicht durch zuviel Rücksicht auf Mensch und Umwelt gefährden, dafür aber Millionen in Greenwashing-Kampangen stecken. Beispiel BP: Anstatt in sicherere Technik zu investieren, wurde in eine Kampange investiert, in der den Menschen suggeriert wurde BP wolle so schnell wie möglich aus den fossilen Energien aussteigen. Neuer Name: Beyond Petroleum. (mehr …)

Jetzt neu: Klimaneutrale Kohlekraft

Donnerstag, Juli 15th, 2010

Die Bundesregierung einigte sich diese Woche darauf Versuchsanlagen für Kohlenstoffeinspeicherung zuzulassen. Bei dieser Technik, auch CCS (Carbon Capture and Storage, Kohlenstoff einfangen und einlagern) genannt geht es darum, an den Kohlekraftwerken das bei der Verbrennung entstehende CO2 abzufangen, und dann unterirdisch end zu lagern.
Super, müssen wir uns also keine Gedanken mehr machen, über eine klimaneutrale Energieversorgung in Zukunft?
Die Sache hat leider ein paar Hacken:
1.Das CO2 ist nach der Einlagerung nicht einfach weg. Da es ein Gaß ist, besteht jeder Zeit die Gefahr, dass es wieder in die Atmosphäre gelangt. Würde diese Technik über einen längeren Zeitraum betrieben wären es risige Mengen welche eingelagert werden würden. Würden diese zu irgendeinem Zeitpunkt in die Atmosphäre entweichen, würde das Klima schlagartig einen Kollaps erleiden.
2.CCS verhindert ein Umdenken in der Energieerzeugung. Durch die Suggerierung, Kohlekraft sei CO2-neutral möglich, soll sie ohne Widerstand weitergeführt werden.
3.Die Technologie wäre sowieso erst in frühestens 20 Jahren Einsatzbereit. Bis dahin wird sich längst entschieden haben, ob ein gravierender Wandel verhindert werden kann (durch den Stopp der Verbrennung fossilier Energien), oder nicht.
4.Was es braucht sind nicht technische Lösungen. Es werden immer neue Technologien entwickelt, um Probleme zu beheben, und entwickeln dadurch neue Probleme. Was es braucht sind soziale Veränderungen, und damit die Überwindung eines Wirtschaftssystems welches enorme Anreize setzt, die Umwelt und das Klima zu zerstören.