Containern heißt es, wenn mensch das aus den Supermarktcontainern rausfischt, was zwar noch gut und lecker ist, was aber aus den verschiedensten Rationalisierungsgründen einfach weggeworfen wird. Das kann frisches Gemüse sein, dass kann tonnenweiße abgepackte Schokoalde sein, welche noch Monate vor dem Verfallsdatum sind, und beispielsweiße einfach aussortiert wurden, weil eine neue Lieferung kahm, das wäre ansonsten zu kompliziert, mit zwei verschiedenen Verfallsdaten im gleichen Regal. Das können aber auch Luxusprodukte sein wie Kaviar oder Sojawürstchen.

Es gibt Menschen die sich hauptsächlich von dem ernähren was Supermärkte wegwerfen. Mensch gehe einfach nachts zu einem Supermarkt, sucht die Container, meist im Hinterhof, und staune, was in dieser Überflussgesellschaft alles weggeworfen wird. Und wer regelmäßig containert, der weiß um welche Mengen es sich dabei handelt. Schätzungsweiße wird vom Anbau bis zum Verkauf etwa ein Drittel bis die Hälfte der Produkte weggeworfen – kapitalistische Rationalisierung.

Nun hat aber gerade die Produktion von Lebensmittel eine große Auswirkung auf das Klima, genauso wie auf andere Umweltaspekte. Unsummen von Erdöl werden in die Äcker gepumt um aus den Monokulturen überhaupt noch etwas rauszuholen. Gifte werden in Massen über die Felder ausgebracht, um alles was da noch lebt zu töten. Riesige, fossile Energien schluckende Maschinen weren eingesetzt für Anbau und Transport. Regenwälder und andere Flächen werden zerstört um Ackerfläche zu schaffen. Dadurch wird viel CO2 freigesetzt. Tiere werden gehalten, gequält und ermordet. Für sie müssen noch mehr Wälder gerodet werden, um noch mehr Pflanzen anzubauen. Und wofür das ganze? Damit das Essen am Ende im Container liegt? Während gleichzeitig Menschen verhungern? Und die Gentechnik-Lobby erzählt, mensch müsse mit Gentechnik die Erträge erhöhen um den Hunger zu stoppen? Diese Gesellschaft ist offenkundig verrückt.

Ich glaube es ist nicht anmaßend zu sagen, dass ein öffentliches Interesse entstehen müsste diese Verhältnisse aufzudecken und zu ändern. Anders sieht das aber die Polizei in Döbeln und die Staatsanwaltschaft. Denn diese haben einen Strafbefehl verhängt gegen 2 Menschen, die sie anscheinend beim containern erwüscht haben. Zu 10 bzw 20 Tagessätze wurden diese im Strafbefehl verurteilt. Wegen Diebstahl. Das ist zwar eigentlich ein Anzeigedelikt, und der Supermarkt hat keine Anzeige erstatt.  Aber die Staatsanwaltschaft sieht hier ein „besonderes öffentliches Interesse“.

Ein besonderes Interesse des Einzelhandels kann ich mir ja noch vorstellen: Wenn das Containern Schule macht, sinkt natürlich der Umsatz. Wieso sollte mensch auf tagsüber teuer für die Produkte zahlen, was es nachts umsonst im Container gibt? Da wäre mensch ja schön blöd. Aber ein besonderes öffentliches Interesse daran, gutes Essen wegzuschmeißen, wärend andere verhungern? Dann muss die Öffentlichkeit pervers sein, und Freude am Elend anderer haben!

Die beiden Angeklagten haben Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt.
Darüber wird nun am 13. Oktober um 14 Uhr im Amtsgericht Döbeln, Zimmer
203 verhandelt.

Weitere Infos, eine Solifaxvorlage und Kontakt gibt es hier:
http://nirgendwo.info/containerprozess
containergerichte@nirgendwo.info