Archive for Januar, 2012

Konferenz “Energiekämpfe in Bewegung!?!” 03.-05.02. (Berlin)

Dienstag, Januar 31st, 2012

Verschiedene Gruppen, hautsächlich aus der Klimabewegung organisieren nächstes Wochenende eine gemeinsamne Strategiekonferenz zum Thema „Energiekämpfe“

Jenseits von Anti-Atom sind Energiekämpfe noch nicht richtig in Bewegung.
Angesichts von Klimakrise, Verdrängungen in Abbaugebieten,
steigenden Energiepreisen und angekündigten Massenentlassungen bei
RWE und Co. sind jedoch systemkritische und massive Interventionen
auf breiter Front nötig. Mit dem Abschalten von Atomkraftwerken können
wir uns nicht zufrieden geben.

Auf einer Strategiekonferenz wollen wir darum unter anderem diskutieren und beraten

– wie Anti-Atom, Anti-Kohle, Anti-CCS etc. zu einem gemeinsamen “Energiekämpfe-Projekt” wachsen könnte
– inwiefern es gemeinsame gesellschaftspolitische Visionen gibt
– wie daraus eine gemeinsame Strategie werden könnte, die ggf. gemeinsame Aktionen anleitet

Das Programm kannst du hier herunterladen.

Wir freuen uns auf eine Konferenz mit Menschen, die sich mit dem herrschenden Energieregime
nicht zufrieden geben, sondern ein Energiesystem wollen, das ökologisch vertretbar, sozial gerecht
und demokratisch organisiert ist.

Freitag, 03. Februar bis Sonntag, 05. Februar 2012

Konferenz “Energiekämpfe in Bewegung!?!”

in Berlin, (Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin)

Eine sich lohnende Veranstaltung, deshalb hab ich das hier maöl verlinkt. Warum immer ein demokratisch organisiertes Stromnetz gefordert wird erschließt sich mir allerdings nicht. Demokratie – also die Unterwerfung der Einzelnen unter einen „Gesamtwillen“ – ist doch genau die Begründung mit der heute Kohle und Atom gegen den Willen der Betroffenen durchgesetzt wird. Darüber sollte wohl vielleicht nochmal diskutiert werden.

Elektroautos klimaschädlicher als konventionelle Blechkisten!

Montag, Januar 30th, 2012

Wie die taz von heute schreibt, sind, einer Studie des Ökoinstituts zurfolge, die als Klimaretter gepriesenen Elektroautos , in Wirklichkeit noch klimaschädlicher, als ihre stinkenden Kollegen mit Verbrennungsmotoren. Das liegt am hohen Stromverbrauch und daran, dass dieser Strom ja alles andere als klimaneutral produziert wird. Wie die taz resümiert wären Elektroautos erst dann klimaneutral, wenn der Strom dafür auch erneuerbar hergestellt würde. Das allerdings könnte erst dann behauptet werden, wenn der gesamte Strom erneuerbar produziert würde, da ansonsten der für Elektroautos benötigte Strom immer den anderen Energieverbrauchern, den „Ökostrom“ wegnehme. Die Autoindustrie reagiert unterschiedlich darauf: Die einen, Audi und Daimler, wollen selber in die Produktion erneuerbarer Energie einsteigen, um sagen zu können, dass sie selber den Ökostrom herstellen, der beim fahren ihrer Elektroautos verbraucht wird. Das findet die taz ganz toll. Die anderen, z.B. Opel reagieren mit offensichtlichem Desinteresse am realen Klimaschutz:

„Wir sind ein Autohersteller und können uns nicht um die Treibstoffe kümmern“, sagt Patrick Munsch von Opel. „Das Fahren des Ampera ist CO2-neutral“. Bei Benzin und Diesel frage auch niemand nach den Emissionen bei der Herstellung.  (taz)

Auch die in der taz vertretene Vorstellung, das Fahren von Elektroautos sei klimaneutral, wenn nur der Strom erneuerbar produziert würde, greift deutlich zu kurz: Ausgeblendet werden dabei komplett der Energieaufwand in der Produktion, und zwar sowohl der Elektroautos selber, wie auch der Anlagen der erneuerbaren Energien. Bei den Autos ist es so, dass sie in der Produktion Energieaufwendiger sind, als konventionelle Autos, da die Leichtigkeit von höherer Relevanz ist,und so viel mit  extrem Energieaufwendigem Alluminium gebaut wird. Bei den erneuerbaren Energien, wird zwischen einem fünftel und einem zwanzigstel dessen was die Anlage über ihre Lebensdauer an Strom erzeugt bereits für ihre Produktion benötigt. Das geschieht mit Strom aus Kohle und Atom. Ein klimaneutrales Autofahren gibt es also genausowenig, wie eine klimaneutrale kapitalistische Konsumgesellschaft. Wer das Klima schützen will muss sich Gedanken machen darüber wie eine Gesellschaft organisiert sein kann, dass weniger verbraucht wird, und dennoch die einzelnen Menschen in ihren Möglichkeiten gestärkt werden. Anstatt dem Individualverkehr auf der Straße wäre also ein kostenloser öffentlicher Verkehr für alle etwas, das gleichzeitig die Möglichkeiten der Bewegung aller erhöhen würde und massiv die Emmissionen verringen würde.