Vor dreieinhalb Jahren, als dort wo nun die Landebahn Nordwest steht, noch Wald stand, und zwar einer der besetzt war von Flughafengegner_innen, war der Widerstand der Anwohner_innen noch sehr bescheiden, so dass die staatlichen Knüppelorgane ohne allzugroße Probleme, den Wald räumen konnten, Fraport ihn roden konnte und jene Betonpiste bauen konnte, auf der nun die Flieger landen, die zig Anwohner_innen um den Schlaf bringen. Das alles war damals bekannt für jene die es wissen wollten. Nun macht es sicherlich nicht viel Sinn, jenen die heute aktiv werden Vorwürfe zu machen, im Gegenteil gilt es den Betroffenen Solidarität zukommen zu lassen. Interessanter ist die Funktionsweise: Sich zu fragen, mit welchen Mechanismen es immerwieder gelingt, die Anwohner_innen im Vorfeld solcher Großprojekte ruhig zu halten. Diese Mechanismen sind zwangsläufig Herrschaftsmechanismen, die es zu analysieren gilt. Zu nennen sind hier zum Beispiel bewusste Falschinformationen von Fraport und Lanesregierung im Vorfeld.

Jedenfalls ist nun, da der Lärm der Landebahn unerträglich ist wieder richtig Musik im Widerstand. Gestern demonstrierten 20 000 Flughafengegner_innen (ok, einige werden sich sicher nur als Landebahngegner_innen bezeichnen) im Flughafen. Dabei gab es Solidaritätsbekundungen aus dem Widerstand gegen den Flughafen Berlin Brandenburg und gegen S21.

Diese Demonstration ist die bisher größte, aber nicht die erste in einer sehr enormen Größenordnung.