Nach etwa 6 Jahren der bloggerischen Abstinenz will ich mich hier mal wieder zu Wort melden. 6 Jahre in denen einiges passiert ist in Sachen Klima: Tagebaue blockieren ist zum Breitensport für Linke geworden (Wälder besetzen hingegen ist auserhalb von Rodungssaisons noch immer Spitzensport geblieben), Schüler*innen haben ihre eigene Betroffenheit begriffen, wozu ihnen zwei Dürresommer einige Hilfestellung gaben, die CSU hat scheinbar ihr Herz für den Klimaschutz entdeckt, womit sie aber wohl nicht verhindern wird, dass die Auto- und Kohle-Partei Bündis90 die Grünen auf der Klimawelle an die Macht gespült werden wird. Auch die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) die derzeit eine Kampange für scheinbaren Klimaschutz startet, gibt sich auf einmal klimapolitisch aktiv. Wenn sich also CSU und INSM auf einmal für das Klima einsetzen, dann wird es Zeit diesen diskursiven Wulst etwas aufzudröseln und Maßnahmen des tatsächlichen Klimaschutzes zu trennen von solchen die eigentlich nur ein „weiter so“ zum Ziel haben. Effektive Maßnahmen des Klimaschutzes werden nicht von oben herabregnen sondern von unten kommen. Deswegen wird es hier auch wieder darum gehen die Klimaschutzprojekte von unten von denen von oben zu trennen.
Der Begriff „Klimaschutz von unten“ kann aber noch in einem anderen Sinne verstanden werden: Unten nämlich als Boden gedacht. Denn im Boden kann mit den richtigen Landnutzungsmaßnahmen große Mengen Kohlenstoff eingespeichert werden. So könnte in relevantem Maßstab zur Klimaressilienz beigetragen werden. Solche Landnutzungen haben mit Bäumen in der Landwirtschaft zu tun, mit Aufforstungen und dem Schutz bestehender Wälder, mit pflugloser Landwirtschaft, Mulchsystemen mit Polykulturen und so weiter. All diese Methoden sind in einer Landwirtschaft von unten besser zu etablieren als in großen Monokulturen von oben. Und weltweit umgesetzt könnten diese Systeme bis zum Ende des Jahrhunderts den Kohlenstoffgehalt der Atmosphäre auf vorindustrielles Niveau reduzieren.


Natürlich darf diese Einspeicherung von Kohlenstoff im Boden nicht eine Enkarbonisierung der Weltwirtschaft ersetzen. Aber zusammen gedacht hat beides großes Potential dafür die Erde für Menschen bewohnbar zu halten. Und einen wichtigen psychologischen Effekt haben die Methoden der CO2-Speicherung: Das Wissen darum dass es eine Ressilienz für das Klima geben kann verhindert das wir den Kopf in den Sand stecken, und die Erde als sowieso schon verloren glauben.
In Zukunft werde ich also über Methoden des Carbon Farmings hier berichten, genauso wie über die Klimabewegung von unten!