Zum zehnten Mal jährt sich nun schon das erste Klimacamp im Rheinland. Grund für einen kurzen Rückblick: Als damals zum ersten Klimacamp aufgerufen wurde gab es so etwas wie eine aktive Klimabewegung kaum, Greta Thunberg war noch nicht eingeschult, hätte also höchstens den Kindergarten bestreiken können, und Schüler*innen interessierten sich nur sehr mäßig für die Zukunft ihres Planeten. So verirrten sich auch nur knapp 100 Entschlossene auf die Wiese beim Umsiedlungsort Manheim um sich über die Klimakatastrophe auszutauschen und sich dieser mit einer Blockade der Hambachbahn entgegenzustellen. Diese Randerscheinung des Umweltprotestes wäre wahrscheinlich schnell in Vergessenheit geraten, wenn die Organisator*innen des Klimacamps nicht so hartnäckig gewesen wären. Denn auch im nächsten und übernächsten Jahr und immer wieder wurden Camps organisiert. Der Zulauf stieg langsam aber stetig an bis zu den großen Camps der letzten Jahre, die teilweise verbunden waren mit ENDE GELÄNDE Aktionen, teilweise auch eine wichtige Verbindung zu dem Widerstand im Hambacher Forst hatten.
Diese Hartnäckigkeit der rheinischen Klimabewegung hat sicherlich ihren Beitrag dazu geleistet, dass die Klimabewegung zu dem zu machen was sie heute ist. Denn die Camps waren Orte an denen sich die Bewegung formieren, inhaltlich ihre Argumente schärfen und ihre Ausdrucks und Aktionsformen entwickeln konnte. Vor allem aber wurde sich nicht gescheut die Klimakrise in den Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Fragen zu bringen, die auch die Art und Weise des Wirtschaftens betreffen, anstatt diese Krise nur als eine Frage des individuellen Konsums zu interpretieren, wie es der Neoliberalismus uns jeden Tag auf neue vorschlägt. Angesichts der Kohleindustrie, ein reichlich absurder Vorschlag. Viel wurde gestritten auf den Camps – vor allem aber immer mit RWE. Dieses wusste nicht wirklich mit den anhaltenden Protesten umzugehen und flüchtete sich von einer Peinlichkeit in die nächste: Ständig wurden große Gegendemonstrationen gegen Ökoterroristen angekündigt zu denen sich in der Regel nur ein paar Baggerfahrer*innen verirrten um das gesponsorte Freibier zu genießen und dabei rumzupöbeln. Die Blockade ihrer Infrastruktur setzten dem Kohlekonzern jedoch sichtlich zu. Wenn auch nicht in erster Linie materiell, so vor allem diskursiv – denn die Aktionen zeigten dass die Weltzerstörung made in Rheinland keine jhinzunehmende Selsbtverständlichkeit war, und dass es eine aktive Masse gibt die sich gegen diesen Wahnsinn stellt. Das alles kummulierte im vergangenen Herbst in den Protesten gegen die Räumung des Hambacher Forstes, die tatsächlich die weitere Machbarkeit der Kohleverstromung in Frage stellten (dann aber durch die Kohlekommison befriedet wurde).

Wenn auf dem diesjährigen Camp auch etwas das Jubiläum gefeiert werden wird, ist dennoch keien Zeit sich auf den Erfolgen auszuruhen, denn RWE baggert nach wie vor das Rheinland ab und verbrennt dreckige Braunkohle, das einzige was sich bisher durch den Kohlekompromiss geändert hat, ist dass RWE Kohle vomn Staat in den Hals geschüttet bekommt, und damit auch noch belohnt wird für ihr weltzerstörendes Tun. Erst gestern veröffentlichte RWE seine neuen Zahlen nach dem sie ihre Gewinne, nach jahrelanger Krise, steigern konnten.