Die Bundesregierung hat mit ihrem sogenannten „Klimapaket“ ihren klimapolitischen Offenbarungseid abgeleistet und glaubhaft bekundet keinen guten Plan zu haben für einen Klimaschutz, der das 1,5Grad-Ziel erreichen könnte. Stattdessen hält sie weiterhin am schlechten Plan des neoliberalen Dogmas fest und schützt lieber ihre national wichtigen Konzerne, anstatt das Klima; denn die Konzerne sind natürlich too big to fail.

Damit ist die Bundesregierung aber nicht die einzige die keinen guten Plan hat und sich vom Neoliberalismus beraten lässt. Auch die klimapolitisch Interessierten scheinen ganz in ihrer neoliberalen Atomisierung aufzugehen und das Heil im eigenen „richtigen“ Konsum zu suchen. So weit, so schlecht. Wie wäre es nun diese Atomisierung zu überwinden, sich von unten her zusammenzufinden, und gemeinsam einen guten Plan zu machen? Das Wissen, das von unten, bei den Praktiker*innen, bei den Wissenschaftler*innen, aber auch den Frei- und Querdenker*innen bereits existiert, zu vereinen, als eine Sammlung all derer Maßnahmen, mit denen wir das 1,5-Grad-Ziel einhalten können, und zwar auf eine Art und Weiße die die soziale und globale Gerechtigkeit stärkt?
Genau dies ist der Plan des „Klimaplans von unten – gerechte 1komma5„. Ein gemeinsamer Schreibprozess wurde gestartet, an dem sich alle Beteiligen können, die meinen mit bestimmten vorgeschlagenen Maßnahmen des Klimaschutzes den Plan bereichern zu können: „Wir sind überzeugt, dass es schon unzählige Alternativen und Vorschläge gibt, von Menschen und Gruppen, die seit Jahren intrinsisch motiviert zu diesen Themen arbeiten.“ Zig Maßnahmen wurden bereits gesammelt, die in ihrer Fülle die Energie und Kreativität der Gesellschaft zeigen, den Klimaschutz in die eigene Hand zu nehmen. Innerhalb des gemeinsamen Schreibprozesses können verschiedene Interessen austariert werden, um im Idealfall in einer gemeinsamen Synthese aufzugehen.
Die Maßnahmen die für den Plan gesammelt werden, werden in folgende Bereiche unterteilt:

Energiedemokratie
gerechte Wohn- und Raumplanung
Mobilitätsgerechtigkeit
gerechte Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Waldnutzung
gerechte Reproduktion, Produktion und Konsumtion
globale Gerechtigkeit und Intersektionalität

Am Ende wird dieser reichhaltig von unten ausgearbeitete Plan vor allem eine Diskrepantz aufzeigen zwischen dem was möglich wäre, wenn die Menschen selbst und ihre Ideen der Ausgangspunkt des Klimaschutzes wäre und dem was eine Regierung tun kann, die als ideelle Gesamtkapitalistin vor allem ihre eigenen Konzernschäfchen hüten muss. Vielleicht wird aus dieser sichtbaren Diskrepantz die Idee entwachsen die Dinge vermehrt in die eigene Hand zu nehmen, und zum Beispiel in Klimaräten für eine Umsetzung dieser Lösungen von unten, zumindestens auf lokaler Ebene, zu kämpfen.