Archive for the ‘Aktion’ Category

Waldbesetzung im Hambacher Forst gegen Braunkohletagebau

Mittwoch, April 18th, 2012

Am Samstag, den 14.04 besetzten rund 200 Klimaaktivist_innen den Hambacher Forst um die Rodung dessen für den Braunkohletagebau „Hambache“ zu verhindern. Auf dem Kulturfest mit dem Namen „Wald statt Kohle“ wurden Baumpatenschaften verliehen. Jede_r sollte einen Baum auf die eigene Art und Weise schützen. Viele Bäume wurden mit Protestschildern behängt. Etwa 30 Aktivist_innen hatten sich eine direktere Weise überlegt die ausgewählten Bäume zu schützen: Sie zogen Plattformen in die Bäume und richteten es sich dort ein um dauerhaft zu bleiben. Oder eben solange bis RWE nicht mehr existiert und der Wald nicht mehr von der Rodung bedroht ist. Dazu wissen muss mensch, dass dieser Wald, einer der ältesten und einst größten in der gesamten Region ist.
Die restlichen Festbesucher_innen zeigten sich allesamt erfreut über diese Besetzung. Die Besetzer_innen haben eine Erklärung verfasst: hambacherforst.blogsport.de
RWE hat inzwischen angekündigt, dass sie erstmal nicht räumen lassen wollen, und die Polizei hält sich sehr zurück.
Am Donnerstag findet eine Blockade der RWE Jahreshauptversammlung statt. Anschließend gibt es eine „Nach der Blockade ist auf der Besetzung“ Party auf der Walbesetzung statt.

Protest gegen RWE’s Braunkohleabbau im April

Donnerstag, März 15th, 2012

m April sind gleich mehrere Protestveranstaltungen gegen RWE und Braunkohleabbau geplant. Am 14. April wird im Hambacher Forst, der Jahr für Jahr ein Stückchen den Schaufelradbaggern des Hambacher Forstes weichen soll veranstaltet von Anwohner_innen und Umweltschützer_innen. „Auf dem Kulturfest am 14. April wollen wir, Anwohner_innen und Umweltaktive aus Nah und Fern, zusammenkommen und unsere gemeinsamen Stärken erkennen, um den Hambacher Forst zu erhalten“ heißt es in dem Aufruf. Es sieht aus als ob sich hier einiges Zusammenbrauen könnte. Die Frage ist ob das Mischungsverhältnis eher jenem von Stuttgart oder dem aus dem Wendland gleicht. Das angekündigte Kulturprogramm klingt auch ganz nett: Klaus der Geiger und David Rovics werden spielen. Zudem sollen Baumpatenschaften verteilt werden, die auf je unterschiedliche Weise ausgeführt werden sollen. Klingt ganz spannend.

Einige Tage später, am 18. und 19. April soll dann ein Camp vor de Gurgahalle in Essen stattfinden, wo die Jahreshauptversammlung von RWE tagt. Nennen tut sich die Veranstaltung „RWE unplugged„. Auch die Anti-Atom-Bewegung beteilgt sich hierdran. Wie im letzten Jahr soll es auch Blockaden geben.

Im Sommer wird dann wieder ein Klimacamp in der Region gegen Kohleabbau stattfinden.

Blockade gegen Schwertransporte für Tar Sand Abbau

Freitag, März 9th, 2012

Dass der Abbau von Tar Sands in Kanada zu einem der klimazerstörerischtsten Projekten weltweit gehört hat isch teilweise rumerzählt. Immer mehr kommt nun der Widerstand in Fahrt und findet verschiedene Angriffsziele und Ausdrucksformen. Nachdem es letzten Herbst Massenmobilisierungen nach Washington gab,  um gegen eine durch halb Nordamerika reichende Pipeline für das aus Tar Sands gewonnen Öl zu protestieren, finden nun in Idaho Blockadeaktionen gegen Schwertransporte statt. Maschinerie für den Abbau soll so daran gehindert werden zeitplangemäß eingesetzt zu werden. Am 6. März fand eine Aktion statt bei der sich Aktivist_innen vor den Schwertransport ketteten bis sie gelöst und festgenommen wurden. Das war bereits die 40ste Protestaktion gegen diese Schwertransporte.

That’s what „grüne Regierung“ looks like!

Donnerstag, Februar 16th, 2012

Groß war die Freude, als vor knapp einem Jahr „die Grünen“ die Wahlen in Baden Würtenberg gewannen und zusammen mit der SPD eine Regierung bildeten: Eine Regierung die vorgab die Bürgerbeteiligung anzustreben anstatt der Mappus-Knüppel Politik, eine Regierung, die auf Erneuerbare setzt, anstatt auf Atom- und Kohlekraft. Ein neues Politik-Modell, bei dem „wir alle“  ein Stückchen näher an den Entscheidungen dran sein sollten, und so keine Wasserwerfer und unschöne Bilder von rausgespritzen Augen mehr nötig sein würden. Denkste: Einige Köpfe haben es nun zu spüren bekommen: Grün-rote Bullenknüppel und Knüppelbullen sind auch nicht aus Zuckerwatte und tun genauso weh wie schwarze. Gestern früh wurde der Schlosspark in Stuttgart geräumt mit 2000 Bullen. Kletterer_innen mussten aus den Bäumen geplückt werden, und Aktivist_innen aus einem Beton-Lock-on befreit. Hinterher lobt Kretschmann die Demonstrant_innen, dass sie so schön friedlich geblieben seien. Eigentlich gäbe es ja auch keinen Grund mehr für tatsächlichen Widerstand und auch eine grüne Regierung könne ja auch nichts machen, der Volksentscheid sei halt für S21 ausgegangen, und dass müsse in einem demokratischem Staat ja wohl akzeptiert werden.

Und: Mit dieser Argumentation hat er gar nicht mal so unrecht: Wer sich auf dieses rechtstaatliche, demokratische Spiel (ja genau das ist Demokratie: Dass diejenigen die etwas besonders betrifft sich zum Beispiel einer Mehrheit unterwerfen müssen die viel weniger betroffen ist) einlässt, der_die verwirft halt auch den Kampf für wirkliche Emanzipation. Die Emanzipation von starren Strukturen, die eine Aushandlung unter Menschen über möglichst-sinnige Lösungen verhindert und stattdessen die Basis und die Bevorteilung schafft für  Profitinteressen. Mehr Beteiligung, oder gar Selbstbestimmung kommt nie von oben (also auch nie durch eine gewählte Partei) sondern wird immer von unten erkämpft! Falls das in Stuttgart nun endlich mal einige begriffen haben, dann ist am Ende vielleicht doch noch etwas gewonnen.

Eine andere Geschichte ist der Klimaschutz: Wo die schwarz-gelbe Landesregierung mit der Einsparung um 30 Prozent Treibhausgasen bis 2020 plante (selbstverständlich auch das Zahlen ohne Rückgrat), nennt die grüne Landesregierung es nun ambitioniert das Ganze mit 25 Prozent zu unterbieten, und wird dafür von ihrem Hofblatt der Badischen Zeitung sehr gelobt. Denn nach dem „Atomausstieg“ müsse halt wieder mehr auf fossile Energien gesetzt werden. Ist ja klar: Sonst gehen ja die Lichter aus. Oder gar die Produktionsbänder der schwäbischen Waffenhersteller von Mercedes oder Heckler und Koch. Und das darf natürlich auf keinen Fall geschehen!

UK: Bauplatzbesetzung gegen neue Atomkraftreaktoren

Dienstag, Februar 14th, 2012

Auch nach Fukushima sollen in England weiterhin neue Atomkraftreaktoren gebaut werden, wenn es um den Willen der Regierung und des Betreibers EDF geht. Wenn es nach dem Willen von Anwohner_innen und Umweltaktivist_innen geht allerdings nicht. Da inhaltliche Argumente bekanntlich nicht viel bringen, wenn es gegen Interessen von Staat und Kapital geht, wurden nun schlagkräftigere Argumente hervorgebracht: Nämlich die Besetzung des Baulandes und eines alten, naheliegenden Farmhauses.

Großbrittannien will mehrere neue Atomkraftwerke bauen, um die alten zu ersetzten und verkauft das natürlich als Klimaschutz. Das Kraftwerk Hinkley Point C soll ab 2013 gebaut werden.  Vorbereitende Maßnahmen auf dem Bauplatz sollen ab nächster Woche beginnen. Zuerst wurden nun 3 Bäume in eisiger Kälte besetzt, die auf dem Bauland liegen und nun das naheliegende Farmhaus.  Das Atomkraftwerk soll auf fragilem Küstenland gebaut werden, an der Westküste Englands, nahe Somerset.

Die Bewilligung der vorbereitenden Maßnahmen, durch die viel wildes Land zerstört wird, wurde EDF gegeben bevor sie Planungsgenehmigung erhalten haben. „Dass gibt EDF die Message, dass die Bewilligung schon ein gemachter Deal ist“, sagt Theo Simon, ein Anwohner. „Wir wollen dieses Land zurückerobern um sicher zu gehen, dass die Umwelt hier geschützt bleibt“.

Der besetzte Bauernhof wurde in „EDF-Off Cottage“ getauft. Die Besetzer_innen rufen dazu auf vorbeizukommen und die Besetzung zu unterstützen.

Mehr Infos:

http://stopnuclearpoweruk.net/content/nuclear-reactor-site-occupied

http://www.stophinkley.org/

Fracking klimaschädlicher als Kohleverstromung?

Donnerstag, Februar 9th, 2012

Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, oder auf deutsch auch unkonventionelle Gasförderung genannt, ist ein Prozess bei dem durch Bohrung, Risse in der Erdmantelschicht erzeugt werden und unter Einsatz von Druck und einem üblen Chemiecocktail, Gas, dass in Schieferböden sitzt Förderbar wird. Da Gas bekanntlich sehr viel sauberer verbrennt als bspw. Kohle und dabei auch deutlich weniger CO2 freisetzt, und da es fast überall auf der Welt Regionen gibt in denen gefrackt werden kann, wurde das Fracking in der Propaganda vielerorts als heimische, saubere Energie beworben, als Brückentechnologie versteht sich. Klingt wunderbar, wie so oft gibt es allerdings einige Haken. Zum Beispiel, dass dort wo großflächig gefrackt wird, wie bspw. in einigen Regionen der USA, kein Wasser mehr aus den Wasserhähnen kommt sondern ein brennbarer Chemiecocktail. Das wird sehr anschaulich in dem Dokumentarfilm „Gasland“ dargestellt. Viele die das verseuchte Wasser anfangs tranken leiden nun an schweren Krankheiten.

Bleibt wenigstens die bessere klimaverträglichkeit? Wohl auch nicht. Denn beim Fracking entweicht reines Methan in die Luft, dass bekanntlich eine sehr viel höhere klimaschädlickeit aufweist wie CO2. Eine Studie der Cornell University (New York), kommt daher zu dem Ergebniss, dass die Förderung von unkonventionellem Gas einen um 20 Prozent höheren klimatischen Fußabdruck aufweist wie die Verstromung von Kohle. Das spricht nun nicht für die Kohleverstromung, sondern ganz entschieden gegen Fracking. Diese beiden gehören zusammen mit den Tar Sands in Kanada, und dem Anbau von „Energiepflanzen“ zu jenen Energielieferanten, zusätzlich zum viel thematisierten Öl, die gerade dabei sind, sehr nachhaltig das Klima dieser Erde zu zerstören.

Wo wird überall gefrackt? Die größte kommerzielle Förderung findet in den USA statt. Dort kommt über 40 Prozent des geförderten Gases durch Fracking. Auch in Australien wird gefrackt und die aufstrebenden Industrieländer Asiens und Südamerikas sind sehr interessiert. In Europa ist die Situation unterschiedlich. Am weitesten fortgeschritten sind die Test in Großbrittannien, wo sich bereits breiter Widerstand gegen Fracking formiert hat. In Frankreich besteht zur Zeit ein Moratorium. In Deutschland, wo sehr viel Schieferngas potentiell förderbar ist, wird im Nordwesten von der RWE Tochter RWE-DEA gefrackt. Vor einigen Wochen wurde bekannt dass weite Landstriche bei Verden durch ein Austreten der giftigen eingesetzten Chemikalien verseucht wurden. Pläne für Fracking gibt es weitere in NRW und Niedersachsen. Auch hier formiert sich Protest. Die Bürger_inneninitativen gegen Fracking im deutschsprachigen Raum, haben eine gemeinsame Webseite: http://www.gegen-gasbohren.de/initiativen/

Spiegel online schreibt: „In Deutschland gibt es einen Run auf neue Erdgasquellen: Energieunternehmen wie Exxon, BNK Petroleum oder die Stadtwerke Hamm hoffen auf satte Erlöse. Allerdings setzen sie dabei auf unkonventionelle Fördermethoden – und die bergen große Risiken. Im Oktober 2008 bohrte ExxonMobil, in Deutschland vor allem durch seine Tankstellenmarke Esso bekannt, in der Nähe der Ortschaft Damme. Drei Mal presste der Konzern Fracking-Flüssigkeit in das Bohrloch, 1100 bis 1500 Meter tief in die Erde. Insgesamt leitete der Konzern ungefähr zwölf Millionen Liter Flüssigkeit in den Untergrund. Diese bestand zu 98 % aus Wasser, wie ExxonMobil mitteilt. Hinzu kamen Quarzsand und sechs Chemikalien, die einen Anteil von 0,2 Prozent an der Flüssigkeit hatten. Insgesamt presste ExxonMobil also rund 24.000 Liter Chemikalien in den Boden, wie viel von welchem Stoff, teilte der Konzern nicht mit.“

Über Ergänzungen oder Korrekturen, wie der Stand in anderen Ländern/Regionen aussieht freue ich mich.

Die neueste Folge von The end of the world as we know it, and I feal fine“ von submedia.tv handelt übrigens auch viel von Fracking.

„Fuel Poverty“ Aktionstage

Montag, Februar 6th, 2012

In Großbrittannien fanden vom 27. bis zum 31. Januar Aktionstage gegen „Fuel Poverty“ statt. Hintergrund ist, dass die 6 Energiemonopolisten in UK die Preise drastisch erhöht hatten, sodass viele es sich nicht mehr leisten können, ihre Wohnungen zu heizen. Deshalb fanden Aktionen gegen diese 6 Energieversorger – EDF, EON, Centrica (British Gas), Scottish Power, Scottish and Southern and NPower – statt. Dabei ging es aber nicht nur um billigere Gaspreise, sondern auch darum, die Klimaauswirkungen der Energieversorung zu thematisieren, und für das Ende einer kapitalistischen, auf fossilen Energien beruhenden Energieversorung zu kämpfen. Betont wurde, dass erneuerbare energien nicht sinnvoll in einem kapitalistischen Markt eingesetzt werden können, wo doch wieder die Profitfähigkeit über die Umweltverträglichkeit gestellt wird, und wo sie gegen die konventionellen Energien konkurrieren.

Hunderte Aktivist_innen in ganz UK protestierten auf unterschiedliche Arten, in vielen Städten vor den Büro’s und Zentralen der Gasversorger_innen. Eingänge wurden blockiert, und in Middlesex besetzten Aktivist_innen sogar Büros von British Gas.

Auch thematisiert wurden die Probleme der unkonventionellen Gasförderung, „Fracking“, die weltweit gerade um sich schlägt, und extrem Umwelt- und Gesundheitsschädlich ist, und die Konkurenz zwischen Nahrung und Energiepflanzen auf den Äckern, die weltweit die Nahrungsmittelpreise verteuert.

Massive neue Welle des Widerstandes für den Rückbau der Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen

Sonntag, Februar 5th, 2012

Vor dreieinhalb Jahren, als dort wo nun die Landebahn Nordwest steht, noch Wald stand, und zwar einer der besetzt war von Flughafengegner_innen, war der Widerstand der Anwohner_innen noch sehr bescheiden, so dass die staatlichen Knüppelorgane ohne allzugroße Probleme, den Wald räumen konnten, Fraport ihn roden konnte und jene Betonpiste bauen konnte, auf der nun die Flieger landen, die zig Anwohner_innen um den Schlaf bringen. Das alles war damals bekannt für jene die es wissen wollten. Nun macht es sicherlich nicht viel Sinn, jenen die heute aktiv werden Vorwürfe zu machen, im Gegenteil gilt es den Betroffenen Solidarität zukommen zu lassen. Interessanter ist die Funktionsweise: Sich zu fragen, mit welchen Mechanismen es immerwieder gelingt, die Anwohner_innen im Vorfeld solcher Großprojekte ruhig zu halten. Diese Mechanismen sind zwangsläufig Herrschaftsmechanismen, die es zu analysieren gilt. Zu nennen sind hier zum Beispiel bewusste Falschinformationen von Fraport und Lanesregierung im Vorfeld.

Jedenfalls ist nun, da der Lärm der Landebahn unerträglich ist wieder richtig Musik im Widerstand. Gestern demonstrierten 20 000 Flughafengegner_innen (ok, einige werden sich sicher nur als Landebahngegner_innen bezeichnen) im Flughafen. Dabei gab es Solidaritätsbekundungen aus dem Widerstand gegen den Flughafen Berlin Brandenburg und gegen S21.

Diese Demonstration ist die bisher größte, aber nicht die erste in einer sehr enormen Größenordnung.

RWE plant nachhaltig! Für den Weiterbetrieb der Braunkohleverstromung, nicht für’s Klima

Mittwoch, Februar 1st, 2012

BoA plus nennt RWE seine neuen Kohle-Drecksschleudern, die in Zukunft gebaut werden sollen. „Betrieb mit optimierter Anlagentechnik“. Und plus steht für noch optimierterer. Dass das mit der CCS (Abscheidung und Verpressung des CO2s) Technik nicht so ganz hinhaut, wurde anscheinend eingesehen. Niemand will das CO2, die Technologie ist noch nicht weit genug, es ist zu teuer und zu wenig effizient und nun gibt es auch noch aus der Politik Gegenwind. Egal, es hat getaugt um der Kohlekraft ein nachhaltiges Image zu verpassen und das war ja auch der einzige Zweck von CCS. Nun  also ist BoA plus der neue Trend. Klingt ja auch nicht schlecht. Optimierte Anlagentechnik soll heißen, dass das Kraftwerk flexibel (womit lediglich ein klein wenig  flexibler als herkömmliche Kohleblöcke gemeint ist) hoch und runtergefahren werden kann (es handelt sich nur um einige Prozent die in der Leistung variiert werden können). Zudem, und das ist wohl das entscheidenste bei BoA plus, haben die Kohlekraftwerke ein neues Design: Irgendwie morderner und: grün angestrichen! (kein Witz!)

Nachdem nun alle überzeugt sein werden, dass diese neuen Blöcke nichts mehr mit den alten Klimakillern gemein haben, will RWE also einige davon neu bauen, da die alten Kraftwerke langsam marode werden. In Niederaußem soll ein neuer BoA Block gebaut werden, mit 1.100 Megawatt Leistung. Somit würde es zum weltgrößtem! Kohlekraftwerk werden.  Und nun lässt RWE verlauten, dass sie noch ein weiteres in Frimmersdorf bauen wollen. In Neurath wurden bereits 2 neue Blöcke gabut in den letzten Jahren. Die Region in der Neurath, Niederaußem und Frimmersdorf stehen, ist bereits so stark von den Kraftwerken betroffen, dass nur noch sehr wenige Stunden, die Sonne zwischen den Rauchschwaden hervorkommt und es immer nach verbrannter Kohle riecht, einmal davon abgesehen, dass mensch rundum kaum etwas anderes als Kohlekraftwerke sieht.

Nun könnte mensch sagen, so wie RWE das auch propagieren will, wenn die alten Kraftwerke abgeschalten werden spricht doch nichts dagegen neue zu bauen, die effizienter sind, das Ganze würde dann ja sozusagen Emmissionen einsparen. Mensch könnte sich aber auch anschauen, was zu tun wäre, wenn das Klimaproblem ernst genommen würde und entschlossen gehandelt würde um das Klimachaos zu verhindern. Dann müssten nämlich sofort alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, an einen Neubau gar nicht zu denken. Wenn mensch sich nun überlegt, dass Kohlekraftwerke eine Lebensdauer von 40 Jahren haben, bedeutet das, dass RWE bis in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts mit Braunkohle plant, und dass dafür auch neue Kohletagebaue abgebaut werden müssten. Was auch bedeutet, dass neben den 3 großen Tagebauen, Garzweiler 2, Hambach und Inden, die derzeit die Landchaft zerstören weitere in Betrieb genommen werden müssten, wofür weitere Dörfer, Wälder und andere Landschaften platt gemacht werden müssten. Zur klimarelevanten Einordnung: Das rheinische Braunkohlerevier ist Europas Klimakiller Nummer 1. Wer in Europa etwas gegen die Ursachen des Klimawandels unternehmen will, findet hier in den neuen Plänen von RWE sicher einen Ansatzpunkt. Das rheinische Braunkohlerevier hat das Potential das Wendland der Klimabewegung zu werden.

Und tatsächlich formiert sich Widerstand. Dass die lokalen Bürgerinitiativen angepisst sind von den neuen Plänen erklärt sich von selber. Aber auch Akteur_innen aus der Klimabewegung treten auf den Plan. Neben unabhängigen Klimaaktivist_innen die aktiv werden hat sich eine Kampagne gegründet die sich ausgeco2hlt nennt und aus überregionalen Zusammenhängen längerfristige Kampagnen starten will. Für den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle. Auserdem hat sich in der Region die Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA) angesiedelt, die als offener Raum Platz für Projekte und Aktivitäten von Aktivist_innen bieten will.

Auserdem werden 2012 die West-Castoren genau durch diese Gegend rollen. Zeit um die Kämpfe gegen die verschiedenen Zerstörerischen Energieerzeugungstechnologien zu verbinden zu Energiekämpfen. Kämpfen für eine Selbstbestimmte Energieerzeugung, nicht für einen kapitalistischen Standort, sondern für den Nutzen von Menschen.

Wichtige Dinge darf mensch keiner Regierung überlassen!

Konferenz “Energiekämpfe in Bewegung!?!” 03.-05.02. (Berlin)

Dienstag, Januar 31st, 2012

Verschiedene Gruppen, hautsächlich aus der Klimabewegung organisieren nächstes Wochenende eine gemeinsamne Strategiekonferenz zum Thema „Energiekämpfe“

Jenseits von Anti-Atom sind Energiekämpfe noch nicht richtig in Bewegung.
Angesichts von Klimakrise, Verdrängungen in Abbaugebieten,
steigenden Energiepreisen und angekündigten Massenentlassungen bei
RWE und Co. sind jedoch systemkritische und massive Interventionen
auf breiter Front nötig. Mit dem Abschalten von Atomkraftwerken können
wir uns nicht zufrieden geben.

Auf einer Strategiekonferenz wollen wir darum unter anderem diskutieren und beraten

– wie Anti-Atom, Anti-Kohle, Anti-CCS etc. zu einem gemeinsamen “Energiekämpfe-Projekt” wachsen könnte
– inwiefern es gemeinsame gesellschaftspolitische Visionen gibt
– wie daraus eine gemeinsame Strategie werden könnte, die ggf. gemeinsame Aktionen anleitet

Das Programm kannst du hier herunterladen.

Wir freuen uns auf eine Konferenz mit Menschen, die sich mit dem herrschenden Energieregime
nicht zufrieden geben, sondern ein Energiesystem wollen, das ökologisch vertretbar, sozial gerecht
und demokratisch organisiert ist.

Freitag, 03. Februar bis Sonntag, 05. Februar 2012

Konferenz “Energiekämpfe in Bewegung!?!”

in Berlin, (Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin)

Eine sich lohnende Veranstaltung, deshalb hab ich das hier maöl verlinkt. Warum immer ein demokratisch organisiertes Stromnetz gefordert wird erschließt sich mir allerdings nicht. Demokratie – also die Unterwerfung der Einzelnen unter einen „Gesamtwillen“ – ist doch genau die Begründung mit der heute Kohle und Atom gegen den Willen der Betroffenen durchgesetzt wird. Darüber sollte wohl vielleicht nochmal diskutiert werden.