Archive for the ‘Kritik & Theorie’ Category

Der Klimawandel als Chance!?

Donnerstag, Oktober 28th, 2010

Von Ökonomen bis zu Wissenschaftlern, von Grünen Politikern bis zu Frau  Merkel ist immer wieder zu hören: „Wir müssen den Klimawandel als Chance nutzen!“ Als Chance für was? Für ein glücklicheres Leben aller Menschen weltweit? Für einen sonnigen Urlaub an der Ostsee?

Nein, als Chance für die deutsche Wirtschaft. Denn diese wird ganz eindeutig von einem Klimawandel profitieren. Solange er bei etwa 2°C bleibt. Kein Wunder also, dass die Klimakanzlerin Merkel 2°C für unproblematisch hält und als Ziel herausgibt, der Klimawandel müsse bei 2° stabil stehen bleiben.

Bei einer Erwärmung um 2°C würden sich Weinbaugebiete über ganz Deutschland ausbreiten. Soja, das bisher nur im Breisgau angepflanzt wird, würde neue Anbaugebiete finden, sowie viele andere Nutzpflanzen. Die Erträge würden steigen. (mehr …)

Protestaktion auch von „Rettet den Regenwald“ gegen den Bau des Megaschlachthofes in Wietze

Samstag, Juli 24th, 2010

Schön ist es dass nun auch „Rettet den Regenwald“ eine Protestaktion startet um den Bau Europas größtens Geflügelschlachthof zu verhindern, da durch die für den Schlachthof entstehenden 420 Großmastanlagen sher viel Regenwald für die Futtermittelerzeugung gerodet werden müsste. Eher langweilig ist es, dass Rettet den Regenwald e.V. das nur in Form von Protestmails an die Verantwortlichen machen will, und ganz schön peinlich ist es, dass sie in keinem Wort, des durchaus langen Schreibens, erwähnen dass der Bauplatz ebenjenes Schlachthofs seit einigen Monaten besetzt ist, und dass dort durchaus Unterstützung und somit realer Widerstand möglich ist. Dass die Besetzung es unter anderem ist, die Verhindert dass gebaut wird, wird ebenfalls verschwiegen und behauptet „Noch kann der Bau der größten Geflügelgroßschlachterei Europas verhindert werden. Denn einige Entscheidungen bis zum ersten Spatenstich für die Anlage stehen noch aus.“ Dieses Vorgehen ist durchaus in der Tradition deutscher Umweltorganisationen, welche allgemein nur ungern Aktivitäten, die nicht für den eigenen Verband Werbung machen veröffentlichen und zweitens radikalen Widerstand meist komplett leugnen, oder sich distanzieren, wie der BUND das regelmäßig bei Genfeldbesetzungen oder -Befreiungen tat.

Robin Wood Floßtour zum Thema „Klimaschutz selber machen“

Dienstag, Juli 20th, 2010

Jeden Sommer veranstaltet die Umweltschutz- organisation Robin Wood eine Floßtour. Etwa einen Monat wird über Flüsse gefloßt, zu jeweils verschiedenen Themen. Unterwegs werden dann Aktionen durchgeführt, oder Diskussionsveranstaltungen. Das diesjährige Thema ist „Klimaschutz selber machen“. „Sie werden damit rund vier Wochen lang auf Neckar, Rhein und Main unterwegs sein, um Menschen für den „Klimaschutz von unten” zu gewinnen“, heißt es bei Robin Wood. Die Floßtour ist offen gestaltet, und alle interessierten AktivistInnen eingeladen sie mitzugestalten.

Kritisch zu hinterfragen, bleibt aber, was eine Organisation wie Robin Wood unter „Klimaschutz von unten“ versteht / verstehen kann, sind sie doch durch ihre Struktur angewiesen auf eine Steigerung von Spendengelder. Und somit auf das Wohlgesinntsein einer linksliberalen bürgerlichen Mittelschicht.
Ist in der Einleitung noch davon die Rede den Klimaschtz nicht mehr den verstaubten PoltikerInnen zu überlassen und dass es mehr braucht als Energiesparlampen, wird schon beim ersten Punkt, was Klimaschutz von unten sein soll, klar dass Robin Wood es sich nicht erlauben kann/will, die logische Konsequenz daraus zu ziehen, und radikale soziale Veränderungen zu propagieren, sondern im Gegenteil: „Schreibt Briefe und Petitonen an Politiker_innen“ heißt es dort alles ernstes, den eigenen Widerspruch wohl nicht bemerkend. Ok, Kohlekraftwerke in der eigenen Umgebung (warum denn nur dort, haben sie woanders weniger Auswirkungen aufs Klima?) verhindern solle mensch auch.
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Die UNO ist sehr besorgt

Donnerstag, Juli 15th, 2010

um die Artenvielfalt, das Klima, und überhaupt. Obwohl einer Studie der Unep, dem Umweltprogramm der UNO zurfolge, die Menschen weltweit ebenfalls sehr besorgt seien, und sogar beim konsumieren auf ethische Aspekte achten, wird die Umwelt weiter zerstört. Wie kann das denn passieren? Schuld? Die Unternehmen. Denn nur 20 Prozent der Firmenchefs in Nordamerika und Europa sorgen sich um den Rückgang natürlicher Ressourcen. Besser ist das in Lateinamerika und Afrika. 50 bzw. 45 Prozent der Firmenchefs sind dort besorgt.
Die Unep kommt zu dem Ergebniss, „dass jene Firmenchefs, die es nicht schaffen, ein nachhaltiges Management der Biodervisität zu einem Teil ihrer Geschäftspolitik zu machen, zunehmend zu Außenseitern werden könnten“. Hm. Die Frage welche mir da nur aufkommt ist: Wenn die KonsumentInnen also nun so besorgt sind, warum ist genau das nicht schon passiert? Sondern genau das Gegenteil, dass jene Konzerne am besten auf dem Markt bestehen, die ihre Geschäftsinteressen nicht durch zuviel Rücksicht auf Mensch und Umwelt gefährden, dafür aber Millionen in Greenwashing-Kampangen stecken. Beispiel BP: Anstatt in sicherere Technik zu investieren, wurde in eine Kampange investiert, in der den Menschen suggeriert wurde BP wolle so schnell wie möglich aus den fossilen Energien aussteigen. Neuer Name: Beyond Petroleum. (mehr …)

Jetzt neu: Klimaneutrale Kohlekraft

Donnerstag, Juli 15th, 2010

Die Bundesregierung einigte sich diese Woche darauf Versuchsanlagen für Kohlenstoffeinspeicherung zuzulassen. Bei dieser Technik, auch CCS (Carbon Capture and Storage, Kohlenstoff einfangen und einlagern) genannt geht es darum, an den Kohlekraftwerken das bei der Verbrennung entstehende CO2 abzufangen, und dann unterirdisch end zu lagern.
Super, müssen wir uns also keine Gedanken mehr machen, über eine klimaneutrale Energieversorgung in Zukunft?
Die Sache hat leider ein paar Hacken:
1.Das CO2 ist nach der Einlagerung nicht einfach weg. Da es ein Gaß ist, besteht jeder Zeit die Gefahr, dass es wieder in die Atmosphäre gelangt. Würde diese Technik über einen längeren Zeitraum betrieben wären es risige Mengen welche eingelagert werden würden. Würden diese zu irgendeinem Zeitpunkt in die Atmosphäre entweichen, würde das Klima schlagartig einen Kollaps erleiden.
2.CCS verhindert ein Umdenken in der Energieerzeugung. Durch die Suggerierung, Kohlekraft sei CO2-neutral möglich, soll sie ohne Widerstand weitergeführt werden.
3.Die Technologie wäre sowieso erst in frühestens 20 Jahren Einsatzbereit. Bis dahin wird sich längst entschieden haben, ob ein gravierender Wandel verhindert werden kann (durch den Stopp der Verbrennung fossilier Energien), oder nicht.
4.Was es braucht sind nicht technische Lösungen. Es werden immer neue Technologien entwickelt, um Probleme zu beheben, und entwickeln dadurch neue Probleme. Was es braucht sind soziale Veränderungen, und damit die Überwindung eines Wirtschaftssystems welches enorme Anreize setzt, die Umwelt und das Klima zu zerstören.

BP boykottieren? Die Verbrennung fossiler Energien und den Kapitalismus beenden!

Montag, Juni 28th, 2010

Ist es eine Ironie des Schicksals, oder ein Wink mit dem Zaunpfahl dazu, was von Greenwashing Projekten à la BP zu halten ist?

Gerade jener Ölkonzern der sich umbenannte in Beyond Petroleum und sich so als zukunftsgewanntes,  grünes Unternehmen präsentieren wollte, ist nun an einer unglaublichen Ölverseuchung im Golf von Mexico, schuld. Ob das so gemeint war mit „das Öl hinter sich lassen“?
Nun ist es weniger spannend diesen einen Ölkonzern als Buhmann, herauszustellen – ist es doch klar, dass dieÖlverseuchung der Meere immanent in dieser Technik der Hochseeölförderung liegt (selbst wenn dieser Unfall eventuell hätte vermieden werden können). Viel spannender ist es sich anzuschauen, wie damit umgangangen wird, um systemimmanente Funktionsweißen des Kapitalismus zu beleuchten.

Die Ölkatastrophe wird verheerende Auswirkungen haben auf ein gesamtes Ökosystem einer gesamten Küstenregion. Erste Bilder von Ölverschmierten Vogelleichen sind erst der Anfang. Zudem sind auch zahlreiche Arten die in der Tiefsee unterwegs sind, wie Waale und Haie, und Tiere, welche die Böden der Tiefsee bevölkern betroffen, und teilweise ganze Populationen (zum Beispiel von Waalen gefährdet). Über Jahrzenhte wird das Öl das Leben in diesem Meer beeinträchtigen. Welche weitreichenden ökologischen Folgen das Absterben diesen gesamten Ökosystems Meer nach sich zieht, z.B. auch auf die Fähigkeit CO2 zu binden, was Meere normalerweiße tun, ist nicht absehbar.

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Coole Aktion von Robin Wood, inhaltliche Ansätze von unten und Reflektionen über „Druck ausüben“

Montag, Juni 7th, 2010

Robin Wood AktivistInnen erkletterten am 3. Juni einen Baukran auf der gerodeten Baufläche im Kelsterbacher Wald, auf der gerade die Landebahn Nord-West des Frankfurter Flughafens gebaut wird. Dort wo nun eine Wüste ist war vor 2 Jahren die Besetzung gegen die Landebahn.
Die AktivistInnen hängten ein ein rund 130 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift: „Save the Climate – Stop Airport Expansion“. Die Aktion fand in Bezug auf die Klimakonferenz in Bonn statt. Im Vergleich zu anderen NGOs agierte Robin Wood hier aber nicht appelierend (an die Regierungen) sondern setzt auf Widerstand von unten: „Die AktivistInnen nehmen auf diese Weise öffentlich Stellung zu den UN-Klimaverhandlungen, die zurzeit in Bonn laufen. Ihre Botschaft: Wartet nicht darauf, dass die Regierungen das Klima retten. Werdet selbst aktiv, baut Druck von unten auf und wehrt euch gemeinsam gegen extrem klimaschädliche Bauvorhaben wie den Ausbau von Flughäfen.“ heißt es in einer Pressemitteilung von Robin Wood.
Weitergehend könnte mensch nun fragen: Was heißt Druck aufbauen? Heißt das nicht im Endeffekt dass am Ende doch die PolitikerInnen von oben entscheiden sollen, und lediglich mit Druck von unten das Ganze beeinflusst werden soll, anstatt dass die Entscheidungsfindungen selber auf die unterste Stufe gehoben werden.

Hier die vollständige PM von RoWo:
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Carrotmob: Die spinnen, die „Lohas“

Dienstag, Mai 11th, 2010

Lohas, was von „Lifestyle of Health and Sustainibility“ kommt, sind die neue finanzstarke Marktzielgruppe, denen in den USA 30% aller KonsumentInnen zugerechnet werden und in Europa etwas weniger. Verallgemeinert könnte mensch sagen, Lohas konsumieren in erster Linie aus Gesundheitsbewusstsein „ökologisch“ und ein netter Nebeneffekt ist dann, dass mensch sich dabei gut das Gewissen beruhigen kann, denn: Schuld an den ökologischen Krisen aller Art sind ja die, die nicht bewusst konsumieren, sondern konventionell einkaufen. Sie haben also neben dem Kreuz alle 4 Jahre noch den Konsum entdeckt um damit auf die Gesellschaft einzuwirken. In der Regel reicht das auch. Wenn einige besonders eifrige Lohas aber mal wirklich aktiv werden wollen sieht das etwa so aus:

Carrot Mob Action
Eine Carrot Mob Action funktioniert etwa so: Es findet im Vorhinein ein „Wettbewerb“ statt, welcher Supermarkt bereit ist, am meisten der Kohle die durch die Aktion entsteht in Klimaschutzmaßnahmen des Geschäftes zu investieren.  Dann wird per Facebook und was weiß ich wo alles aufgerufen, bei diesem  zu einem bestimmten Termin massenhaft aufzutauchen um massenhaft zu konsumieren. Greenpeace, die natürlich voll dabei sind beschreiben das so: “ Der Name spricht auf ein englisches Sprichwort an, das besagt, dass es zwei Arten gibt, einen Esel in Bewegung zu versetzen. Entweder mit einem gezielten Tritt ins Hinterteil oder indem man ihm eine Karotte vor die Nase hält. Übersetzt auf einen „Carrotmob“ bedeutet das, die Karotte sind Kunden, die Gewinn bringen. Und wer viele Kunden hat, macht Kasse.“

Nur die dümmsten Kälber bezahlen ihre Schlächter selber

In einer Zeit, in der so gut wie alle Unternehmen daran arbeiten mit gezielten Greenwashing-Kampangen sich einen grünen Anstrich zu geben, müsste es Ziel einer Umweltbewegung sein diese Strategien zu entlarven um klarzumachen: „There is no green capitalism!!“ Stattdessen machen unsere lieben Lohas nun also selber die Greenwashing-Kampangen für die Unternehmen. Schön blöd. Und dann fällt ihnen nichts besseres ein als ihr Geld in scheinbar nachhaltige Umbauten der Unternehmen zu stecken, anstatt klarzumachen: Umweltzerstörung ist Ursache einer kapitalistischen Produktionsweiße, wer den Klimawandel beispielsweiße bekämpfen will, muss auch den Kapitalismus bekämpfen, zum Beispiel dadurch den K. mit möglichst wenig Geld, dass mensch in diese Maschinerie reinsteckt, nicht auch noch zu unterstützen.

Tierhaltung und Klimawandel

Dienstag, Mai 4th, 2010

Dass der Klimawandel verursacht wird durch die Verbrennung fossiler Energien, und das so schnell wie möglich gestoppt werden muss dürfte inzwischen kein Geheimniss mehr sein. Weit weniger bekannt ist aber, dass die Haltung von Tieren, zum Verzehr deren toter Körper oder ihrer Milch oder Eier einen ähnlich hohen Anteil am Ausstoß von klimarelevanten Gaßen verursacht.

Hauptsächlich sind Landnutzungsänderungen schuld an der schlechten Klimabilanz von Tierprodukten. So wird die Rodung und Brandrodung von Regenwäldern und anderen Wäldern, oder das Trockenlegen von Mooren genannt. Größtenteils passiert das, weil Flächen für den Futtermittelanbau oder für Viehweiden benötigt werden. Da Wälder und vor allem auch Hochmoore extrem viel CO2, als Kohlenstoff in der Vegetation und in de Böden gespeichert haben, Sojaplantagn und Kuhweiden hingegen weit weniger, wird bei der Landnutzungsänderung viel CO2 freigesetzt. (mehr …)

Auch grüne Technologie kann zerstören

Sonntag, März 7th, 2010

Ein Artikel in englisch aus Griechenland gefunden auf de.indymedia über „grüne Entwicklung“. Diese wird auch in der deutschen Linken kaum kritisch betrachtet. Welche ökologischen Negativauswirkungen sie haben kann, gerade dann wenn sie innerhalb herrschaftsförmiger und kapitalistischer Logiken eingesetzt wird, wird wenig diskutiert. In diesem Artikel geht es um griechische Inseln, die zwar nicht verkauft werden sollen (im Zuge der griechischen Pleite) sondern im Rahmen grüner Entwicklung zerstört werden sollen, auch für den Profit deutscher Firmen. Eine Art grünem Neokolonialismus also. Zeigen tut das, dass auch die noch so tollste Technologie zerstörerisch ist, innerhalb zerstörerischen Strukturen.

During the press conference of Papandreou and Merkel, a question to both of them was stated by journalists about the issue of selling the islands of Greece, for the debt reduction. Merkel did not answer, but Gerogey said: „… it is not a solution to sell our islands. WE LOVE THEM and in some years even with the help of Germany may become ideal examples of green development …“ (!!!)
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