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Elektroautos klimaschädlicher als konventionelle Blechkisten!

Wie die taz von heute schreibt, sind, einer Studie des Ökoinstituts zurfolge, die als Klimaretter gepriesenen Elektroautos , in Wirklichkeit noch klimaschädlicher, als ihre stinkenden Kollegen mit Verbrennungsmotoren. Das liegt am hohen Stromverbrauch und daran, dass dieser Strom ja alles andere als klimaneutral produziert wird. Wie die taz resümiert wären Elektroautos erst dann klimaneutral, wenn der Strom dafür auch erneuerbar hergestellt würde. Das allerdings könnte erst dann behauptet werden, wenn der gesamte Strom erneuerbar produziert würde, da ansonsten der für Elektroautos benötigte Strom immer den anderen Energieverbrauchern, den „Ökostrom“ wegnehme. Die Autoindustrie reagiert unterschiedlich darauf: Die einen, Audi und Daimler, wollen selber in die Produktion erneuerbarer Energie einsteigen, um sagen zu können, dass sie selber den Ökostrom herstellen, der beim fahren ihrer Elektroautos verbraucht wird. Das findet die taz ganz toll. Die anderen, z.B. Opel reagieren mit offensichtlichem Desinteresse am realen Klimaschutz:

„Wir sind ein Autohersteller und können uns nicht um die Treibstoffe kümmern“, sagt Patrick Munsch von Opel. „Das Fahren des Ampera ist CO2-neutral“. Bei Benzin und Diesel frage auch niemand nach den Emissionen bei der Herstellung.  (taz)

Auch die in der taz vertretene Vorstellung, das Fahren von Elektroautos sei klimaneutral, wenn nur der Strom erneuerbar produziert würde, greift deutlich zu kurz: Ausgeblendet werden dabei komplett der Energieaufwand in der Produktion, und zwar sowohl der Elektroautos selber, wie auch der Anlagen der erneuerbaren Energien. Bei den Autos ist es so, dass sie in der Produktion Energieaufwendiger sind, als konventionelle Autos, da die Leichtigkeit von höherer Relevanz ist,und so viel mit  extrem Energieaufwendigem Alluminium gebaut wird. Bei den erneuerbaren Energien, wird zwischen einem fünftel und einem zwanzigstel dessen was die Anlage über ihre Lebensdauer an Strom erzeugt bereits für ihre Produktion benötigt. Das geschieht mit Strom aus Kohle und Atom. Ein klimaneutrales Autofahren gibt es also genausowenig, wie eine klimaneutrale kapitalistische Konsumgesellschaft. Wer das Klima schützen will muss sich Gedanken machen darüber wie eine Gesellschaft organisiert sein kann, dass weniger verbraucht wird, und dennoch die einzelnen Menschen in ihren Möglichkeiten gestärkt werden. Anstatt dem Individualverkehr auf der Straße wäre also ein kostenloser öffentlicher Verkehr für alle etwas, das gleichzeitig die Möglichkeiten der Bewegung aller erhöhen würde und massiv die Emmissionen verringen würde.

Kohlezugblockade im rheinischen Braunkohlerevier und Klimacamp

Das sind Bilder die mensch normal aus dem Wendland kennt: Viele bunte Menschen, die auf Strohsäcken Schienen blockieren, und diese für viele Stunden umfunktionieren:  Samba-Musik, Volxküche, Workshops, Frisbie- und Kartenspiel. Nur zum Vergnügen sind sie aber nicht auf der Schiene. Diesesmal geht es aber nicht um die strahlende Fracht der Atommülltransporte, sondern um die extrem sensible Infrastruktur des rheinischen Braunkohlereviers. Im 5 Minuten Takt fahren hier normalerweise die Kohlezüge um die Kohlekraftwerke mit Braunkohle aus den Tagebauen zu versorgen. Das Baunkohlerevier westlich von  Köln ist kaum jemandem bekannt – obwohl es Europas Klimakiller Nummer 1 ist. Erfreulich also, dass eine 11 stündige Blockade der Kohlebahn gelang – so wurde Öffentlichkeit auf die Kohleinfrastruktur gelenkt und gezeigt dass sie angreifbar ist. Weniger erfreulich aber ist, dass nur etwa 70 Menschen an der Aktion teilnahmen, im Vergleich zum Wendland, wo zehntausende Atomtransporte blockieren, eine recht überschaubare Menge. Warum die Prioritätensetzung vieler Aktiven bloß auf die Castortransporte ausgerichtet ist, ist logisch nicht begründbar. Wo der Versuch von Wirtschaft und Politik gerade ist den Kohle- und den Atomwiderstand gegeneinander auszuspielen, wäre es dringend notwendig, dass auf Bewegungsebene praktische Solidarität ausgeübt wird, um diese Strategie ins Leere laufen zu lassen. Und dass Europas größter Klimakiller in Zeiten des bevorstehenden Klimachaos eine untergeordnete Wichtigkeit haben soll leuchtet mir nicht ein.

Die Politik der Bewegungseliten spielt in diese Dynamik wohl auch mit hinein. So verhinderte  Dirk Seifert, Energiereferent von Robin Wood, dass in dem Aufruf zu diesjährigen Castorblockaden, erwähnt wird, dass der Ausbau der Kohlekraft nicht die Lösung sein könne. Aus Angst die Gewerkschaften, zusammen mit der SPD das Herz der Kohlelobby in Deutschland, könnten den Aufruf ansonsten nicht unterschreiben.

Was nicht ist kann aber noch werden: Die Organisator_innen der  „Grube gräbt“ Kampagne (von „Wer anderen eine Grube gräbt“) und vom Klimacamp wollen eine kontinuierliche Kampagne gegen die Braunkohle in der Region auf die Beine stellen. Bilder von Blockaden der Kohlebahn werden in Zukunft vielleicht genauso üblich sein wie jene von Anti-Atom-Blockaden. Vielleicht auch mit ähnlichen Teilnehmer_innenzahlen, wenn die Relevanz einmal erkannt wurde.

Die diesjährige Blockade fand während des 10tägigen Klimacamps in Manheim bei Kerpen statt. Dort trafen sich rund 200 Klimaaktivist_innen und teilten Wissen über die Klimaproblematik und Widerstandsmöglichkeiten, vernetzten sich und führten eben Aktionen durch. Dass das keine einmalige Aktion war, sondern dass das Thema in der Region nun dauerhaft auf der Tagesordnung sein wird, zeigt auch, dass direkt im Anschluss an das Klimacamp in Manheim, die Werkstatt für Aktionen und Alternativen eröffnete, eine Art dauerhaftes Klimacamp. Organisierungsprozesse, die auf dem Klimacamp im großen Stile stattfanden, sollen hier vertieft werden. Auserdem soll ein dauerhaftes Bildungsprogramm in Form von Seminaren aufgestellt werden. Die WAA ist jederzeit offen für alle Interessierten und alle, die sich hier organisieren wollen. Es gibt also viele  Möglichkeiten sich einzubringen. It’s your turn!

Bericht des Klimacamps in der Lausitz

Das Klima- und Energiecamp in der Lausitz ist vorbei, hier ein kleiner Erfahrungsbericht und eine Einordnung:

Mit dem Jänschwalder Kohlekraftwerk (dasjenige mit den siebtgrößten Emmissionen weltweit) als Skyline und mehreren Tagebauen in der direkten Umgebung des Camps wurde mensch jederzeit daran erinnert warum mensch dort ist: Um die klimaschädlichste aller Energieerzeugungsvarianten, die gerade weltweit im Auftrieb ist zu bekämpfen. Über die Woche verteilt besuchten das Camp zwischen 300 und 400 Aktivist_innen, in der Mitte der Woche war mit über 200 Camper_innen der Höhepunkt erreicht. Neben einigen kleineren Kraftwerkszufahrtsblockaden oder Rangeleien am Rande des Tagebaus (wo Vattenfallsecuritys extrem brutal gegen Aktivist_innen vorgingen und diese wiederrechtlich mit Kabelbindern fixierten) waren die Bürobesetzungen der brandenburgischen Regierungsparteien  SPD und DIE LINKE die zentralen Aktionen des Camps. Die Aktivist_innen wurden vergleichsweiße sehr freundlich empfangen und konnten ihre Forderungen den Parteien überreichen. Auch wenn am Ende des Camps die erfreuliche Nachricht durchsickerte, dass Brandenburg keinen Alleingang in Sachen CCS Technologie machen will (Abscheidung von CO2, wo es eine Ausstiegsklausel für die Länder gibt, von der die meisten gebrauch machen und nun eben auch Brandenburg), und das durchaus auch in den Zusammenhang mit den Aktivitäten des Klimacamps gestellt werden kann, bleibt die Frage, ob die Klimabewegung sich darauf einlassen sollte sich als Bittstellerin an die parlamentarischen Entschidungsträger_innen zu sehen, oder ob mehr damit gewonnen wäre, den kohärenten Zusammenhang zwischen Herrschaftssystemen und Umweltzerstörung zu analysieren und für eine komplette Selbstermächtigung einzutreten.

Zum Abschluss des Camps fand am Samstag eine Demonstration gegen Kohle und CCS in Cottbus statt, an der mehrere Hundert Menschen teilnahmen. Auf dem Camp selber fanden unterschiedlichste Workshops, Vorträge und Podiumsdiskussionen statt. Das ging von Solarofen bauen, über Auseinandersetzungen mit Technologien wie CCS oder Fracking bis zu politischen Workshops über „Ökosozialismus“ oder auch „Ökologie und Herrschaftskritik“. Bei einer Podiumsdiskussion zwischen einem Betriebsrat von Vattenfall und einem Campteilnehmer wurden zwar erst die üblichen Dummheiten ausgetauscht wie „Was schafft mehr Arbeitsplätze: Kohlekraft oder Erneuerbare“ später wurde der Betriebsrat, der eins zu eins die Positionen der Vattenfall-Führung vertrat von aufgebrachten Anwohner_innen auseinandergenommen.

Auf dem Camp wurde zwar keine Massenbewegung begründet, wenn mensch aber bedenkt, dass es nur eines von zwei Klimacamps dieses Jahr ist, und überwiegend regional mobilisiert wurde, ist es schon ganz beachtlich was dort auf die Beine gesetllt wurde. So ist das Camp also als ein Schritt in die Richtung einer schlagkräftigen Anti-Kohle-Bewegung zu sehen, der manchmal etwas mehr Radikalität zu wünschen wäre. Die nächste Etappe wird die Bewegung beim nächsten Klimacamp in einigen Tagen im rheinischen Braunkohlerevier nehmen, und anschließend auf dem dauerhaften Klimacamp eben dort. Beiteiligt euch!

Fahrradtour zwischen den beiden Klimacamps in Deutschland ’11

Klimacamp-Vernetzungs-Radtour von der Lausitz ins rheinische Braunkohlerevier

Diesen Sommer werden in Deutschland zwei Klimacamps stattfinden,
welche sich beide vor Ort gegen den Abbau der klimaschädlichen
Braunkohle richten. Um beide Camps miteinander zu verknüpfen ist
eine Fahrradtour von einem Camp zum anderen geplant. Ebenfalls wollen
wir durch die Tour die Sichtbarkeit einer Graswurzelbewegung, die sich
gegen die Klimazerstörung entwickelt, in die Breite tragen. An
vielen Orten werden wir mit Menschen zusammenkommen um uns zu vernetzten, zu
diskutieren oder gemeinsam kleine Aktionen zu unternehmen.

Du bist auf beiden Camps dabei oder hast einfach Lust auf Sommer,
Radfahren und nette Leute? Dann schnapp dir dein Fahrrad und komm mit!
Die gut zehn Sommertage zwischen den beiden Camps eignen sich perfekt
für eine Radtour von der Lausitz ins rheinische Braunkohlerevier.
Dabei werden wir nicht nur klimaneutral unterwegs sein, sondern auf
unserem Weg einige Stationen anfahren, bei denen wir uns mit Menschen
aus der Klima- und Umweltbewegung austauschen. Je nach Lust und Laune
eignet sich die Tour auch für Straßentheater-Aktionen u.a. Daneben
kommen natürlich Pausen am Badesee und gemütliche Abende am Lagerfeuer
nicht zu kurz.

Route, Zwischenstationen und Aktionen werden wir entweder im Vorfeld
über unseren Verteiler oder/und vor Ort auf dem Lausitzcamp gemeinsam
planen. Wenn du Fragen oder Anregungen hast oder auf den Verteiler gesetzt werden willst schreib eine Mail an rad_und_tat@riseup.net. Wer sich erst auf dem Camp spontan entschließen möchte, ist ebenfalls herzlich eingeladen!

Zeitraum: 15.-26. August. Weitere Infos wird es auf dem BLog klimaradtour.blogsport.de geben.

WAA – Werkstatt für Alternativen und Aktionen – dauerhaftes Klimacamp

Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA) – Aufruf für ein dauerhaftes Klimacamp

Inspiriert durch die Klimacamps die in Großbrittanien ihren Ursprung hatten und seitdem an vielen Orten auf der ganzen Welt erfolgreich darin waren eine radikale Kritik an den strukturellen Ursachen der Klimazerstörung zu vermitteln, wollen wir noch einen Schritt weitergehen: Wir wollen ein dauerhaftes Klimadorf als Aktions- Bildungs- und Organisierungsort aufbauen – und als Ort für das Erlernen eines klimaneutralen Lebens, das wir nicht mit Verzicht assoziieren wollen, sondern mit Kreativität.
Als Ort dafür haben wir die Region ausgewählt, die am meisten CO2 in ganz Europa emittiert, das rheinische Braunkohlerevier.

Teil der Lösung oder Teil des Problems?  

Es ist eine seltsame Sache mit der Klimaproblematik: Sie ist allseits bekannt, allgemeine Aufklärung zu betreiben ist nicht mehr nötig. Jede_r ist scheinbar auf der Seite jener die das Problem bekämpfen wollen. Und dennoch ist das Einzige was in der realen Welt zu beobachten ist eine rasante Verschärfung der Klimakatastrophe. Dadurch drängt sich der Verdacht auf, dass die Lösung nicht darin liegen kann, dass die so degradierten Konsument_innen die „richtigeren“ Waren in ihren Einkaufskorb packen, die Manager_innen der Großkonzerne verantwortungsbewusstere Entscheidungen treffen und die Wissenschaftlerinnen die richtigen „Erfindungen“ machen. Nein. Wir haben die Vermutung, dass das Koordinatensystem, innerhalb dessen alles grün sein soll faul ist. Um ein Beispiel aus dem Blauen zu pflücken (bevor es dann grün gemacht wird): Erdöl wird gefördert um industrielle Landwirtschaft zu betreiben und damit essbare Waren herzustellen. Essbare Waren werden hergestellt um sie um die halbe Welt zu verschiffen. Um die halbe Welt werden sie verschifft um am Zielort verbrannt zu werden. Verbrannt werden sie um die Preise für Nahrungsmittel stabil zu halten. Verhungern tun währenddessen täglich 24 000 Menschen, weil sie nichts zu Essen haben. Nichts zu Essen haben sie, weil der Zweck Nahrungsmittel herzustellen, innerhalb der herrschenden Verhältnisse nicht darin liegt Menschen zu sättigen, sonden die Konten von Konzernen.
Ein Koordinatensystem, in dem viel Energie und Arbeitsaufwand betrieben wird, damit Menschen verhungern, ist nicht dasjenige, innerhalb dessen das Klima zu retten ist, und auch nicht das, innerhalb dessen Menschen sich sinnvoll organisieren können. Jeder Versuch dessen führt zwangsläufig auf Irrwege. Die Frage, ob mensch Teil der Lösung oder Teil des Problems sein will, ist also nicht mit dem Verweis auf den Grünton der Verpackungen der eingekauften Waren zu beantworten, sondern vielmehr durch die Logik innerhalb derer mensch die Lösungen gegen den Klimawandel denkt, und die gefundenen Handlungskonsequenzen, die mensch daraus zieht.
Dieser Aufruf richtet sich an alle Menschen, die die Lösung nicht alleine in kapitalistischen, herrschaftsförmigen Koordinaten denken können und auch nicht (mehr) denken wollen.

Klimacamps

Einen wichtigen Impuls für die radikale Klimabewegung schafften die Klimacamps, die ihren Ausgangsort in Großbrittanien hatten. Aufbauend auf den vier Säulen – Direkte Aktionen gegen Klimazerstörung, radikal klimaneutrales Leben auf den Camps, Weiterbildung über die Klimaproblematik und richtige und falsche Lösungen, und Vernetzung – treffen sie genau den richtigen Vierklang der Selbstermächtigung. Durch den Rahmen der Camps, der alle 4 Elemente verbindet, wird deren Wirkung multipliziert. Denn klimaneutrale Praktiken sind zwar auch nett, wenn sie im eigenen Hintergarten ausprobiert werden, ihre einzige Relevanz sind dann aber die konkret gesparten Emmissionen. Im Kontext eines Klimacamps sind sie aber mehr: Nämlich eine Anklage an die herrschende kapitalistische Produktionsgesellschaft, durch das konkrete Aufzeigen möglicher, besserer Alternativen.
Direkte Aktionen sind für sich genommen zwar immer nervende Nadelstiche für die Akteur_innen des Untergangskommandos. Mit einem Klimacamp als Hintergrundskulisse für die Angriffe auf klimazerstörende Industrien, können diese auch gesamtgesellschaftlich eine ganz andere diskursive Legitimität erfahren. Weiterbildung ist für sich genommen auch eine jederzeit erstrebenswerte Sache, wo sich aus ihr aber keine konkreten Handlungsoptionen ergeben, bleibt sie eine akademische Irrelevanz. Ein nettes Analysegespräch auf der Zuschauer_innebank.
Die 4 Säulen zusammengeführt können aber genau das Notwendige erreichen: Zu gleichen Teilen das bestehende Koordinatensystem samt seiner konkreten Auswirkungen anzugreifen und in den entstehenden Lücken zarte Pflänzchen eines selbstorganisierten, klimaneutralen Lebens zu pflanzen, auf dass sie zu Wäldern der Ressilienz werden. Und bei all dem jederzeit genug theoretische Reflektion über den einzuschlagenden Weg haben, nach dem Motto: Fragend schreiten wir voran. ‚WAA – Werkstatt für Alternativen und Aktionen – dauerhaftes Klimacamp‘ weiterlesen

(Wendland) Mastanlagen-Baustelle besetzt

Im Wendland wurde gestern früh der Bauplatz einer Hähnchenmastanlage besetzt. Zur Zeit gibt es großen Ärger mit dem Bauern, der schon versuchte eigenhändig den Tripod mit seinem Trecker zu räumen.  Die Besetzung benötigt also dringend Unterstützung. Hier eine  Veröffentlichung der Besetzer_innen:

(Wendland) Mastanlagen-Baustelle in Teplingen besetzt
Anlage soll Zulieferbetrieb für Schlachthof in Wietze werden.

Das Gelände in Teplingen, auf dem eine Hühnermastanlage errichtet werden soll, wurde in der Nacht zum Sonntag von 20 Aktivist_innen besetzt. Ein Tripod, eine Hütte und diverse weitere Blockadevorrichtungen wurden aufgebaut, die Besetzer_innen bereiten sich auf einen langwierigen Aufenthalt vor und freuen sich über Besuch und jede andere Form von Unterstützung. In Teplingen soll jährlich in 7,5 Mastdurchläufen 300.000 Individuen mästen, sodass auf einem Quadratmeter 22 Hühner leben müssen. 4% der Tiere erreichen durchschnittlich das “Schlachtgewicht” nicht, so würden pro Jahr 12.000 Hühner durch die grausammen Haltungsbedingungen schon in der Anlage sterben.

Die Mastanlage, deren Baugelände besetzt wurde, soll Zulieferbetrieb für die größte Hühnerschlachtfabrik Europas in Wietze bei Celle werden. Dort ist die Tötung 2, 5 Millionen Tieren wöchentlich geplant, hierfür benötigt der Betreiber Rothkötter ca. 420 Mastanlagen mit jeweils 40.000 Hühnern in der Umgebung. Im Sommer 2010 wurde das baugelände in Wietze während knapp 3 Monaten besetzt gehalten. Die Schlachtfabrik befindet sich zur Zeit in Bau und kann nur dann vollständig in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt.

Das ist zur Zeit noch nicht der Fall – geplant wird von der Betreiberfirma Rothkötter, den Betrieb in andere Schlachtereien zu verringern, damit sich die Inbetriebnahme nicht verspätet. Der Mega-Schlachthof ist verhinderbar!

Die Besetzer_innen kritisieren die Baupläne und sehen darin legalisierte Tierquälerei. “Massentierhaltung ist eine soziale, ökologische und ethische Katastrophe. Klimawandel, Gensojaanabau, Boden-, Luft-, Gewässerverschmutzung: es gibt kein ökologisches Problem, unter dessen Hauptursachen sich nicht auch die industrielle Tierhaltung befindet.”, so eine der Aktivist_innen: “Wir sind hier, um unser entschlossenes Nein gegen die industrielle Tierhaltung auszusprechen – und gegen die Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Umwelt im kapitalistischen Wirtschaftssystem”.
Die Aktivist_innen kritisieren weiter, dass diese politischen Entscheidungen getroffen werden, ohne die Betroffenen einzubeziehen. Das Ziel der Betreiber_innen sei die maximale Ausbeutung für maximalen Profit.

Die Besetzung richtet sich gegen diese und jede andere Form der (Massen-)Tierhaltung.
Kommt vorbei, bringt Energie, Kreativität, Wut und Fantasie!
Jede Form von Unterstützung ist wichtig.

Keine Schlachtfabriken, nirgends!

Was ihr mitbringen könnt:

Nahrungsmittel (vegan/freegan)
Aktionsmaterialien (u.a. Transpistoff, Farben, …)
Bau- und Brennholz
Werkzeuge
Decken, Schlafsäcke, Matzratzen, Zelte

Klimacamps 2011

In Deutschland werden dieses Jahr zwei Klimacamps stattfinden. Beide werden sich gegen die Klimazerstörung durch Braunkohleabbau richten. Das eine wird in der Lausitz stattfinden, das andere im rheinischen Braunkohlerevier.
Hier der Aufruf des Camps beim Tagebau Hambach:

Internationales Klimacamp 2011: für ein lebenswertes Klima weltweit!
Vom 26.08. bis 04.09.2011 veranstalten Klima-Aktivist_innen ein gemeinsames Klimacamp am Braunkohletagebau Hambach bei Köln. Hier, im rheinischen Braunkohlerevier, verursacht der Energiekonzern RWE fast 10% des gesamtdeutschen CO2-Ausstoßes. Das Klimacamp lädt Aktive und am Klimaschutz Interessierte aus verschiedenen Ländern, Spektren und sozialen Bewegungen ein, an diesem Ort zusammenzukommen, um voneinander zu lernen und sich zu vernetzen.

Das Camp bildet einen Kristallisationspunkt vielfältigen Widerstands gegen den Energiekonzern RWE und den mit Abstand größten Braunkohlekomplex Europas. Das Camp bietet Raum für verschiedene Aktionskonzepte wie direkte Aktionen, Aktionen des zivilen Ungehorsams, Straßentheater oder Mahnwachen, um das öffentliche Bewusstsein für die profitgesteuerte Konzernpolitik RWEs und deren globale Auswirkungen zu wecken. Es wird auf dem Camp eine Vielfalt von Workshops und Seminaren zu den Themen Braunkohle, Klimawandel und Energiewende geben. Außerdem sollen in der Woche Möglichkeiten für einen Lebensstil jenseits der Wachstums- und Konsumlogik spürbar und erlebbar werden.

Das Klimacamp versteht sich als ein Teil der internationalen Klimabewegung, die für Energiesouveränität und Klimagerechtigkeit eintritt. Es lädt alle ein, die für ein lebenswertes Klima – ob im Raum Köln oder weltweit – streiten wollen. Ob Klima-Aktivist_innen oder betroffene Bürger_innen, ob Jugendliche oder Familien mit Kindern:

gemeinsam ziehen wir RWE den Stecker!

Klimaskeptiker in der FAZ

In der heutigen FAZ kommt Dieter Ameling, ehemaliger Präsident der Wirtschaftsvereinigung stahl zu Wort, und darf wirre Thesen ablassen, warum das mit dem Klima und dem CO2 gar nicht so zusammenpasst. Seine Motivation nimmt er vorweg: „Deutschland und Europa droht durch diese einseitige Klimadebatte und die unwirtschaftliche Förderung der ereuerbaren Energien ein Einbruch der globalen Wettbewerbsfähigkeit“. Natürlich hat er aber nur gutes im Sinne, denn „Das soziale Netz und unser aller Wohlstand hängen von einer Wettbewerbsfähigen industriellen Wertschöpfung ab“.

Aus dieser Motivation wird dann verdreht was zu verdrehen ist, um am Ende festzustellen, dass man weiterhin CO2 verursachen können sollte wie bisher. Das Argumentationsmuster dabei ist aber eigentlich recht langweilig und gleicht der Schablone vieler Klimaskeptiker. Erst wird auf kosmische Ursachen verwiesen: „Dagegen spielen die wichtigsten Einflussgrößen, die in der Erdgeschichte häufige, zum Teil sehr dramatische Klimawechsel verursacht haben, wie die stark schwankende Sonnenaktivität, die Wolken und der Wasserdampf oder das zyklische Pendeln der Erdachse (…) in der öffentlichen Diskussion keine Rolle“. Hier wird alles mögliche Durcheinandergewerfen. Der angesprochene Wasserdampf beispielsweiße ist ja selber menschengemacht (Flugverkehr, Industrie), die schwankende Sonnenaktivität existiert zwar ist aber unbedeutend, und kann niemals den linearen Temperatut’ranstieg begründen, der im Übrigen genau parallel zum, in der Atmosphäre vorhandenen CO2 verläuft“. So geht es dann noch weiter, dass alles mögliche durcheinandergeworfen wird, in der Hoffnung, dass das eh schon niemand so genau verstehen wird. Und dann wird noch behauptet, dass das Klima eh nicht so genau gemessen werden könnte, da es weniger Messstationen gäbe als früher, und dass Nasa-Messungen aus dem all ergeben dass die Temperaturen eigentlich eher sinken und das arktische eis wieder wächst. Na dann.

Abgeschlossen wird dann noch mit einem schönen Zitat des Altkanzlers Helmut Schmidt: „Wir wissen, dass es natürlicher Weiße immer Eiszeiten und Warmzeiten gegeben hat; wir wissen jedoch nicht , wie groß gegenwärtig und künftig der von Menschen verursachte Beitrag zur globalen Erwärmung ist. Die von einer internationalen Wissenschaftlergruppe (IPCC) bisher gelieferte Unterlagen stoßen auf Skepsis. Es scheint mir an der Zeit, dass eine unserer wissenschaftlichen Spitzenorganisationendie Arbeit des IPCC kritisch und realistisch unter die Lupe nimmt und sodann die sich ergebenden Schlussfolgerugen der öffentlichen Meinung unseres Landes in verständlicher Weiße erklärt“. Im Klartext also: Wenn das interbnationale Bündnis von Klimawissenschaftler_innen aus irgendeinem Grunde zu unabhängige Ergebnisse bringt, dann muss mensch einfach ein national kontrolliertes Wissenschaftler_innen-team auf die Beine stellen die die gewünschten Ergebnisse bringt, und da ja eigentlich eh niemand was davon versteht, kommt es am Ende darauf an den Leuten dann zu sagen: Das mit dem Klimawandel das stimmt jetzt doch nicht, haben wir festgestellt, wir können jetzt wieder weitermachen wie bisher.

Nochwas zum Regenwald: Palmölindustrie als dessen Retter?

Habe gerade auf dernewsticker.de folgende unkommentierte Meldung gefunden:

Der weltweit zweitgrößte Palmenöl-Produzent der Welt „Golden Agri-Resources“ (GAR) will gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation „The Forest Trust“ (TFT) und der indonesischen Regierung ein Schutzprogramm für den indonesischen Regenwald erarbeiten.

Java (dts Nachrichtenagentur) – Dies hat das Unternehmen am Mittwoch bekannt gegeben. Das Ziel der Bemühungen soll es sein, eine „vollständig nachhaltige“ Palmenölindustrie zu etablieren und geht dabei über bestehende Schutzvereinbarungen hinaus. Die Palmenöl produzierende Industrie wurde immer wieder von Umweltorganisationen für die rücksichtslose Zerstörung von Wäldern kritisiert.

Nun ist es sicherlich nichts neues, dass sich die größten Umweltzerstörer durch die größten Greenwashingmaßnahmen auszeichnen. Trotzdem an dieser Stelle nur einen Klitzekleinen Tipp an den weltweit zweitgrößte Palmenöl-Produzent der Welt „Golden Agri-Resources“ (GAR): Meint ihr nicht, dass ihr das Klima vielleicht am besten damit schützt, dass ihr jetzt eine Axt in die Hand nehmt, eure Konzernzentrale kurz und klein schlagt, danach ebenso mit euren Palmölplantagen verfahrt, und dort stattdessen Bäume anpflanzt, die den Boden darauf vorbereiten, dass irgendwann dort wieder Regenwald wachsen kann. Und den übrigen Regenwald Regenwald sein lasst? Nur so ne Idee!

Dürren, Regenwälder, CO2 Quellen, Gegenmaßnahmen

Was eigentlich schon lange klar ist, wird nun durch eine Dürre ein Stücken weiter Realität: Die Regenwälder im Amazonas, eigentlich eine Relevante CO2 Senke, die Jahr für Jahr der Atmosphäre Kohlenstoff entzieht, kann sich in Zukunft als CO2 Verursacher entpuppen. Nämlich im Sinne eines Rückkopplungseffektes: Durch veränderte Klimabedingungen bleibt der Niederschlag zur Regenzeit aus. Dadurch stirbt viel Vegetation ab, und beim Verrottetn derer wird CO2 freigesetzt. Nach der Dürre von 2005, die als Jahrhundertdürre bezeichnet wurde, gab es 2010 eine ähnliche Trockenheit während der Regenzeit. Es wird befürchtet, dass die so dicht aufeinander folgenden extremen Dürren für viele Bäume den Kollaps bedeuten könnten. Durch das absterben und verrotten der Bäume könnten 5 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt werden. Soviel wie der Regenwald in 5 Jahren bindet, oder genausoviel wie jährlich in den USA verursacht wird.

Unklar ist noch wieweit der Regenwald „Selbstheilungskräfte“ besitzt um mit den bisherigen Dürren umzugehen. In intakten Regenwaldgebieten mag das wohl Möglich sein. Besonders gefährdet sind aber die Gebiete, in denen der Regenwald sowieso geschwächt ist, durch eine Zerstückelnde Rodungspolitik, die viel Waldränder erzeugt. Auch nachwachsende Wälder auf gerodetetn Flächen werden stark geschwächt werden. Darüberhinaus, sind die Dürren nicht als einmalige Szenarien zu sehen, sondern vielmehr als eine Tendenz für die Zukunft die sich vermutlich noch verschärfen wird. Während der Regenwald mit einer einmaligen Dürre umgehen kann, ist eine generelle Vertrocknung der Gebiete, der sichere Tod. Das wiederum würde bedeuten, dass die jetzigen Regenwälder eine enorme Freisetzung von Hundertmillionen Tonnen CO2 verursachen würden innerhalb weniger Jahre. Dadurch würde sich das Klima wiederum weiter erhitzen und andere Rückkopplungseffekte wie das Freisetzen von Methan beispielsweiße in Sibirien beschleunigen. Innerhalb von wenigen Jahren könnte so eine Kettenreaktion freigesetzt werden, die zum absoluten Klimakollaps führt, und eine Erwärmung von 4, 5, 6°C, Grad erzeugt.

Das bedeutet nicht dass es jetzt gilt in Panik auszubrechen, sondern dass zu tun, was notwendig ist, um die Situation möglicherweiße rechtzeitig zu entspannen. Und das bedeutet konsequent: Ab sofort keinerlei fossile Energien mehr Verbrennen, die Abholzung von Regenwäldern und anderen Urwäldern sofort und komplett zu stoppen und massive Wiederaufforstungsprogramme zu starten. Die Flächen dafür könnten durch eine Minimierung (aus antispeziesistischer Sicht besser einer kompletten Aufgabe) von Tierhaltung gewonnen werden. Die Maßnahmen mögen drastisch klinegn, die Alternative – der Klimakollaps – ist es jedenfalls umsomehr.


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Klima-Einheitsbrei

Klimaneutral, oder zumindest klimafreundlich ist heute eigentlich alles: Die Flugreise, der Sprit, die Bundeskanzlerin, die Kohlekraftwerke und die Bildzeitung. Für Klimaschutz zu sein ist also ungefähr so aussagekräftig, wie für Freiheit zu sein. Das ist auch jede. Menschen wachrütteln zu wollen, um ihnen klarzumachen wie schlimm der Klimawandel ist, wie es die meisten Umweltschützer machen ist also sinnlos. Vielmehr müssen die herrschenden Diskurse über den Klimawandel analysiert und angegriffen werden, nach denen der Neukauf eines Autos zum Beispiel ein klimaschonender Akt ist. Und es müssen Utopien einer wirklich klimafreundlichen emanzipatorischen Alternative aufgezeigt werden und einem herrschaftsförmigem Öko-Kapitalismus entgegengestellt werden. Dadurch wird auch klar, dass der K. nicht taugt für Klimaschutz. Denn im K. Muss immer soviel wie möglich produziert werden, und so billig wie möglich, sonst frisst einen die Konkurenz, die eben auf Umweltstandarts scheißt. Und Öko-Sparten wird es immer nur für die Reichen geben, die das Geld haben um sich ihr Gewissen frei zu kaufen. Umwelt- und Klimazerstörung ist immer ein Akt von Herrschaft: Herrschaft über die Natur, Herrschaft über die betroffenen Menschen, Herrschaft über Nicht-menschliche Tiere. Wenn die Betroffenen eines Flughafens- oder Autobahnneubaus selber entscheiden könnten, würde es diese meist nicht geben. Würden die Stimmen derjenigen miteinbezogen, die als erste unter dem Klimawandel leiden werden, wären schon längst effektive Maßnahmen dagegen unternommen worden. Würden Menschen ihre Herrschaft über Nicht-menschliche Tiere beenden, und somit auch die Tierhaltung, würde der größte Emmissionssektor wegfallen und gleichzeitig würden massenhaft Flächen frei, für Aufforstungen, welche der Atmosphäre wiederrum CO2 entziehen würden. Gegen Klimawandel zu kämpfen heißt also immer auch gegen Herrschaftsverhältnisse zu kämpfen.Klima-Einheitsbrei